Paul Hembery ist stets um den Mehrwert für die gesamte Formel 1 bemüht

Formel 1 2011

— 02.08.2011

Hembery: "Haben unseren Beitrag geleistet"

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery zieht vor Beginn der Sommerpause zufrieden Bilanz, sieht aber weiterhin Bereiche für Verbesserungen

Das Formel-1-Comeback von Reifenhersteller Pirelli kann nicht erst seit dem Grand Prix von Ungarn am vergangenen Wochenende als gelungen angesehen werden. Der Mehrwert, den die Mitglieder der italienischen Firma rund um Motorsportchef Paul Hembery der Formel-1-Szene durch ihre Reifenmischungen beschert haben, liegt angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Strategien während der diesjährigen Rennen auf der Hand.

Der Auftritt der Königsklasse auf dem Hungaroring lieferte nur einen weiteren Beweis für die "neue" Formel 1, an der die Pirelli-Pneus neben den technischen Innovationen wie DRS maßgeblichen Anteil haben. "Die ersten fünf Fahrer im Rennen setzten auf vier verschiedene Strategien", stellt Hembery mit Blick auf den Grand Prix am vergangenen Wochenende heraus. "Letztlich kam es darauf an, wie gut jeder Fahrer bei den rutschigen Bedingungen mit den Slicks zurechtkam."

Die bisherigen Rennen der Saison 2011 fand der Brite eigener Aussage zufolge "sehr aufregend". "Speziell in Ungarn sind spannende Rennen eher eine Seltenheit", merkt er an und verweist darauf, dass er die diesjährige Ausgabe des Grand Prix aufgrund der ständigen Wendungen "faszinierend" fand. "Hoffentlich geht es bei den verbleibenden Rennen so weiter."

"Zu Saisonbeginn haben wir natürlich gehofft, dass wir nach elf Rennen so dastehen werden, wie wir es jetzt tun", freut sich der Pirelli-Motorsportchef und fügt an: "Auch wenn Sebastian Vettel derzeit einen großen Vorsprung in der Weltmeisterschaft aufweist, so bleibt es weiterhin spannend. Die Kämpfe um die Podestplätze sind jedesmal aufs Neue interessant. Für die Fans ist das eine tolle Sache."

Witterungsbedingungen als zusätzliche Herausforderung

Nach zuletzt drei Rennen in Folge, bei denen die Ausgangslage aufgrund der wechselhaften Witterungsbedingungen zusätzlich interessant gemacht wurde, erwartet Hembery für den anstehenden Grand Prix von Belgien keine einfache Wahl in puncto mitzubringender Reifenmischungen. "Wir hatten zuletzt drei Regenrennen in Folge. Jetzt geht es nach Spa, eine Strecke, die ebenfalls für ihre wechselhaften Wetterverhältnisse bekannt ist."

Für das Wochenende auf der "Ardennen-Achterbahn" erwartet der Brite daher eine ähnliche Situation wie beim britischen Grand Prix, wo ein Teil der Strecke nass war, während andere Teile noch trocken waren. "Bei den wechselhaften Bedingungen in Silverstone haben sich die Intermediates bewährt", sagt er und fügt an: "Natürlich könnte es auch passieren, dass wir in Spa hohe Temperaturen haben werden. Insofern wird die Auswahl der beiden Slick-Mischungen nicht einfach werden."

Für Rennen wie Singapur, wo es aufgrund der geographischen Lage auch jederzeit regnen kann, werden die Teams ähnlich wie in Ungarn "verstärkt auf die superweiche Mischung setzen", vermutet Hembery. In Singapur - einer Strecke die für Pirelli komplettes Neuland darstellt - kommt als zusätzliche Herausforderung dazu, "dass es ein Nachtrennen ist und die Temperaturunterschiede dort enorm sein können", so der Pirelli-Motorsportchef, der ergänzend hinzufügt: "Ich glaube nicht, dass wir den Hard-Reifen in dieser Saison noch oft einsetzen werden."

Weitere Verbesserungen in der Pipeline

Wenngleich sich Hembery mit dem bisherigen Verlauf der Comeback-Saison des italienischen Reifenherstellers zufrieden zeigt, so macht er gleichzeitig deutlich, dass es nach wie vor Bereiche gibt, in denen man noch zulegen kann. "Man darf nicht vergessen, dass wir nur sehr begrenzte Testmöglichkeiten mit den Teams hatten. Meiner Meinung nach haben wir unseren Beitrag zu spannenderen Wochenenden geleistet. Gleichzeitig sind wir stets bestrebt, die bestmögliche Leistung abzuliefern."

Dabei bezieht sich der Brite "sowohl auf die einzelnen Mischungen als auch auf die Kennzeichnung der Reifentypen für die Fans", wie er sagt. "Auch was die einzelnen Strecken und ihre jeweiligen Eigenheiten betrifft, so haben wir hier und da noch Nachholbedarf." Grundsätzlich gäbe es verschiedene Bereiche, in denen man seitens Pirelli noch zulegen könne. "Am Ende der Saison sollten wir in vielen Dingen ein wesentlich klareres Bild haben als momentan", vermutet Hembery.

In einem Punkt ist er sich dagegen bereits sicher: Die Reifenmischungen für die Saison 2012 werden sich von den diesjährigen unterscheiden. "Für die kommende Saison könnte ich mir vorstellen, dass der Medium-Reifen zum neuen Hard-Reifen werden wird. Der neue Medium wird dann von der Mischung her zwischen dem derzeitigen Medium und dem Soft-Reifen liegen."

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