Martin Whitmarsh/Stefano Domenicali: Geteilte Meinung über DRS in Spa

Formel 1 2011

— 29.08.2011

Whitmarsh: "Genau das, was die Fans wollten"

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist anders als Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali von der "DRS-Show" in Spa begeistert

Während sich Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali im Anschluss an den Grand Prix von Belgien dahingehend kritisch geäußert hat, dass der verstellbare Heckflügel (DRS) das Überholen auf der Kemmel-Geraden zu einfach gemacht hätte, teilt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh diese Ansicht nicht.

"Was wir hier gesehen haben, war so nicht zu erwarten. Viele Fahrer waren bereits bei der Anfahrt zur Eau Rouge so dicht am Vordermann dran, dass der Einsatz von DRS zum Kinderspiel wurde", sagt Domenicali und verweist darauf, dass das Überholen den Piloten auf der "Ardennen-Achterbahn" im Gegensatz zu anderen Strecken bisher "zu einfach gemacht wurde".

Whitmarsh hingegen fand an den vielen Überholmanövern im Anschluss an die Eau-Rouge-Passage großen Gefallen, da diese genau die Interessen der Fans widerspiegeln. "Die Fans haben sich mehr Überholmanöver gewünscht und diese bekommen", so der Brite gegenüber 'Autosport'.

In seiner Funktion als FOTA-Mitglied verweist Whitmarsh darauf, dass die Regeländerungen für die laufende Saison basierend auf einer Fan-Umfrage ins Leben gerufen wurden und sieht sich bestätigt: "Man muss schon sehr ignorant sein, wenn man auf die Interessen der Fans nicht eingeht. Wir haben uns dieses Themas angenommen und reagiert. DRS und KERS haben ganz eindeutig ihren Zweck erfüllt."

McLaren-Pilot Jenson Button war im Zuge seiner Aufholjagd nach dem strategiebedingt verpatzten Qualifying einer der fleißigsten Überholer in Spa. "Jenson hat einige haarsträubende Überholmanöver auf der Außenbahn gezeigt. Das war für die Fans ganz sicher spektakulär anzusehen", ist Whitmarsh überzeugt.

Der Brite geht sogar soweit zu sagen, dass die Weltmeisterschaft trotz der Überlegenheit von Sebastian Vettel und Red Bull dank der neuen Regeln so spannend wie lange nicht mehr ist. "Unser Ziel muss es sein, eine spektakuläre Show zu liefern. Wenn man bedenkt, dass die Leute heute noch von den Windschattenschlachten in Monza von vor 35 Jahren schwärmen, sind wir mit DRS sicher auf dem richtigen Weg."

In diesem Zusammenhang sieht der McLaren-Teamchef lediglich in einem Punkt noch Verbesserungspotenzial: "Am liebsten wäre mir eine großartige Show mit ein paar silbernen Autos ganz vorn. Wir arbeiten daran."

Fotoquelle: xpb.cc

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