Ross Brawn glaubt, dass zwölf Testtage im Winter ausreichend sein können

Formel 1 2011

— 01.08.2011

Größere Abstände zwischen Wintertests geplant

Mercedes-Teamchef Ross Brawn kann mit nur noch zwölf Testtagen im Winter leben, wünscht sich dafür aber größere Abstände dazwischen

In der vergangenen Woche entwickelte die Teamvereinigung FOTA (der bis auf HRT alle Rennställe angehören) einen Vorschlag, wie das Testverbot während der Saison in Zukunft ein wenig gelockert werden könnte. Einige Teams sowie FIA-Präsident Jean Todt hatten den Wunsch geäußert, dass es ab 2012 auch zwischen den Rennen wieder Gelegenheit geben soll, Neuentwicklungen nicht nur mittels Simulation auszuprobieren.

Die FOTA hat sich aus Kostengründen darauf beschränkt, im Winter maximal 15 Testtage (mit jeweils nur einem Auto pro Team) abzuhalten und zwischen erstem und letztem Saisonrennen (abgesehen von Geradeausfahrten) gar nicht mehr zu testen. Nun will man vor dem ersten Rennen drei Viertagestests abhalten und dann eine weitere dreitägige Session zwischen dem ersten Rutsch an Überseerennen und dem Auftakt der Europasaison.

Wintertests schon am Limit?

Damit werden allerdings die ohnehin schon knappen Wintertests weiter reduziert. Doch das will man durch eine optimierte Terminplanung kompensieren: "Der Plan ist, die Wintertests mit etwas größeren Zeitabständen dazwischen weiter zu streuen", erklärt Ross Brawn. "In der Vergangenheit haben wir herausgefunden, dass zwischen den Tests nicht genug Zeit ist, um wirklich etwas zu unternehmen, falls man am Auto etwas aussortieren muss. Das war eine intensive Zeit, die alle als sehr schwierig empfunden haben."

"Drei gute Tests mit einem gewissen Zeitabstand dazwischen, den man zum Arbeiten nutzen kann, halte ich für eine gute Lösung", meint der Mercedes-Teamchef. Konkret bedeuten zwölf statt 15 Tage Wintertests aber, dass jeder Fahrer nur noch sechs Tage lang Zeit hat, um sich an sein neues Arbeitsgerät zu gewöhnen - oder sogar noch weniger, weil vor allem die kleineren Teams die Wintertests häufig nutzen, um neben den Stammpiloten auch andere Fahrer zu evaluieren.

Force-India-Testfahrer Nico Hülkenberg findet den auf dem Tisch liegenden Vorschlag daher "gut", aber: "Ich würde die 15 vor der Saison lassen. Und ich würde zwei, drei Dreitagestests machen: einen nach Übersee, einen in der Sommerpause und einen übers Jahr verteilt. Zwölf Testtage im Winter sind nicht viel, zumal die ja zwischen zwei Fahrern geteilt werden - und manchmal fährt auch noch ein Ersatzfahrer. Das bedeutet sechs Tage Maximum - nicht gerade viel."

Tests am Montag nach dem Rennen?

Je mehr getestet wird, desto höher aber auch die Kosten. "Mein Team", lacht Hülkenberg, "ist auch nicht so ein Befürworter, ich aber schon. Die Teams haben viele Leute des Testteams abgebaut. Jetzt wieder testen zu gehen, da sind nicht alle so dafür." Daher könnte er sich gut vorstellen, Kosten zu sparen, indem (nach MotoGP-Vorbild) manch ein Montag nach einem Grand Prix genutzt wird, um etwas länger an der Strecke zu bleiben und gleich vor Ort zu testen. Das würde Reise- und Logistikaufwand minimieren.

"Wenn man beim ersten Europarennen einfach noch bleibt und wir Montag und Dienstag testen, kostet das nicht die Welt. Klar sind da Kosten, aber ich glaube, das lässt sich relativ gut kontrollieren", argumentiert der Deutsche und spricht damit dem Reifenhersteller aus dem Herzen: "Mich würde interessieren, wo wir testen würden. Über einige Vorschläge wäre ich nicht so glücklich. Wenn wir auf einer aktuellen Formel-1-Rennstrecke fahren würden, dann wäre es sehr nützlich", sagt Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Die Testfahrten wieder auf das früher gewohnte Niveau ausufern zu lassen, steht aber für niemanden zur Diskussion: "Wir haben ja keine Testteams mehr, aber die Jungs haben da extrem lange Arbeitstage und fahren direkt von einem Test zum nächsten", erklärt Brawn. "Der Plan ist, drei große Wintertests mit jeweils ungefähr einer Woche dazwischen zu haben, und dann noch einen nach den Übersee- und vor den Europarennen. Das ist ein besseres Programm."

Fotoquelle: Mercedes

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