Nick Heidfeld wurde nach dem Boxenstopp heiß unter seinem Hintern

Formel 1 2011

— 03.08.2011

Jordan: Zweites Renault-Feuer inakzeptabel

Eddie Jordan versteht nicht, wie es bei Renault nach Barcelona ein zweites Mal dazu kommen konnte, dass ein Auto in Flammen aufgeht

Nach dem Flammeninferno im Freien Training in Barcelona musste Nick Heidfeld am vergangenen Wochenende in Budapest schon wieder aus einem brennenden Renault steigen. Diesmal gab es nach einem um vier Sekunden zu langen Boxenstopp ein Feuer beim Rausfahren aus der Boxengasse, das zum Glück glimpflich ausging.

Aber: "Zwei Feuer an zwei verschiedenen Rennwochenenden sind inakzeptabel", kritisiert 'BBC'-Experte Eddie Jordan den neuerlichen Defekt bei Renault. "Irgendetwas stimmt da nicht. Du hast einmal ein Feuer, okay. Das sollte es dann aber gewesen sein, weil du dir alle Möglichkeiten anschaust, wie es dazu kommen konnte. Aber dass es ein zweites Mal auftritt, ist für die Formel 1 nicht normal, denn die Menschen hier sind normalerweise dazu in der Lage, solche Defekte auszubessern."

Doch Teamchef Eric Boullier lässt die Kritik nicht unkommentiert auf sich sitzen und unterstreicht gegenüber der 'BBC', dass das Problem "diesmal ein ganz anderes" gewesen sei: "In Barcelona gab ein kleines Loch am Auspuff und dadurch konnte das heiße Gas ins Auto strömen." Relativ sicher kann man inzwischen jedoch behaupten, dass die beiden Feuer ohne das Front-Auspuffsystem von Renault nie zustande gekommen wären.

"Das Design wurde für ein fahrendes und nicht für ein stehendes Auto gebaut", räumt Boullier ein und erklärt: "Wir hatten ein Problem bei Nicks Boxenstopp. Eine Radmutter hatte sich verklemmt und so funktionierte der Schlagschrauber nicht. Das Auto war also länger in der Luft und der Motor lief mit hoher Drehzahl. Dafür ist unser Design nicht ausgelegt. Daher wurde der Auspuff zu heiß und es kam zur Explosion."

Das Team hätte Heidfeld via Funk informieren sollen, vom Gas zu gehen, weil der Boxenstopp länger als erwartet dauerte. Allerdings kostete die Verzögerung gerade mal vier Sekunden, was unter normalen Umständen kein Problem sein sollte. "Natürlich nicht, aber es ist schon eins, wenn du am Drehzahlbegrenzer anschlägst", so Boullier. Und warum ist Heidfeld nicht vom Gas gegangen? "Weil er jeden Moment hätte niedergelassen werden sollen, damit er wegfahren kann", antwortet er.

'BBC'-Experte Martin Brundle zweifelt an dieser Darstellung des Teams: "Am Start stehen sie eine halbe Minute, aber nur im Vierzylinder-Modus. Warum sollte ein Fahrer im vollen Achtzylinder-Modus Vollgas geben? Das ist mir nicht ganz klar", wundert er sich und kritisiert Renault: "Sie haben ein extrem langes Auspuffrohr, das durch die ganze Seite des Autos hindurchführt, noch dazu in falscher Richtung." Noch, denn ab Spa-Francorchamps soll ein neues Auspuffsystem eingesetzt werden...

Fotoquelle: xpb.cc

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