Lewis Hamilton hatte die Konkurrenz am Freitag auf dem Hungaroring im Griff

Formel 1 2011

— 29.07.2011

Hungaroring: Der Freitag gehört Hamilton

Lewis Hamilton fährt im zweiten Ungarn-Training die Tagesbestzeit vor Fernando Alonso und Jenson Button - Red Bull hat noch Rückstand, Reifen bauen extrem ab

Nach seinem Sieg am Nürburgring hatte Lewis Hamilton mit aller Vorsicht auf die Euphoriebremse getreten. Angesichts der McLaren-Achterbahnfahrt dieses Jahres dürfe man nicht davon ausgehen, nun dauerhaft um Siege fahren zu können, meinte der Brite. Am Freitag in Ungarn zeigten die Zeitentableaus allerdings etwas anderes. Nach der Bestzeit am Morgen ließ Hamilton am Nachittag den Tagesbestwert folgen.

Die Briten sind auch bei wärmeren Temperaturen auf dem recht engen Kurs in Ungarn gut aufgestellt. Hamilton jagte bei deutlich steigenden Streckentemperaturen in 1:21.018 Minuten an die Spitze. Auch Jenson Button (3./1:21.322 Minuten) hätte das Tempo mitgehen können, doch der Weltmeister von 2009 wurde auf seiner schnellsten Runde im Verkehr etwas aufgehalten.

Von den kleinen Schwierigkeiten bei Button profitierte Fernando Alonso. Der Spanier (der am heutigen Freitag 30 Jahre alt wird) platzierte seinen Ferrari 150° Italia in 1:21.259 Minuten auf dem zweiten Rang. Dabei war der Asturier auf der letzten Rille unterwegs, kam immer wieder gefährlich nahe an die Streckenbegrenzungen, wirbelte oft am Lenkrad, um den driftenden Wagen wieder einzufangen.

Mit etwas weniger Einsatz und vielleicht einer anderen Taktik bezüglich der Tankfüllung waren die Red-Bull-Piloten unterwegs. Mark Webber hatte als Vierter bereits 0,490 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit, Sebastian Vettel reihte sich mit 0,531 Sekunden Rückstand auf Platz fünf ein. "Wir müssen noch schneller werden, aber das Auto fühlt sich ganz gut an", fasst der Weltmeister zusammen.

Nachdem die Topleute ihre Bestmarken auf der ersten Runde mit den superweichen Reifen markiert hatten, begann die Arbeit im Hinblick auf das Rennen am Sonntag. Die in Rot markierten Supersoft-Pneus von Pirelli wurden auf Haltbarkeit getestet. Dabei wurde sehr deutlich, dass man von der sogenannten Option-Variante im Rennen nicht allzu viel erwarten darf.

"Die Reifen sind sehr weich, man muss gut haushalten", drückt Vettel den rapiden Abbau des Gummis sehr diplomatisch aus. Nach nur drei Umläufen auf der weicheren Mischung waren die Rundenzeiten schon um rund zwei Sekunden höher als zu Beginn. Allerdings konnten die McLaren- und Ferrari-Piloten das Tempo etwas länger im erträglichen Bereich halten als Red Bull. Das Weltmeisterteam hat noch Arbeit vor sich.

Auch bei Mercedes muss man noch zulegen. Zwar waren Nico Rosberg (7./1:22.121) und Michael Schumacher (8./1:22.440) die schnellsten Verfolger der drei Topteams, aber der Rückstand von über einer Sekunde ist hoch. "Wir müssen noch etwas tun", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Hinter den beiden deutschen Silberpfeilen platzierten sich die Force-India-Piloten Paul di Resta und Adrian Sutil.

Auf den Plätzen elf und zwölf drehten die beiden Sauber von Kamui Kobayashi und Sergio Perez zwar keine Fabelrunden, aber es wurde im Verlauf der Session wieder einmal deutlich, dass das Schweizer Auto sanft zu den Reifen ist. Dies könnte im Rennen am Sonntag zur großen Trumpfkarte im Kampf um WM-Punkte werden. Hinter Rubens Barrichello (Williams) war Nick Heidfeld auf Platz 14 bester Renault-Pilot.

Die Franzosen haben nach wie vor Sorgen mit dem Auspuffsystem. Am Fahrzeug von Witali Petrow (17.) wurde ernneut intensiv umgebaut. Der Russe hätte aber durchaus weiter vorn im Klassement landen können. Auf seiner ersten Runde mit superweichen Reifen wurde er im Verkehr deutlich aufgehalten, verlor allein im letzten Sektor dadurch fast eine Sekunde. Bei freier Fahrt wäre Petrow wohl vor Heidfeld gelandet.

Während Toro Rosso und Lotus im Niemandsland unterwegs waren, dürften die Verantwortlichen bei Marussia-Virgin und HRT tiefe Sorgenfalten im Gesicht haben. Alle Piloten der beiden Teams schafft nicht den Sprung unter die 107-Prozent-Marke. Timo Glock (21./1:26.823) müsste im Qualifying in Relation zur Spitze noch mindestens zwei Zehntelsekunden finden, um im Rennen starten zu dürfen.

Die Wetteraussichten für die kommenden beiden Tage sind stabil. Es wird zwar keine Hitze, aber wenigstens konstant sommerliches Wetter erwartet. Bei Werten um 25 Grad soll es durchweg trocken bleiben. Am heutigen Freitag hatten immer mal wieder graue Wolken einigen Regen angedroht, der aber über die Strecke hinweg gezogen war.

Fotoquelle: xpb.cc

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