Da klingelt was: Gelber Senna-Helm im schwarz-goldenen "Lotus-Renault"

Formel 1 2011

— 01.09.2011

Also doch: Senna von Sponsoren unterstützt

Der achtreichste Mann der Welt ist seit Bruno Sennas Engagement Renault-Sponsor - Gerhard Berger spricht über das Talent des jungen Brasilianers

Am 30. Juli hat Genii Capital, die Mutterfirma des Formel-1-Teams von Renault, ein umgerechnet sieben Milliarden Euro schweres Projekt mit der brasilianischen Wirtschaft bekannt gegeben. Nicht einmal einen Monat später saß Bruno Senna erstmals als Rennfahrer im Cockpit von Nick Heidfeld, der nach der Sommerpause überraschend entlassen wurde.

Auf Journalisten, die zwischen den beiden Ereignissen einen Zusammenhang erkennen wollen, reagiert Eric Boullier aber allergisch: "Ja, es stimmt, dass es eine Beziehung zwischen Genii und Brasilien gibt, ein Deal mit zehn Milliarden US-Dollar Volumen", gibt der Renault-Teamchef zu. "Das hat aber absolut nichts mit Bruno zu tun. Bruno ist unser dritter Fahrer. Wenn du einen Fahrer wechseln willst, dann ist es doch nur logisch, den dritten Fahrer zu befördern. Punkt."

Steinreicher Unterstützer aus Brasilien

Doch am Sonntag tauchten dann doch neue Sponsorenlogos von zwei Firmen bei Renault auf: einerseits vom Ölkonzern OGX, andererseits vom Rasiererhersteller Gillette. Während einige besonders lustige Fahrerlager-Zeitgenossen witzelten, dass Gillette aus Imagegründen erst nach dem Abgang von Vollbart-Träger Heidfeld an Bord kommen konnte, ist OGX ein Bestandteil der brasilianischen EBX-Gruppe von Eike Batista, dem achtreichsten Mann der Welt.

Unabhängig von allen kommerziellen Überlegungen hat Senna nach dem eher missglückten HRT-Abenteuer in der vergangenen Saison nun die große Chance, sich in einem etablierten Team zu beweisen. Ob er noch den Durchbruch schaffen kann, sei aber "schwer zu sagen", findet Gerhard Berger, der dem jungen Brasilianer seinerzeit geholfen hat, in Europa Fuß zu fassen und über Formel BMW und Formel 3 seine Karriere zu starten.

"Zuerst sah es ganz gut aus", erinnert sich Berger an Sennas Anfänge im Motorsport, die 2008 im zweiten Gesamtrang in der GP2-Serie kulminierten. Von da an stagnierte die Laufbahn des Talents aber: "Dann hatte er die letzten zwei Jahre fast Stillstand in seiner Karriere, weil er den letzten Schritt in die Formel 1 nicht richtig geschafft hat. Mit dieser Chance hat er aber jetzt alle Möglichkeit, er darf nur so etwas nicht machen."

Startkollision zeigt Erfahrungsmangel

Mit "so etwas" meint der Österreicher, der zu seiner aktiven Zeit mit Sennas 1994 verstorbenem Onkel Ayrton befreundet war, eine Startkarambolage wie am vergangenen Wochenende in Spa-Francorchamps. Senna, vom sensationellen siebten Platz aus ins Rennen gegangen, rauschte gleich in der ersten Kurve in den Toro Rosso von Jaime Alguersuari. Die Aktion brachte ihm obendrein auch noch eine Durchfahrstrafe ein.

"Bruno hat manchmal seine Aussetzer, so wie in Spa in der ersten Kurve", weiß Berger. "Aber der Kerl kann manchmal sehr schnell fahren und hat mich im Training sehr überrascht. Das war eine richtig tolle Leistung. Er war das erste Mal dabei und fuhr mit dem Auto im letzten Qualifying-Teil auf den siebten Platz. Er hat das optimal gemacht. Da ist es richtig schade, dass er die Leistung mit so einem Blödsinn wieder kaputt macht."

Definitiv kaputt ist das Verhältnis zwischen der Renault-Teamführung und Heidfeld, der sich via Gericht wieder ins Senna-Cockpit einklagen möchte. Doch erstens werden diesem Vorhaben von Expertenseite nur geringe Erfolgsaussichten eingeräumt und zweitens glaubt auch Berger nicht mehr, "Quick Nick" noch einmal in der Formel 1 zu sehen: "Ein netter Kerl, aber seine Zeit ist vorbei", urteilt er über den Deutschen.

Fotoquelle: xpb.cc

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