Mark Webber geht auch 2012 im Zeichen des Bullen an den Start

Formel 1 2011

— 01.09.2011

Webber: Hätte Red Bull früher verlängern müssen?

Welche Schwäche Gerhard Berger bei Mark Webber ortet, warum er findet, dass Red Bull zu lange gewartet hat und wieso der "Aussie" weitermacht

Bis zu Mark Webbers 35. Geburtstag hielt man es geheim, dass der Vertrag des Australiers mit Red Bull um ein weiteres Jahr verlängert wird. Selbst Journalisten der Tageszeitungen bissen sich am Tag vor der Bekanntgabe bei Red-Bull-Motorsport-Konsulent Helmut Marko in der Energy-Station diesbezüglich die Zähne aus, der Grazer hielt dicht. Dabei - so Webber bei der FIA-Pressekonferenz - kam es bereits am Wochenende des Ungarn-Grand-Prix zu Vertragsunterzeichnung.

"Es mag so aussehen, als hätte es lange gedauert, alles zu klären, und ich wägte die unterschiedlichen Möglichkeiten ab. Aber am Ende gingen die Vertragsverhandlungen sehr rasch über die Bühne", so der "Aussie", der nun 2012 in sein sechstes Red-Bull-Jahr gehen wird, gegenüber der 'BBC'. Ursprünglich dachte Webber bereits im Vorjahr über ein Karriereende nach, doch er hat offenbar wieder Blut geleckt. "Ich bin seit dem Beginn ein integraler Teil von Red Bull und ich genieße es immer noch hier. Es wäre ein Fehler gewesen aufzuhören."

Webber erlebte im Vorjahr bei Red Bull seinen zweiten Frühling und hatte bis zum Saisonfinale Titelchancen. Verglichen mit 2010 war die Saison 2011 aber eine Enttäuschung: Wäre Teamkollege Sebastian Vettel nicht am Start gewesen, hätte Red Bull mit Webber nur zwei Siege auf dem Konto. Auch die Starts des Red-Bull-Routiniers lassen zu wünschen übrig.

Deuten schwache Starts auf mentale Schwäche hin?

Gerhard Berger ortet darin eine mentale Schwäche Webbers. "Er hat einen irrsinnigen Speed, den kennen wir manchmal vom Qualifying mit unglaublich starken Runden", so der 52-Jährige gegenüber 'ServusTV'. "Aber er schwächelt immer, wenn er unter Druck steht. Der Start ist der Moment, in dem man extrem unter Druck ist, und da passieren ihm auch immer wieder Fehler. Ich glaube, dass das wirklich mental eine leichte Schwäche ist."

Auch Ex-Formel-1-Pilot Karl Wendlinger wundert sich gegenüber 'ServusTV', warum der Mann aus Down Under immer wieder patzt, wenn die fünf roten Lichter ausgehen. "Irgendein Problem muss er haben, denn es ist nicht der erste Start, den er verhaut. Wenn du gewinnen willst, dann musst du auch den Start perfekt hinkriegen. Der Start ist der Zeitpunkt der größten nervlichen Belastung für den Fahrer. Das weiß ich aus meiner Vergangenheit. Man weiß ganz genau: Wenn man mit Gas und Kupplung irgendwas falsch macht, dann steht das Auto oder man hat einen schlechten Start. Das kriegt er im Moment nicht richtig hin."

Berger unterstützt Webber-Verlängerung

Trotz der Kritik sieht es Ex-Toro-Rosso-Mitbesitzer Berger aber als absolut positiv, dass der Vertrag mit Webber um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Trotz der Startschwäche müsse man sagen, "dass er ein hervorragender Rennfahrer ist. Natürlich ist Vettel ein bisschen vorne, aber er ist der perfekte zweite Fahrer."

Der Österreicher ist sogar der Ansicht, dass die Vertragsverlängerung unnötig spät passiert: "Ich finde es richtig toll, dass ihn Red Bull jetzt wieder verlängert. Das hätten sie eigentlich schon viel früher tun sollen, denn er passt zu Red Bull, er hat einen unglaublichen Speed."

Hat Red Bull zu lange gewartet?

Berger glaubt, dass eine frühere Bestätigung teamintern für mehr Stabilität gesorgt und auch das Verhältnis zwischen Webber und Vettel davon profitiert hätte: "Jetzt ist eines der Argumente, dass sich die beiden so gut verstehen. Hätte man ihm bereits früher mitgeteilt, dass er seinen fixen Platz bei Red Bull hat, dann wäre diese Harmonie vielleicht schon früher aufgekommen. Ich freue mich, dass er bleibt."

Das gilt auch für Webber, der sich durchaus selbstkritisch gibt und erklärt, warum der Saisonstart nicht nach Plan gelaufen ist: "Ich fahre immer noch gut, aber ich hatte einen etwas langsamen Start in dieses Jahr. Ich benötigte etwas Zeit, um die neuen Reifen in den Griff zu bekommen. Jetzt freue ich mich darauf, es nächstes Jahr wieder mit Seb und allen anderen aufzunehmen."

Hat der WM-Zweite die Saison 2011 bereits abgeschrieben? "Dieses Jahr ist noch nicht vorbei", verneint er. "Es liegen immer noch sieben Rennen vor uns - beginnend mit Monza am kommenden Wochenende - und es kann alles passieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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