Hat Rubens Barrichello zu spät erkannt, dass seine Karriere gefährdet ist

Formel 1 2011

— 11.08.2011

Barrichello: Kostet ihn fehlender Egoismus das Cockpit?

Rubens Barrichello liegt im Qualifying-Duell gegen Rookie Pastor Maldonado überraschend zurück - War der Routinier 2011 zu teamdienlich unterwegs?

Im Vorjahr erlebte Rubens Barrichello in der Formel 1 seinen zweiten Frühling. Der Brasilianer war nach seiner starken Brawn-Saison, wo er allerdings nur die zweite Geige hinter Weltmeister Jenson Button spielte, zu Williams gewechselt und hatte dort seinen jungen, aufstrebenden Teamkollegen Nico Hülkenberg meist im Griff. Der Deutsche hatte davor alle Nachwuchs-Serien, in denen er angetreten war, für sich entschieden.

Doch dieses Jahr ist nicht nur sein Williams-Dienstwagen schwächer, auch das Denkmal Barrichello hat einige Schrammen abbekommen. Und das ausgerechnet von Pastor Maldonado, der bereits vor seinem ersten Test als Paydriver gebrandmarkt wurde. Der Venezolaner wird unter anderem von Staatschef Hugo Chavez mit einem ordentlichen Geldkoffer ausgestattet - ein gutes Argument bei den Vertragsverhandlungen.

Dass eben dieser Venezolaner gegen den im Vorjahr im Qualifying so starken Barrichello derzeit mit 6:5 führt, überrascht selbst die größten Experten. Zur Erinnerung: 2010 entschied der Brasilianer das Duell gegen Hülkenberg mit 13:6 für sich. Doch warum tut sich der Routinier gegen den Rookie so schwer?

Warum Barrichello 2011 schwächelt

Die Ursache liegt darin, dass Barrichello in dieser Saison mehrmals das "Versuchskaninchen" für Williams spielen musste - neue, ungetestete Teile wurden vorrangig auf das Auto des 39-Jährigen geschraubt. Kein Wunder - er kann besser einschätzen als der unerfahrene Teamkollege, ob die Neuentwicklungen funktionieren.

Doch in Ungarn platzte Barrichello der Kragen und er ließ die wieder einmal nicht funktionierenden Teile ausbauen. "Ich wollte nicht noch einmal nur Testfahrer sein", klagte er gegenüber 'auto motor und sport'. Er weiß, dass es nun um seine Karriere geht, nun zählt Egoismus. Weitere Pleiten gegen Maldonado kann er sich nicht mehr leisten, denn sein Marktwert in der Formel 1 befindet sich bereits im freien Fall.

Hülkenberg als Mahnmal

Und auch wenn ihm sein Rennstall eine Vertragsverlängerung in Aussicht stellt: Im Vorjahr wurde ihm bei seinem damaligen Teamkollegen Nico Hülkenberg vor Augen geführt, wie schnell sich Meinungen in der Formel 1 ändern können. Der Rennstall wurde angesichts der Maldonado-Millionen schwach und setzte den Youngster vor die Tür.

Barrichello stellt bereits jetzt klar, dass er bei Williams bleiben möchte. Er würde gerne einen Zweijahres-Vertrag unterschreiben und gibt sich zuversichtlich: "Williams braucht mich genauso wie ich sie", sagt er gegenüber 'Pitpass'.

Williams: Viel Lob für die Piloten

Doch wie sieht Teamchef Frank Williams die Fahrersituation in seinem Team? Der "Rollstuhl-General" hat schon mehrmals in seiner Laufbahn mit unkonventionellen Fahrerentscheidungen für Furore gesorgt - man erinnere sich nur an die Brüche mit den Weltmeistern Nigel Mansell und Damon Hill in den 1990er-Jahren.

"Es ist sehr hilfreich, Rubens bei uns zu haben, denn er hat enorm viel Erfahrung und er leistet einen ziemlichen Beitrag zu unserem Team", ist Williams gegenüber 'ESPN F1' bewusst. "Es hat uns beeindruckt, dass er in der fast gleichen Sprache mit Pastor plaudert - ein bisschen Portugiesisch und ein bisschen Spanisch. Das hat Pastor dabei geholfen, sich gut im Team einzufinden."

Auch für Maldonado ist Williams voll des Lobes: "Er ist ein sehr heiterer Bursche, er liebt das Rennfahren und ist im Team sehr beliebt. Er versucht ständig zu lernen, ohne Unterbrechung. Und Rubens ist da, um ihm zu helfen", beschreibt der Teamchef die Rollenverteilung. Ihm ist bewusst, dass die schwachen Saisonleistungen nichts mit den Fahrern zu tun haben: "Es gibt keinen Zweifel an ihren Fähigkeiten, Punkte zu holen."

Fotoquelle: Williams

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