Vettel nützt die Sommerpause, um für die Übersee-Rennen zu trainieren

Formel 1 2011

— 11.08.2011

Sommerpause: Wo laden die Piloten ihre Batterien auf?

Sebastian Vettel macht es den meisten Deutschen nach, Heikki Kovalainen liebt es unkonventionell - Was die Fahrer in der Sommerpause tun

Die Formel 1 macht Pause. Zumindest für zwei Wochen, auch wenn ganze vier Wochen zwischen den Rennen in Ungarn und Belgien liegen. In der traditionellen Sommerpause, die sich die Teams selbst auferlegen, damit die Teammitglieder ihre Batterien für die kräftezehrende zweite Saisonhälfte aufladen können, müssen die Fabriken geschlossen bleiben - nicht einmal dienstliche Emails dürfen geschrieben werden.

Was bleibt da den Piloten anderes übrig, als selbst Urlaub zu machen und auszuspannen. Weltmeister Sebastian Vettel tat es den meisten Deutschen gleich - der Heppenheimer verbringt die Formel-1-freie Zeit auf Mallorca. Bloß die Urlaubsgestaltung unterscheidet sich dann doch etwas: Der 24-Jährige macht einen weiten Bogen um den "Ballermann" und schottet sich in der Bergwelt der Ferieninsel ab.

Vettels untypischer Mallorca-Urlaub

"Ich bin das ganze Jahr unterwegs, habe sehr viel Hektik, sehr viel Stress, keine Zeit. Dann bin ich sehr froh, wenn ich an einem Ort abtauchen kann, wo Ruhe herrscht", erklärt der souveräne WM-Leader seine Herangehensweise gegenüber 'Sport Bild'. "Man kommt auf einen Berg, und plötzlich ist nichts. Komplette Ruhe. Deshalb genieße ich es, in den Bergen zu sein."

Doch selbst in der Ruhe der Berge auf Mallorca steht für Vettel die Formel 1 im Vordergrund. Mit Mountainbike-Fahren und Klettern bereitet er sich auf die entscheidende Phase dieser Saison vor. "Ich trainiere jetzt schon auf die kommenden Rennen in Übersee hin. Dort muss man besonders gut vorbereitet sein, weil in Singapur beispielsweise ganz andere klimatische Verhältnisse herrschen als bei uns in Europa. Dazu kommt noch der Zeitunterschied von mindestens sechs Stunden", so Vettel.

Webbers "private" Vertragsverhandlungen

Teamkollege Mark Webber war ebenfalls in luftigen Höhen - mit einem Helikopter. "Das war kein normaler Flug, ich war mit einem Red-Bull-Aerobatikpiloten unterwegs", verriet der "Aussie" via 'Twitter'. Arbeitgeber Red Bull unterzog ihn vor seinem Auftritt beim Haussender 'ServusTV' auf dem Salzburger Flughafen einem besonderen Test. "Ich hätte beinahe die Tüte benutzt", gibt Webber nach den aufregenden Flugmanövern zu.

Auch der WM-Zweite kann diesen Sommer nicht ganz von der Formel 1 abschalten. Er verhandelt mit Teamchef Christian Horner über einen neuen Vertrag für die kommende Saison - im privaten Rahmen ist dies erlaubt. Der Vorteil: Webber wohnt wie Horner in einem kleinen Dorf in der Nähe des Teamsitzes in Milton Keynes. Der Nachteil: Beide sind damit Opfer des kühlen europäischen Sommers.

Buttons Traumreise

Ganz im Gegensatz zu Jenson Button, der wie schon zu Weihnachten ins ferne Hawaii flüchtete. Auch abgesehen davon kann er die Sommerpause von allen Piloten am meisten genießen: Er verließ den Hungaroring als Sieger - ein Gefühl, das bis zum nächsten Rennen in Spa-Francorchamps Ende August anhalten wird.

"Das Auto ist wirklich konkurrenzfähig, wir gehen also in einer großartigen Position in die Pause und fühlen uns sehr zuversichtlich", machte der Brite via 'Twitter' seiner Stimmungslage Luft. Bloß einen kleinen Schönheitsfehler hatten die ersten Urlaubstage: "Ich habe heute Morgen etwas Jetlag hier auf Hawaii. Aber wen kümmert es bei dieser Aussicht auf die wunderschöne Küste, außerdem hat es 30 Grad."

"Schumi" ganz der Familienmensch

Nico Rosberg teilt mit Button offenbar nicht nur das Hobby Triathlon und die Begeisterung für schnelle Autos, beide verbringen ihre Sommerpause auch auf Inseln mit herrlichen klimatischen Bedingungen. Der Mercedes-Pilot weilt derzeit mit seiner Freundin Vivian auf Ibiza. Teamkollege Michael Schumacher liebt es dieses Jahr hingegen bodenständiger. Er bleibt zuhause bei Frau und Kindern in der Schweiz.

Einen ähnlich familiäre Sommerpause würde sich auch Schumachers Erzrivale Rubens Barrichello wünschen. Doch der Stundenplan der Kinder durchkreuzte die Pläne des Brasilianers. "Schade, dass die Kinder in meinem kurzen Urlaub schon wieder in der Schule sind", klagt er via 'Twitter'. Force-India-Pilot ist hingegen froh, endlich einmal keine Pläne zu haben. "Jetzt haben wir Sommerpause - es ist großartig, die Dinge so zu nehmen wie sie kommen", teilte er via 'Twitter' mit.

Freizeit-Stress bei Kovalainen

Einer, dem nie langweilig wird, ist offenbar Heikki Kovalainen. Der Finne verbrachte einen Tag im Callcenter, schaute finnischen Speedway-Piloten zu, drückte seinem Vater bei einem Legendenrennen die Daumen, genoss die Senna-Kinodokumentation und den Film "Road Trip", ärgerte sich über sein schwaches Abschneiden bei einem Golfturnier und freute sich über einen Badminton-Sieg gegen einen Freund.

Und bei seiner Rückreise aus Budapest verzeichnete er einen besonderen Erfolg, wie er am 31. Juli via 'Twitter' verkündete: "Ich bin gerade in Genf gelandet. Wir hoben später als Schumacher ab, aber er landete nach uns. Das ist also das erste Mal, dass ich ihn dieses Jahr überholt habe." Nach dem Rennen am Hungaroring war übrigens auch Sauber-Pilot Kamui Kobayashi zum Scherzen aufgelegt. Und das nach einem enttäuschenden Rennen: "Es gibt gute und schlechte Tage. Heute war ein schlechter aber wir werden das komplette Team austauschen. Ich werde jetzt über alles nachdenken, um nach den Ferien so stark wie möglich zurückzukehren."

Fotoquelle: xpb.cc

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