Mark Webber verteidigt seine Entscheidung, sieht die Zukunft aber positiv

Formel 1 2011

— 14.07.2011

Webber: "Vertragsverhandlungen laufen positiv"

Trotz der Dissonanzen vom Sonntag verlaufen die Vertragsgespräche mit Red Bull laut Mark Webber gut - Er würde es wieder so machen und erklärt seinen Frust

Seit dem Silverstone-Grand-Prix vom vergangenen Sonntag beherrschen die Spekulationen um Mark Webbers Vertragsverhandlungen mit Red Bull die Schlagzeilen. Der Australier hatte die ausgegebene Teamorder, Sebastian Vettel nicht zu überholen, ignoriert und griff seinen zweitplatzierten Teamkollegen trotzdem an. Denn er sah keinen Grund, zurückzustecken.

Das sorgte Teamintern für Diskussionen, und Spekulationen würden laut, diese Dissonanzen könnten Webbers Vertragsverlängerung für 2012 gefährden. Doch Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat solche Gerüchte zurückgewiesen - und Webber selbst hat sich nun auch dazu zu Wort gemeldet. "Das Team und ich sprechen darüber, ob ich 2012 weiter für Red Bull fahre und diese Gespräche verlaufen positiv", schreibt der 34-Jährige in seiner 'BBC'-Kolumne. "Was am Sonntag passiert ist, stellt meine Welt nicht auf den Kopf."

Red Bull begründete die Teamorder damit, dass man einen Crash zwischen Vettel und Webber verhindern wollte. Denn davon hätten nur die Rivalen Ferrari und McLaren profitiert. Teamchef Christian Horner zeigte Verständnis für Webbers Frust, erklärte aber, dass er das Teaminteresse in den Vordergrund stellen musste.

Und Webber scheint sich inzwischen auch etwas beruhigt zu haben. "Christian und ich haben nach dem Rennen über die Situation gesprochen", erklärt der Australier. "Wir haben beide unsere Ansichten vorgebracht, und ich denke, dass wir es nun von beiden Seiten sehen. Es war eine schwierige Situation, aber ich habe immer noch das Gefühl, das für mich Richtige getan zu haben. In einer solchen Situation ist man zwiegespalten. Man möchte eine bessere Position holen, egal wer vor einem ist. Vor allem wenn es jemand von Sebastians Niveau ist, dann ist es sehr schwer, an den heranzukommen."

"Ich hatte geschafft, und war in diesem Moment nicht bereit, der Aufforderung zu folgen, meine Position zu halten", so Webber weiter. "Wenn ich zurückgesteckt und wie verlangt den Abstand von drei Sekunden gehalten hätte, dann hätte ich nach dem Rennen wesentlich schlechter schlafen können. Gleichzeitig wusste ich, dass ich mich den Wünschen des Teams widersetze."

Normalerweise wäre jeder im Team glücklich, wenn man angreift und versucht, einen Platz zu gewinnen. "Das waren sie offensichtlich nicht - nicht weil sie nicht wollten, dass ich Zweiter werde. Sie wollten einfach nicht, dass wir kollidieren. Aus Teamsicht wäre das natürlich der schlimmste Albtraum gewesen", schreibt Webber.

"Es ist ein spezielles Problem, wenn man zwei starke Fahrer im Team hat. Aber nachdem so viele Leute in dieses Rennen so viel Arbeit investiert hatten, wollten sie nicht, dass eines oder beide Autos ausfallen", weiß der Australier. Aber seiner Meinung nach wäre auch eine Möglichkeit gewesen, beide Piloten anzuweisen, die Plätze zu tauschen: "Schließlich war ich zu diesem Zeitpunkt im Rennen etwas schneller und habe eine Menge Druck gemacht. Aber ich bin kein großer Fan von so etwas, und ich weiß, dass Red Bull das auch nicht ist." Und er fügt an: "Meiner Meinung nach ist Sebastian in einer solchen Situation genauso gefragt wie ich." Sprich: Vettel hätte ebenso zurückstecken können, wie man es von Webber verlangt hat.

"Wir sollen frei fahren können, müssen aber das Teaminteresse im Hinterkopf behalten", betont Webber. "Und das wäre sicher so oder so der Fall gewesen. Ich konnte es nur deshalb schwer akzeptieren, weil es am Ende des Rennens passiert ist. Wir haben schon oft Situationen erlebt, in denen ein Team von einem Fahrer verlangt hat, den anderen durchzulassen. Zum Beispiel damit für beide die Strategien aufgehen. Zu einem früheren Zeitpunkt im Rennen kann man da viel machen, man hilft einem anderen, der wegen der Strategie oder warum auch immer in diesem Moment schneller ist. Aber wenn man sich dem Ziel nähert, und nur noch fünf Runden ausstehen, dann zählen keine Strategien mehr. Dann ist es ein direkter Fight."

Aber auch wenn er sich über die Teamorder ärgert, habe das keinen Einfluss auf seine Entscheidung, ob er bei Red Bull bleibt oder nicht. "Abgesehen davon war es ein positives Wochenende für mich, und das stimmt mich für die restliche Saison sehr optimistisch", betont Webber. "In Sachen Performance verspüre ich einen Aufwärtstrend. Ich kann an den Sonntagen wesentlich mehr aus dem Auto herausholen. Anfang des Jahres war das nicht der Fall, dazu kamen ein paar Probleme mit der Zuverlässigkeit. Wir haben definitiv einen Schritt nach vorn gemacht."

Fotoquelle: xpb.cc

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