Vor 20 Jahren begann in bei Jordan die Karriere von Michael Schumacher

Formel 1 2011

— 04.08.2011

Schumacher und Spa: Ein spezielles Rendezvous

Dieses Jahr feiert Michael Schumacher sein 20-Jähriges in der Formel 1 und wagt einen Rückblick auf das erste Rennen, den ersten Sieg und den letzten Titel

Am 25. August 1991 begann in Spa-Francorchamps die einzigartige Karriere von Michael Schumacher. Basierend auf einer Lüge seines Managers Willi Weber erhielt er ein Cockpit bei Jordan. Weber machte Teamchef Eddie Jordan weis, dass der Kerpener reichlich Erfahrung auf dem Ardennenkurs hatte. In Wahrheit war Schumacher nie zuvor dort gefahren.

Das Team des Iren stand auf wackeligen Beinen. In der Debütsaison war Jordan auf eine finanzielle Mitgift der Piloten angewiesen. Weber unternahm alles, um den talentierten Deutschen in ein Formel-1-Auto zu bekommen. Auf den Vorschlag, Schumacher in Spa fahren zu lassen, antwortete Jordan: "Schumacher, who?" Webber erinnert sich: "Jordan bat mich um Bedenkzeit. Doch die bekam er nicht, ich rief ihn stündlich an."

Mercedes sicherte Debüt

Dank der Mitgift von 150.000 Britischen Pfund, die durch Mercedes garantiert wurde, und einen vielversprechenden Test in Silverstone konnte Schumacher letztendlich starten. Erst am Donnerstag erfuhr er von seinem Manager, dass er Jordan bezüglich der Erfahrungen in Spa angelogen habe. Schumacher zuckte zusammen und bat Weber, die Lüge aufzudecken.

"Also bin ich zu Eddie gegangen und sagte ihm, dass ich mich getäuscht habe. Die Strecke, die Michael so gut kennen würde, wäre nicht Spa, sondern Zolder, worauf Jordan kurzerhand ausflippte und mich fragte, was wir jetzt tun sollen. 'Nichts', sage ich. 'Lass den Jungen fahren'", wurde Weber in einer älteren Ausgabe von 'Motorsport aktuell' zitiert.

Das Team bat den Teamkollegen Andrea de Cesaris, Schumacher am Donnerstag die Strecke und deren Schlüsselstellen mit einem Mietwagen zu zeigen. Da dieser keine Lust hatte, griff der Deutsche zu einem geliehenen Fahrrad und erkundete die Strecke selbst. Nach der Besichtigung ging es für Schumacher und Manager Weber allerdings nicht in ein Hotel. Das Ziel war eine Jugendherberge.

Startplatz sieben und der Ausfall

Bereits im Freitagstraining ließ der Debütant aufhorchen. Er behauptete sich konstant in den Top 10 und schilderte dem Team genau, was sie am Auto verbessern können. Das Ergebnis nach den zwei gewerteten Trainingstagen war Position acht. Da die Zeit von Williams-Pilot Riccardo Patrese gestrichen wurde, rückte der Jordan-Pilot auf Startplatz sieben vor.

Im Rennen blitzte sein Talent bereits in der ersten Kurve auf. Er ging an Jean Alesi und Nelson Piquet vorbei und fuhr als Fünfter durch Eau Rouge. Doch dann war Schluss. Ohne Vortrieb rollte der spätere Rekordchampion aus. "Der Ausfall war nicht nur in diesem Moment enttäuschend, sondern auch danach, als ich das Rennen verfolgt habe. Ich war zu diesem Zeitpunkt eine Sekunde schneller als mein Teamkollege. Er war Zweiter. Das war enttäuschend", schildert Schumacher.

Ab dem Folgerennen startete der Kerpener für Benetton. Bei seinem zweiten Rennen in Spa holte er sich auch gleich den ersten Sieg. Im unterlegenen Auto verwies er die beiden dominanten Williams von Nigel Mansell und Patrese auf die Positionen. Zum Saisonende lag er mit seinem Benetton auf Rang drei, noch vor Ayrton Senna.

Hill gedemütigt

Bemerkenswert war auch das Rennen 1995. Schumacher hatte im Vorjahr seinen ersten Titel geholt und war auf dem besten Weg, diesen Erfolg zu wiederholen. Im Qualifying kam er durch ein Technikproblem lediglich auf Startplatz 16. Im Nassen fuhr er später zum Sieg. Bescheiden erklärte er: "Das war nur möglich, weil das Wetter plötzlich umgeschlagen hatte." Mit Slicks konnte er Hauptkonkurrent Damon Hill hinter sich lassen, was einer Demütigung gleich kam.

Dem 20-jährigen Jubiläum blickt er hoffnungsvoll entgegen: "Ja, es ist ein sehr spezielles Rendezvous. Das werden dann 20 Jahre Formel 1 sein, mit einer Pause von drei Jahren. Ich schreibe jetzt mein zweites Kapitel und habe sehr gute Erinnerungen an Spa: mein erstes Rennen, der erste Sieg, mein letzter WM-Titel."

Damals und heute

2004 gelangen dem Rekordweltmeister 13 Siege in 18 Rennen. Durch seine Dominanz sicherte er sich beim 700. Grand Prix von Ferrari in Spa den siebten und bisher letzten Titel seiner beispiellosen Karriere. Es war zudem der sechste Konstrukteurstitel für die Roten in Folge. Aktuell ist Schumacher weit weg von solchen Erfolgen.

Dennoch verliert er nicht den Mut: "Jetzt schließt sich der Kreis und ich arbeite an einem neuen Kapitel. Hoffentlich endet es positiv. Spa ist eine große Herausforderung für unsere Performance. Da es das 20-jährige Jubiläum ist, möchte man sich natürlich gut schlagen", berichtet der Mercedes-Pilot.

Seinen siebten Sieg schließt er aber aus: "Ich würde liebend gerne gewinnen und wie in der Vergangenheit ein gutes Resultat holen. Ich glaube aber, dass wir in diesem Jahr nicht daran denken dürfen, sondern die Realität im Auge behalten sollten. Wir sollten mit Punkten zufrieden sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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