Christian Horner glaubt nicht, dass Vettel in der zweiten Hälfte auf Sicherheit fährt

Formel 1 2011

— 12.08.2011

Horner rechnet bei Vettel weiterhin mit "voller Attacke"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner zieht Zwischenbilanz, attestiert Sebastian Vettel Druckresistenz und prognostiziert, dass der Weltmeister weiterhin voll auf Sieg fährt

Vor einem Jahr musste Sebastian Vettel eine Zwischenkrise bewältigen. Immer wieder schlichen sich beim Heppenheimer kleine Fehler ein - in Spa-Francorchamps erlebte er dann seinen Tiefpunkt, als er Jenson Button bei einem Überhol-Versuch abschoss. Der Red-Bull-Pilot wurde von McLaren als "Crash-Kid" abqualifiziert, man warf ihm vor, dem Druck nicht gewachsen zu sein.

Dieses Jahr zeigt sich Vettel von einer ganz anderen Seite - als er aber in Montreal in der letzten Runde auf nasser Piste ausrutschte, versuchte die Konkurrenz bereits wieder, die alten Dämonen herbeizurufen. Doch Teamchef Christian Horner lässt sich dadurch gegenüber 'Autosport' nicht aus der Ruhe bringen: "Er ist unter Druck irrsinnig beeindruckend."

Vettel nur einmal nicht siegfähig

"Monaco war ein typisches Beispiel", holt Horner aus. "Es gelang ihm, die Autos hinter sich zu halten, obwohl seine Reifen nie so lange hätten halten sollen. In Barcelona positionierte er sein Auto gegen Hamilton immer an der richtigen Stelle. Er saugt den Druck so gut auf. So oft denkt man sich in Q3, dass der Druck enorm ist, aber er bringt weiterhin seine Leistung."

Das gilt auch für die Rennen: "Er liegt bei sechs Siegen, zwei zweiten Plätzen und einem vierten. Das ist keine schlechte Bilanz - und er hatte die Möglichkeit, drei weitere Rennen zu gewinnen." Damit spielt er auf die Rennen in Montreal, Schanghai und Silverstone an: "Er wollte es wissen und verlor in Kanada in der letzten Runde, China verlor er am Ende des Rennens, weil er auf einer anderen Strategie war. Und in Silverstone führte er, bis der Wagenheber versagte."

Horner rechnet mit maximaler Attacke

Vettels Saison-Tiefpunkt war sein Heimrennen auf dem Nürburgring, wo er ein einziges Mal in elf Rennen nicht auf dem Podest stand - bisher leistete er sich keinen einzigen Ausfall. "Nürburgring ist das einzige Saisonrennen, bei dem er nicht in Führung lag, was an sich schon eine beeindruckende Statistik ist. Er wurde immer noch Vierter und wenn man sich die schlechtesten Rennen seiner Rivalen ansieht, dann waren sie viel schlechter als das."

Der Red-Bull-Teamchef glaubt nicht, dass Vettel seinen zweiten Titel nach der Sommerpause sicher nach Hause fahren will. "Er geht mit der maximalen Attacke in jeden Grand Prix, er muss attackieren, er ist hungrig nach Siegen", weiß Horner. "Er ist aber auch klug genug, zu wissen, dass er Punkte holen muss, wenn er nicht gewinnen kann. Seine Denkweise ist es aber, jeden Grand Prix gewinnen zu wollen."

Fotoquelle: xpb.cc

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