Pirelli gibt stets Empfehlungen für den sicheren Betrieb der Reifen ab

Formel 1 2011

— 29.08.2011

Reifenblasen: Wie wichtig sind die Pirelli-Vorgaben?

Heftige Diskussionen um die Reifen: Red Bull pfeift auf die Sturz-Vorgaben von Pirelli - McLaren und Ferrari halten sich "selbstverständlich" an die Werte

Mit schnellen Kurven, traditionsreichem Fahrerlager, der legendären Eau Rouge und immer wechselhaftem Wetter wird in Spa-Francorchamps seit jeher viel geboten. In diesem Jahr kam jedoch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu: die Reifen. Auf der schnellen belgischen Bahn warfen die Pirellis bei vielen Teams schon nach kurzer Zeit Blasen. Das sogenannte Blistering sorgte für tiefe Sorgenfalten auf der Stirn vieler Techniker.

Red Bull machte sich nach dem Qualifying für den Austausch der betroffenen Pneus stark, blitzte damit jedoch ab. Pirelli reagierte anders, legte den Teams die Vorgaben für maximale Sturzeinstellungen noch einmal ans Herz - ein echtes Dilemma. Wer sein Setup nach dem Qualifying noch ändern wollte, hätte damit die Parc-Ferme-Regeln gebrochen - ebenso beim Wechsel der Reifen. Ein Start aus der Boxengasse wäre die Konsequenz gewesen.

Laut Red-Bull-Technikchef Adrian Newey hatte das Weltmeisterteam diese Option - trotz der Pole-Position von Sebastian Vettel - ernsthaft in Betracht gezogen. Man entschied sich dagegen, stoppte am Sonntag früh und fuhr im Rennen erfolgreich um die gröbsten Probleme herum. Im Hintergrund brodelt seither aber ein Streit zwischen Pirelli und Red Bull. Es geht letztlich um die Frage, inwiefern Setup-Vorgaben seitens des Reifenherstellers bindet sein können.

"Auch wir haben über etwaige Maßnamen mit unseren Chassis- und Reifeningenieuren gesprochen", sagt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Wir waren der Ansicht, dass eine Änderung des Sturzes kaum geholfen hätte. Wir waren überzeugt, dass wir sicher fahren können. Bei Red Bull war das Dilemma größer. Die hätten mit einer entsprechenden Änderungen vielleicht etwas machen können. Sie waren in einer ungemütlichen Lage. Ich werde mit Adrian Newey noch einmal darüber sprechen."

Für Red Bull war der Belgien-Doppelerfolg aufgrund dieser Vorzeichen nach eigener Aussage "besonders süß". Die anderen Teams schauten wieder einmal in die Röhre., obwohl sie sich bezüglich eines gewünschten Austauschs der Reifen seitens Red Bull größere Chancen ausgerechnet hatten. Interessant: Einzig Red Bull ignorierte die Setup-Vorgaben von Pirelli, McLaren und Ferrari bewegten sich aus gutem Grund im Rahmen.

"Wir sind noch nie davon abgewichen, und wir werden uns auch in Zukunft danach richten", stellt Whitmarsh klar. "Letztlich sind wir es, die für die Sicherheit der Piloten verantwortlich sind. Unser Jungs haben den Sturz vor dem Wochenende selbstverständlich verringert. Das hat uns vielleicht etwas Performance gekostet, aber es stellte sich heraus, dass es absolut der richtige Weg war", sagt der McLaren-Teamchef.

Bei Ferrari verhielt man sich genauso, nahm die Vorgaben von Pirelli sehr ernst. "Wir folgen diesen Vorgaben ganz genau", so Teamchef Stefano Domenicali. "Wenn man sich daran hält, dann stellt man damit sicher, dass die Reifen im besten und sichersten Betrieb laufen. Ich habe viel über dieses Problem mit Blasenbildung gehört. Wenn man es aber richtig machen will, dann sollte man sich immer an die Werte von Pirelli halten."

Fotoquelle: xpb.cc

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