Timo Glock tritt auch in Zukunft für das Team Marussia-Virgin in der Formel 1 an

Formel 1 2011

— 24.07.2011

Glock: "Ein Schritt nach dem anderen"

Marussia-Virgin und Timo Glock gehen weiter Hand in Hand: Der Deutsche und John Booth nehmen Stellung zur Verlängerung der Zusammenarbeit

Am Sonntagvormittag ließen Marussia-Virgin und Timo Glock die Katze aus dem Sack: Der Deutsche wird dem Team "langfristig" erhalten bleiben und auch in den kommenden Saisons für den Rennstall antreten. Nach der Bekanntgabe zur Partnerschaft mit McLaren ist die Vertragsverlängerung mit Glock ein weiterer Baustein für Marussia-Virgin, um sich in den kommenden Jahren weiter zu etablieren.

Wie lange Glock an Bord bleiben wird, darüber schweigt man sich aus. "Ich darf nichts darüber sagen. Nur soviel: Es ist ein langfristiger Vertrag über 2012 hinaus", meint der 29-Jährige. Auch Teamchef Booth will sich nicht zu tief in die Karten schauen lassen: "Ich freue mich außerordentlich darüber, dass Timo auch in Zukunft bei uns fahren wird. Wir haben einen langfristigen Vertrag", sagt Booth.

"Über Details sprechen wir aber nicht", stellt der Brite klar und bezeichnet Glock als wichtiges Element auf dem Weg, Marussia-Virgin im Formel-1-Mittelfeld zu etablieren. "Es waren diesbezüglich sehr interessante Wochen für uns, denn wir brachten vor Kurzem ja auch eine technische Partnerschaft mit McLaren an den Start", meint Booth. Es sei daher sehr wichtig gewesen, Glock im Team zu halten.

"Timo ist ein wichtiger Bestandteil des Teams, der alle von uns - auch mich - immer wieder von Neuem antreibt. Er leistet viel harte Arbeit", erklärt der Teamchef von Marussia-Virgin. Dies fiel dem deutschen Rennfahrer allerdings nicht zu jedem Zeitpunkt leicht: "Manchmal war ich 2010 genau so enttäuscht, wie alle anderen Teammitglieder auch", gesteht Glock im Hinblick auf die erste Saison.

Die Motivation ist ungebrochen

"Ich brauche in einem solchen Fall einfach zwei, drei Stunden, dann habe ich so etwas verarbeitet und denke schon wieder an das nächste Wochenende", erläutert der Formel-1-Routinier. "Viele Leute fragen mich, wie ich die Motivation aufbringe, um Platz 20 zu kämpfen. Für mich ist das so: Ich steige ein und habe Spaß. Die Formel 1 war und ist mein großes Ziel und ich genieße einfach, was ich tue."

"Wenn du bis zur letzten Runde kämpfst, dann spielt es keine große Rolle, ob du um das Podest oder Platz 20 fährst. Das ist meine Motivation. Es geht darum, mehr als einhundert Prozent aus dem Paket herauszuholen", meint Glock. In Zukunft soll es aber weiter nach vorne gehen - und die Grundlagen dafür sind nach dem Dafürhalten von Glock durchaus vorhanden. Deshalb unterschrieb er erneut.

"Wir kamen recht einfach auf einen Nenner, auch wenn wir in den vergangenen eineinhalb Jahren eine recht harte Zeit zusammen hatten", bestätigt Glock. "Das Team verkündete zuletzt einige wichtige Dinge, welche die Ziele des Rennstalls für die Zukunft unterstreichen. Was ich will, ist, mit diesem Team erfolgreich zu sein." Man wolle jetzt endlich "eine gute Zeit" miteinander verbringen.

Das Team rüstet sich für die Zukunft

"Die einzige Schattenseite an der Verkündung heute ist das Wetter hier in Deutschland", witzelt Glock am regnerischen Nürburgring. Er blicke zuversichtlich nach vorne, zumal sich die Hilfe von McLaren nur positiv bemerkbar machen könne. "Das ist zweifelsohne ein Schritt nach vorne", sagt Glock. "Man braucht nicht viele Worte darüber zu verlieren. Die Erfolge von McLaren sprechen für sich, denke ich."

"Sie haben so viel Erfahrung. Für uns war dieser Weg der einzig richtige. Es gab mehrere Optionen für uns, doch wir entschieden uns für die beste. Das wird dem Team massiv helfen." Auch, dass die Konzentration nun nicht mehr nur auf CFD liegt, sei ein Fortschritt. "Den Windkanal so zu nutzen, wie es auch die anderen Teams tun, ist der richtige Weg. Das sollte unsere künftige Position verbessern."

Das Hauptaugenmerk von Marussia-Virgin gilt auf jedem Fall schon jetzt der neuen Saison: "Unser Fokus liegt auf dem Fahrzeug für 2012", meint Booth. "Das ist aber nur normal, denn wir müssen im kommenden Jahr einen großen Schritt nach vorne machen." Motorenpartner Cosworth hält man die Treue, was Glock auch sehr begrüßt. "Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen."

Glock: Kein Umzug, aber Fernziel Sotschi

"Mit Cosworth sind wir im Augenblick sehr zufrieden. Es gibt keinen Grund, weshalb wir uns derzeit Gedanken über dieses Thema machen müssten. In der Zukunft könnte das einmal ein Thema werden, doch derzeit ist alles prima", findet der Deutsche, der im Übrigen keine Umzugsgelüste hegt - nach Großbritannien zieht es Glock nicht. "Es gibt keinen Grund dafür", meint der Formel-1-Pilot.

"Auch die anderen Fahrer wohnen nicht in Großbritannien. Wenn ich dort gebraucht werde, bin ich dort. Ansonsten ist es nicht erforderlich", sagt Glock. Booth sieht das ähnlich: "Wir verbringen beim Reisen so viel Zeit miteinander, dass wir uns quasi das halbe Jahr über sehen. Lewis wohnt ja auch nicht in Großbritannien, sondern in der Schweiz, Jenson wohnt auf Guernsey. Das ist kein Problem."

Nach Russland zieht es Glock allerdings sehr wohl - vor allem nach der jüngsten Demoveranstaltung in Sotschi. Fernziel von Marussia-Virgin ist schließlich eine gute Platzierung beim ersten Russland-Rennen der Formel 1 2014. "Es war klasse. Eine Demo in der Stadt ist eine tolle Möglichkeit, um den Leuten zu zeigen, was die Formel 1 ist. Wir alle hatten sehr viel Spaß", gibt Glock zu Protokoll.

2012: Marussia-Virgin will ins Mittelfeld

"Ich freue mich schon jetzt darauf, vor 2014 noch ein paar Mal nach Russland zu reisen." Wenn es in Sotschi ernst wird, möchte Glock bereit sein. "Wir müssen uns Ziele setzen und eines davon ist, in Sotschi erfolgreich zu sein. Darauf arbeiten wir hin. Mit den nötigen Vorarbeiten haben wir vor ein paar Wochen begonnen. In Sotschi wollen wir dazu in der Lage sein, um eine gute Position zu kämpfen."

"Ich setze diese Jungs sehr unter Druck und nehme auch mich in die Pflicht. Wir sind auf einem guten Weg", meint Glock und merkt an: "Der nächste Schritt für 2012 liegt auf der Hand. Wir müssen einen Weg finden, uns im Mittelfeld zu etablieren. Das Ziel ist, regelmäßig an Q2 teilzunehmen und hier und da einmal in die Punkte zu fahren. Dafür müssen wir hart arbeiten, doch wir sind bereit dazu."

Am Nürburgring erwartet Glock aber erst einmal ein spannendes Rennen. "Das Wetter könnte uns eine Chance eröffnen", sagt der Deutsche. "Wenn es in den ersten Runden ein bisschen drunter und drüber geht, ist vielleicht ein gutes Ergebnis drin. Hier am Nürburgring weißt du aber nie - es könnte genauso gut plötzlich schneien", witzelt Glock. "Diese Rennstrecke ist einfach etwas Besonderes."

Fotoquelle: xpb.cc

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