Der Nürburgring scheint bei den Fahrern etwas beliebter zu sein als Hockenheim

Formel 1 2011

— 04.08.2011

Nürburgring hat mehr Fans als Hockenheim

Die Formel-1-Stars möchten beide deutschen Strecken behalten, äußern aber mehrheitlich eine leichte fahrerische Präferenz für den Nürburgring

Die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz möchte die Subventionen für die Formel 1 streichen, weshalb derzeit noch nicht feststeht, ob die Königsklasse des Motorsports je wieder an den Nürburgring zurückkehren wird. Sollte es tatsächlich so kommen, würde das aber bei vielen Protagonisten im Fahrerlager Bedauern auslösen.

Denn der Nürburgring scheint die beliebtere der beiden deutschen Rennstrecken zu sein: "Mir gefällt der Nürburgring, das Layout dieser Strecke, besser", erklärt zum Beispiel Nick Heidfeld. "Hockenheim fand ich früher sehr schön, als es noch die langen Geraden gab. Jetzt ist der Kurs nicht schlecht, doch der Nürburgring ist spannender." Eine Meinung, mit der der Renault-Pilot alles andere als alleine dasteht, wie eine Umfrage unter den Fahrern ergeben hat.

"Ich denke, ich mag den Nürburgring lieber", stimmt Felipe Massa Heidfeld zu. "In Bezug auf das Fahren macht es hier etwas mehr Spaß, denn es geht rauf und runter. Hockenheim ist nett, aber wenn man sich entscheiden müsste, würde es hier etwas mehr Spaß machen." Lewis Hamilton nickt zustimmend: "Ich muss sagen, dass mich diese Strecke tief beeindruckt. Wenn es um die Strecke geht, bevorzuge ich den Nürburgring."

Button ist ein Nürburgring-Fan

"Der Nürburgring ist eine gute Strecke, macht Spaß", fügt Hamiltons McLaren-Teamkollege Jenson Button an. "Manche Kurven hängen ein bisschen schräg und es gibt auch Höhenunterschiede. Ich genieße es aber auch, in Hockenheim zu fahren. Die alte Strecke mit dem Wald war phänomenal, aber selbst die neue ist schön zu fahren. Außerdem wird dort viel überholt. Beides sind schöne Strecken und es passt, dass sie sich abwechseln."

"Mehr Spaß beim Fahren" hat auch Vitantonio Liuzzi auf dem Nürburgring: "Ich liebe diese Strecke", gibt der HRT-Pilot zu Protokoll. "Es geht hoch und runter - es ist ein bisschen wie Spa. Der Wetter mag eine Schattenseite im Vergleich zu Hockenheim sein, aber ich mag unvorhersehbare Rennen. Der Nürburgring hat dieses Plus." Nicht erst einmal war das berühmt-berüchtigte Eifelwetter ein rennentscheidender Faktor.

Zudem outet er sich als Fan von "Rennstrecken der alten Schule", sagt Liuzzi und fügt an: "Das alte Hockenheim hätte mit einem Formel-1-Auto sicherlich viel Spaß gemacht. Spa-Francorchamps ist noch immer meine Lieblingsstrecke. Mit sind die alten Kurse lieber, deshalb ziehe ich den Nürburgring vor. Dieser Kurs hat eine große Geschichte. Das trifft auch auf Hockenheim zu, dessen bin ich mir bewusst. Der Nürburgring gefiel mir aber trotzdem immer besser."

Auch für Glock ist der Nürburgring "etwas Spezielles, weil er für mich 2007 so etwas wie der Türöffner zur Formel 1 war. Ich hatte damals Gespräche mit Toyota, und da hieß es, dass es gut wäre, wenn ich auf der Pole-Position stehen und das GP2-Rennen gewinnen würde. Das würde die Entscheidung sozusagen etwas vereinfachen. Das war natürlich ein Spaß, aber wenn so etwas in den Raum geschmissen wird, dann weiß man, dass da etwas Wahres dran ist."

Glocks Erinnerungen an den Nürburgring

"Ich habe auf der Pole gestanden und das Rennen gewonnen. Das war dann tatsächlich der Türöffner und der Schritt in Richtung Formel 1", erinnert er sich. "Aber auch in Hockenheim hatte ich viele tolle Rennen. Natürlich ist der Kurs nur 45 Minuten von meiner Heimat entfernt, somit ist Hockenheim natürlich mein wirkliches Heimrennen. Ich finde, beide Strecken haben etwas Besonderes. Es ist viel Geschichte mit ihnen verbunden."

Indes hofft Nico Rosberg "auf jeden Fall, dass der Nürburgring auch in Zukunft an Bord bleibt. Das wäre großartig." Sein Mercedes-Teamkollege Michael Schumacher äußert hingegen keine klare Präferenz und erklärt, er würde am liebsten "beide" Strecken behalten. Aber wenn du dich für eine entscheiden müsstest, Michael? "Muss ich nicht", entgegnet der siebenfache Weltmeister mit einer abfälligen Handbewegung.

Dabei hat er auf dem Nürburgring sogar eine nach ihm benannte Kurve: "Das ist schon eine klasse Sache, gar keine Frage, und macht mich auch stolz", gibt Schumacher zu. "Die erste Runde am Freitagmorgen habe ich das natürlich ein bisschen bewusster wahrgenommen, weil ich langsam fahren konnte und in dem Moment das wirklich genießen konnte, ohne mich auf die Fahrt selbst konzentrieren zu müssen."

Hamilton ist seit dem Umbau auch von den Anlagen "tief beeindruckt", wie er unterstreicht: "Als ich am Mittwochabend angekommen bin, war ich überwältigt, sogar im Vergleich zum Vorjahr - sie haben noch mehr gemacht und es sieht jetzt wirklich sehr professionell aus. Das hält dem Vergleich mit den besten Strecken der Welt stand", meinte er am diesjährigen Rennwochenende. "Ich hoffe, dass wir diesen Grand Prix behalten und noch viele Rennen hier fahren werden."

Nordschleife immer noch beliebt

"Außerdem ist die Nordschleife gleich nebenan, was ein großes Plus ist, denn dort kann man ein bisschen Spaß haben. Die Strecke ist großartig und hat sich in den vergangenen Jahren nicht allzu stark verändert", lobt der McLaren-Pilot. "Ich bin dort einmal mit einem Audi A3 gefahren", wirft Liuzzi ein. "Das war eine tolle Sache, die ich sehr genossen habe. Es gibt viele blinde Kurven und viele Höhenwechsel. Ich weiß gar nicht, wie die Fahrer alle Kurven im Kopf haben können!"

Mit einem Formel 1 auf der alten Nordschleife zu fahren, hält der HRT-Routinier für unmöglich: "Das wäre zu viel. Ein solches Fahrzeug würde doch ständig aufsetzen", vermutet er - nicht wissend, dass Heidfeld 2007 einen damals recht aktuellen Formel-1-BMW durch die "Grüne Hölle" chauffiert hat. Zu gerne würde er das auch einmal erleben: "Das muss fantastisch gewesen sein. Das sollte ich mir vielleicht ansehen", so Liuzzi.

Für die Zukunft wünschen sich die meisten Formel-1-Piloten, dass es bei der Rotation zwischen Nürburg- und Hockenheimring bleibt: "So, wie es bisher lief, fand ich es gut. Ich hoffe, dass man das wieder so regeln kann", findet etwa Heidfeld, und Landsmann Glock fügt an: "Ich würde es so beibehalten, wie es im Moment ist, also Jahr für Jahr wechseln. In meinen Augen wäre es die beste Option, wenn es so weiterlaufen würde wie bisher."

Auch bei den Fans halten sich die Präferenzen die Waage. In einem von 'Motorsport-Total.com' durchgeführten Online-Voting geben zwar 42,1 Prozent der Befragten an, dass ihnen das Rennen auf dem Nürburgring besser gefällt als jenes auf dem Hockenheimring (34,97 Prozent), allerdings lässt sich die kleine Diskrepanz möglicherweise dadurch erklären, dass der Nürburgring durch das Rennen in diesem Jahr noch besser im Gedächtnis ist. 22,93 Prozent finden beide Strecken gleich gut.

Fotoquelle: xpb.cc

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