Fernando Alonso greift in Spa frisch erholt nach dem nächsten Podiumsplatz

Formel 1 2011

— 25.08.2011

Alonso: "Ich kann Michael nur gratulieren"

Fernando Alonso zieht vor Michael Schumachers Jubiläum den Hut und hat die Hoffnung auf den WM-Titel 2011 noch nicht aufgegeben

Ferrari-Pilot Fernando Alonso geht mit 89 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel in den Grand Prix von Belgien. Auf der fahrerisch anspruchsvollen Strecke erhofft sich der Spanier im Sinne der Wahrung seiner Titelchancen eine weitere Podiumsplatzierung, idealerweise sogar seinen ersten Sieg auf der "Ardennen-Achterbahn".

"Die Strecke macht sehr viel Spaß, da es hier die verschiedensten Kurventypen gibt", sagt Alonso über Spa und fügt an: "Wir Fahrer kommen immer wieder gern hierher. Hoffentlich habe ich an diesem Wochenende etwas mehr Erfolg als zuletzt. Ich habe tolle Erinnerungen an meine Formel-3000-Zeit auf dieser Strecke. In der Formel 1 hat es hier für mich bisher allerdings noch nicht zum Sieg gereicht."

Im Vorjahr sprach Alonso zur Zeit des Grand Prix von Belgien noch von realistischen Titelchancen. Tatsächlich konnte er den Kampf um die WM-Krone dann bis zum Finale in Abu Dhabi offenhalten. Für die laufende Saison ist er nicht ganz so optimistisch wie noch vor Jahresfrist. Von Aufgebeben kann allerdings keine Rede sein. "Die Situation ist wie sie ist. Es besteht kein Zweifel, dass es in diesem Jahr extrem schwierig werden wird, den aktuellen Rückstand aufzuholen", weiß Alonso. "Wir werden jedoch solange kämpfen, bis uns die Mathematik eines Besseren belehrt."

"Wir haben in der Formel 1 schon oft erlebt, dass seltsame Dinge passieren können", setzt der Ferrari-Pilot fort. "Speziell mit dem aktuellen Punktesystem kann in zwei, drei Rennen viel passieren. Wir werden nicht aufgeben und versuchen, jedes Rennen zu gewinnen. Sollten wir vier, fünf Rennen vor Schluss noch eine Titelchance besitzen, werden wir alles dafür tun, diese zu nutzen. Erst wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, ist es Zeit aufzugeben, ganz sicher aber nicht jetzt, da noch eine Menge Punkte vergeben werden."

Parallel zur Weiterentwicklung des aktuellen Ferrari 150° Italia befasst sich die Scuderia bereits mit dem Boliden für die kommende Saison. Für Alonso ist es jedoch unerlässlich, die aktuelle Entwicklung nicht einschlafen zu lassen. "Wir investieren nach wie vor eine Menge Zeit in das diesjährige Fahrzeug", sagt er. "Die Regeln werden sich zur kommenden Saison nur minimal ändern, weshalb jede Erkenntnis bei den verbleibenden Rennen der laufenden Saison gleichzeitig sehr hilfreich für die folgende sein wird."

Fortführung des Trends aus dem Juli als Zielsetzung

Im Anschluss an die Sommerpause will Alonso beginnend mit dem Grand Prix von Belgien frisch erholt da weitermachen, wo er und das Team im Juli aufgehört haben. "Jeder hat in der Sommerpause versucht, etwas auszuspannen und die Batterien aufzuladen. Wir haben noch sechs oder sieben Rennen außerhalb von Europa vor uns, was für alle Beteiligten eine große Belastung darstellen wird", sagt Alonso und fügt an: "Was die Performance betrifft, hat die Pause meiner Meinung nach keinen Einfluss. Ich hoffe, dass wir den Trend aus dem Juli beibehalten können und auch in Spa - auf einer Strecke, die sich von der in Budapest sehr stark unterscheidet - zeigen können, dass unser Auto sehr konkurrenzfähig ist. Unser Ziel ist das fünfte Podium in Folge, was uns weitere Motivation für die bevorstehenden Aufgaben verleihen sollte."

Von einer aggressiveren Strategie im Team im Vergleich zum Saisonbeginn will Alonso jedenfalls nichts wissen. "Ich glaube nicht, dass wir zu Beginn der Saison einen speziellen Plan hatten, konservativ zu Werke zu gehen oder später aggressiver zu werden. Das hat sich im Verlauf der zurückliegenden Rennen einfach so ergeben", findet der Spanier und begründet: "Wir hatten ein paar Mal Glück mit der Strategie, was die guten Ergebnisse erleichtert hat. Im ersten Teil der Saison und auch gegen Ende der Vorsaison waren wir nicht immer so glücklich, weshalb vielleicht der Eindruck entstand, dass wir konservativ waren."

Speziell mit den Pirelli-Reifen ist laut Alonso in puncto Strategie auch immer etwas Glück vonnöten. "Das Verhalten der Reifen ist von einer auf die nächste Runde sehr schwer vorherzusehen. Bei 70 bis 80 Boxenstopps während eines Rennens im gesamten Feld ist zwangsläufig immer etwas Glück dabei, eine Lücke im Verkehr zu finden. Bei den vergangenen Rennen hat das für uns jeweils sehr gut funktioniert."

Dazu kommt, dass man bei Ferrari angesichts der aktuellen Punktesituation etwas mehr Risiko eingehen kann. "In der Vergangenheit haben wir in einer Situation wie in Ungarn, wo die Strecke nicht ganz trocken und auch nicht ganz nass war, lieber darauf gewartet, bis der andere die Reifen gewechselt hat. Inzwischen haben wir weniger zu verlieren und können bei solchen Umständen auch einmal den Anfang machen", so der Ferrari-Pilot, der an diesem Plan auch in Spa festhalten will.

Großen Respekt vor Schumacher

Das Rennwochenende in Spa markiert zudem das 20-jährige Formel-1-Jubiläum von Michael Schumacher, mit dem sich Alonso in den Jahren 2005 und 2006 packende Duelle im Kampf um die WM-Krone lieferte. Erstmals aufgefallen ist ihm Schumacher eigener Aussage zuvor allerdings bereits zu Beginn der 90er Jahre. "Ich glaube, das war im Jahr 1994", erinnert sich der Spanier. "Leider habe ich Michael Schumachers Namen zum ersten Mal in Verbindung mit Ayrton Sennas Unfall gehört. Er hat das Rennen damals gewonnen und ich hörte in diesem Zusammenhang erstmals von ihm."

"Vorher habe ich die Rennen nicht verfolgt, da sie in Spanien nicht übertragen wurden", so Alonso weiter. "Ich kannte daher nicht viele Namen, von den Weltmeistern am Saisonende einmal abgesehen. Als ich Italien fuhr, erzählte mir mein damaliger Teamchef ein wenig über Michael, da er früher im Go-Kart gegen ihn gefahren war."

Seine eigenen Duelle gegen den Rekordweltmeister hat Alonso bis heute in guter Erinnerung wie ers sagt: "Wie ich schon vielfach betont habe, habe ich großen Respekt vor Michael. Meiner Meinung nach ist er einer der Größten in der Geschichte unseres Sports. Seine Zahlen sind wahrscheinlich für keinen von uns jemals erreichbar. Über all die Jahre gegen ihn zu fahren, hat mir sehr viel Freude bereitet."

Gegen Schumacher um die Weltmeisterschaft gefahren zu sein, wird für Alonso immer eine tolle Erinnerung bleiben, wie er versichert. Die Stimmen der vergangenen Wochen, die das Comeback des Kerpeners in Frage stellen und einen baldigen Rücktritt fordern, kann Alonso nicht teilen: "Es gibt mittlerweile einige Leute, die sein Comeback in Frage stellen. Diesen Leuten kann ich nicht zustimmen. Man darf nicht vergessen, dass Michael vor drei Jahren die Rennen am Fernseher verfolgt hat. Jetzt fährt er um Platz sieben oder acht, steht aber mit Sicherheit jeden Morgen mit einem guten Gefühl auf, einzig und allein deshalb, weil er wieder Formel 1 fährt."

"Darum geht es ihm letztendlich als Fahrer", ist sich der Ferrari-Pilot sicher. "20 Jahre sind eine lange Zeit. Wenn ich diesen Zeitraum auf mich übertrage, wäre ich im Jahr 2021. Ich glaube nicht, dass ich das schaffen kann. Ich kann ihm zu seinen 20 Jahren in der Formel 1 nur gratulieren und sagen, dass es eine Freude war, gegen ihn zu fahren", hält Alonso fest.

Fotoquelle: xpb.cc

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