Marc Surer war einer der Stargäste bei der diesjährigen Ennstal-Classic

Formel 1 2011

— 19.07.2011

Schumacher: Reifen gelten nicht mehr als Ausrede

Experte Marc Surer findet immer noch, dass sich Michael Schumacher mit seinem Formel-1-Comeback keinen Gefallen getan hat

Die Zahlen des teaminternen Duells zwischen Michael Schumacher und Nico Rosberg sprechen eine klare Sprache: 6:22 gewonnene Qualifyings, 0:3 Podestplätze, 100:182 Punkte in bisher 28 Grands Prix - man kann es drehen und wenden, wie man will, aber die Statistik spricht eine klare Sprache gegen den siebenfachen Weltmeister.

"Ich habe mal gesagt, dass das Comeback ein Fehler war, und dieser Meinung bin ich immer noch. Er hat sich damit keinen Gefallen getan", findet 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer und fällt ein hartes Urteil: "Der Mythos Michael Schumacher ist zerstört." Denn in Expertenkreisen kommt kaum jemand auf die Idee, Rosberg als den Überflieger des Jahrhunderts zu identifizieren, sondern vielmehr wird das Mercedes-Stallduell damit erklärt, dass Schumacher seinen einstigen Zauber verloren hat.

Dabei gab es diese Saison schon einige Highlights: Platz vier in Montreal, eine starke Vorstellung in Valencia - aber allzu oft gehen potenziell gute Ergebnisse verloren, weil der 42-Jährige in Zwischenfälle verwickelt wird. Das ist für viele ein weiterer Kritikpunkt: "Die Zwischenfälle, die passieren - aber wenn man sie auch einem jungen Fahrer verzeihen würde, einem alten Fahrer verzeiht man sie nicht", erklärt Surer.

"Er hat zwar dieses Jahr zwei-, dreimal sein Talent aufblitzen lassen, speziell im Regen mit Intermediates. Da hat er gezeigt, dass er zwischendurch noch der Alte ist, aber das sind immer nur kurze Phasen in einem Rennen", so der ehemalige Formel-1-Pilot. "Man muss es so stehen lassen, dass die Jungen einfach schneller geworden sind. Er kann aber immer noch schnell fahren und für mich ist er immer noch eine gute Zwei. Aber er ist ganz klar die Nummer zwei im Team."

Meistens kann Schumacher seine im Vergleich zu Rosberg abfallende Performance immerhin gut erklären - häufig gibt es technische Gründe, manchmal fahrerische und manchmal im Weg stehende Gegner. Im Vorjahr war das noch anders, denn damals argumentierten die Schumacher-Anhänger, dass ihr Superstar mit den zum Untersteuern neigenden Bridgestone-Reifen nicht zurechtkommt - ein Argument, das nun nicht mehr zählt.

"Ich habe das noch akzeptiert bei den Bridgestones", spricht Surer die neuen Pirelli-Pneus an, "weil deren schmale Vorderreifen zum Untersteuern geneigt haben, was sicher nicht Michaels Fahrstil ist. Das weiß man, seit Gerhard Berger und Jean Alesi 1996 seinen Benetton übernommen haben - die konnten damit überhaupt nicht fahren, weil das Auto so giftig und spitz war. Michael braucht ein Auto, das auf der Vorderachse klebt."

"Also konnte man die Reifen letztes Jahr als Entschuldigung gelten lassen, aber die Pirellis sind dieses Jahr nicht mehr so. Du musst zwar das Auto ein bisschen untersteuernd einstellen, weil die Hinterräder eher abbauen, aber wenn sie abbauen, dann hast du genau dieses übersteuernde Auto, das auf der Hinterachse giftig ist und das er eigentlich liebt", sagt der Schweizer und unterstreicht: "Die Ausrede Reifen gibt es nicht mehr."

Fotoquelle: Ennstal-Classic (Martin Huber)

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