Der Diffusor am Heck der Formel-1-Autos stand zuletzt immer wieder zur Debatte

Formel 1 2011

— 20.07.2011

Neale über den Diffusor: Mehr als nur heiße Luft

Team-Geschäftsführer Jonathan Neale erläutert, wie McLaren mit den jüngsten technischen Änderungen am auspuffangeströmten Diffusor umgeht

"Heiße Luft" stand in den vergangenen Wochen und Monaten im Fokus der Aufmerksamkeit in der Formel 1, denn die meisten Teams bedienen sich eines auspuffangeströmten Diffusors, der den Abtrieb der Rennwagen verbessert. Dem Automobil-Weltverband (FIA) war die Konfiguration der Systeme allerdings ein Dorn im Auge, weshalb es zuletzt zu einigen Regeländerungen kam.

Nach einer kuriosen Episode in Silverstone, als Situation um das Zwischengas-Motorenmapping während des Wochenendes überaus intensiv diskutiert wurde, lenkte die FIA ein und kehrt zu den Regeln zurück, wie sie seit Valencia Bestand haben. Für die Teams bedeutet ein "Schlingerkurs" wie dieser nichts anderes als ein Mehr an Arbeit, wie Jonathan Neale bei 'Motorsport-Total.com' erklärt.

"In den vergangenen sechs Wochen spielte das eine große Rolle in unserer Planung. Es ist sehr schwierig, vorherzusehen, was passieren wird. Du kannst im Prinzip ja nur auf Basis der jeweils jüngsten Entscheidung arbeiten", sagt der Team-Geschäftsführer von McLaren. Hinzu komme: Jede noch so kleine Veränderung habe große Auswirkungen auf den Aufwand eines jeden Rennstalls.

"Was auch immer wir beispielsweise im Zusammenhang mit dem auspuffangeströmten Diffusor mit den Einstellungen des Motors anstellen, wir müssen die Zuverlässigkeit überprüfen. Diese Thematik hat schließlich auch Auswirkungen auf das Triebwerk an sich", gibt Neale zu Protokoll. "Das heißt: Wenn wir ein paar Faktoren verändern, müssen wir eigentlich mit Mercedes auf den Prüfstand gehen."

Dabei gehe es dann darum, "die Lebensdauer sowie den Spritverbrauch" des Motors zu checken. "Verändern sich die Regeln danach erneut, beginnt das Spiel von Neuem", meint der Brite. "Das Auto erhält durch diese Änderungen außerdem eine andere aerodynamische Charakteristik. Verändern wir die Anströmung des Diffusors, dann verändern wir nämlich zugleich die gesamte Fahrzeug-Balance."

"Das Heck des Rennwagens hat in diesem Fall weniger Abtrieb und dadurch ergeben sich andere Bremspunkte und dergleichen", sagt Neale und verweist auf Elemente wie die Motorbremse oder den Einsatz von KERS. "Es ist ja nicht so, dass es mit einem kleinen Eingriff getan wäre", ergänzt der Team-Geschäftsführer von McLaren. "Veränderst du nur ein Teil, veränderst du das Gesamtbild."

Aus diesem Grund habe man zuletzt eine "interessante Zeit" gehabt, wie Neale betont. "In den vergangenen sechs bis acht Wochen gab es sehr viele Veränderungen. Einfach ist das nicht, aber so läuft der Hase nun einmal", hält der Brite fest. Speziell für die Techniker in der Teambasis sei dies anstrengend. "Sie wissen: Schon am Montag könnte es wieder anders aussehen", sagt Neale.

Fotoquelle: xpb.cc

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