Für Nico Hülkenberg gibt es nur ein Ziel: 2012 wieder Formel-1-Rennen fahren

Formel 1 2011

— 04.08.2011

Hülkenberg: Beförderung hängt an einer Option

Keine Stammplatz-Garantie für 2012: Nico Hülkenberg spricht über seine Chancen bei Force India und kann sich inzwischen auch vorstellen, einen Sponsor mitzubringen

Nico Hülkenberg möchte 2012 unbedingt wieder Grands Prix bestreiten, sonst würde er seine Karriere in der Formel 1 zumindest unterbrechen und in eine andere Rennserie wechseln. Dass er bei Force India vom Test- ins Renncockpit befördert wird, ist zwar eine Möglichkeit, aber nach aktuellem Stand der Dinge keineswegs in Stein gemeißelt.

Dabei hatte Hülkenbergs Ex-Manager Willi Weber vor der Vertragsunterschrift bei Force India im Interview mit 'Motorsport-Total.com' klargestellt, dass ein Testvertrag nur dann in Frage kommt, wenn ein Renncockpit für die Saison danach garantiert ist. Der deutsche Starmanager, von dem sich Hülkenberg im Mai getrennt hat, blieb bei dieser Aussage auch nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung: "Sonst macht es keinen Sinn", betonte er damals.

Garantierte Beförderung nur Wunschgedanke

Doch offenbar ist es entgegen Webers Andeutungen im Januar nicht gelungen, dieses Szenario verbindlich im Testvertrag niederschreiben zu lassen: "Das war natürlich ein Wunschgedanke von ihm und von mir - das wäre die ideale Situation", erklärt Hülkenberg im aktuellen Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Realität ist aber, dass das Team eine Option auf mich besitzt. Diese können sie ziehen oder es aber auch lassen."

Allerdings ist die Option nicht auf 31. Juli datiert, wie das bei Fahrerverträgen in der Formel 1 oft der Fall ist: "Das wird später im Jahr sein, aber das genaue Datum kann ich auch nicht sagen", so der 23-Jährige. Schon zuvor hatte Teamchef Vijay Mallya erklärt, dass er seine Fahrerentscheidung erst im Dezember treffen wird. Das bedeutet möglicherweise eine lange Wartezeit, aber: "Ob ich dazu bereit bin, ist wurscht. Wenn er sagt, es ist so, dann ist es halt so. Danach müssen wir uns richten."

Ein weiteres Jahr als Testfahrer hat Hülkenberg am vergangenen Wochenende ausgeschlossen: "Falls ich nirgendwo unterkomme, um Rennen zu fahren, würde ich mir Alternativen in anderen Rennserien suchen." Auch dann, wenn er als Testfahrer bei Ferrari oder McLaren unterkommen könnte? "Da würde man ja nicht testen", winkt er ab. "Bei den Teams würde man ja noch nicht einmal freitags fahren können, von daher ist das schon eine definitive Aussage."

Definitiv nicht länger Testfahrer

"Ich muss nächstes Jahr unbedingt Rennen fahren. Testfahrer kommt für mich nicht mehr in Frage", unterstreicht der Polesetter von Brasilien 2010, kurz vor seinem Rausschmiss bei Williams. Notfalls würde er dafür auch Sponsorengeld in die Waagschale werfen, was sein Ex-Manager Weber immer ausgeschlossen hat. Doch sein neuer Manager Timo Gans, früher bei Webers Managementfirma für Hülkenberg zuständig, scheint manche Themen anders anzupacken.

"Ich denke, man muss einfach den weiten Blickwinkel haben", schließt Hülkenberg nun nicht mehr aus, mit einem Sponsor im Gepäck bei einem Team anzuklopfen. "Talent und Fahrkönnen sind natürlich schon gefragt, aber wenn ein bisschen Geld mitgebracht werden kann, umso besser, na klar! Wenn ich es schaffe, einen Sponsor zu einem Team mitzubringen, dann wird das meine Position nur noch stärken. Wenn das klappen würde, würde ich das auch machen."

Ob es Meinungsverschiedenheiten wie diese waren, die zur Trennung zwischen Hülkenberg und Weber geführt haben, ist unklar. Der Force-India-Testfahrer will darauf zumindest im Interview nicht genauer eingehen: "Es sind ein paar Sachen zwischen uns passiert, die ich nie in der Öffentlichkeit breittreten werde, aber es gab persönliche Gründe für mich. Darum habe ich diese Entscheidung getroffen", meint er nur.

Fotoquelle: xpb.cc

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