Nigel Mansell ist sich nicht sicher, ob Cockpithauben das Gelbe vom Ei wären

Formel 1 2011

— 16.07.2011

Mansell & Surer: Formel 1 mit Cockpithauben?

Im Rahmen der Ennstal Classic warfen Nigel Mansell und Marc Surer einen Blick auf die jüngsten Tests der FIA: Machen Cockpithauben wirklich Sinn?

Der Automobil-Weltverband (FIA) sorgt mit einem Test für Aufsehen: Es wurden verschiedene Cockpit-Glashauben ausprobiert, die einer Kampfjet-Pilotenkanzel ähneln. Mit solchen Einrichtungen könnten in der Formel 1 in Zukunft haarsträubende Unfälle wie jener von Felipe Massa in Ungarn 2009 verhindert werden. Damals wurde der Helm von Massa von einer Stahlfeder getroffen, welche der vor ihm fahrende Rubens Barrichello verloren hatte.

Denn immer noch steht der Kopf der Formel-1-Piloten frei. Zugleich ist gerade dieses frei stehende Cockpit für viele Fans und auch Aktive quasi das Markenzeichen der Formel 1 und des Formelsports. Entsprechend war das Thema Cockpithauben auch beiden Stars der Ennstal Classic 2011 ein Thema.

Nigel Mansell erfuhr in unserem Interview erstmals von den FIA-Tests und zeigte sich wenig angetan von dieser Idee: "Ich höre das hier zum ersten Mal. Wir müssen also abwarten, was hier passiert. Ich weiß nicht, ob ich das gerne sehen würde. In der Formel 1 möchte ich das eigentlich nicht sehen. Das ist dann keine Formel 1 mehr. Ich möchte offene Cockpits in der Formel 1 sehen."

'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Silvia Arias auf einem BMW 328 Sport aus dem Jahr 1937 die gesamte Ennstal Classic bestreitet, erklärt zunächst: "Es wird dann sicher sehr warm werden da drin. Da kommen wir nämlich zum nächsten Problem, dass es zu heiß wird im Cockpit und dann braucht man eine Air-Condition wie in Le Mans. Es kommen immer andere Probleme einher. Das muss man bei solchen Ideen bedenken."

Surer fügt hinzu: "Es könnte auch sein, wenn zum Beispiel KERS kaputtgeht, dass es von den Batterien Dämpfe gibt, und die sind dann im Cockpit. Das könnte noch viel schlimmer sein als dass jemand einmal etwas auf den Kopf fliegt. Denn wie oft kommt so etwas denn vor? Das ist ja doch eher selten der Fall", meint der Schweizer.

"Obwohl: Es sieht sicherlich nicht einmal schlecht aus, diese Kuppel", fügt Surer hinzu. "Ich denke, man sollte die Zukunft akzeptieren, wenn es denn wirklich Sinn macht. Vielleicht werden die Formel-1-Autos auch wieder einmal komplett verschalt werden, weil die freistehenden Räder ja auch unfallträchtig sind. Ich finde: Da muss man offen sein, aber man sollte es sich gut überlegen, bevor man so etwas macht."

Fotoquelle: xpb.cc

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