Michael Schumacher und Gerhard Berger hatten nie ein besonders gutes Verhältnis

Formel 1 2011

— 02.09.2011

Berger: "Schumacher kann Rosberg nicht mehr schlagen"

Gerhard Berger bekräftigt seine Mercedes-Kritik und ordnet Michael Schumachers Leistungen klar unter die seines Teamkollegen ein

Mit seinen Anschuldigungen in Richtung Mercedes hat Gerhard Berger eine riesige Diskussion losgetreten. Bei 'ServusTV' verurteilte er das Team um Michael Schumacher, in der Schlussphase Gebrauch von Teamorder gemacht zu haben, als der Rekordweltmeister auf Nico Rosberg auflief. Der Österreicher empfahl Mercedes, sich lieber auf die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Autos zu konzentrieren und nicht über die Reihenfolgen im Verfolgerfeld, weil dem kaum Bedeutung zukommt.

Damit hat Berger nicht nur die Meinungen im Fahrerlager geteilt, sondern auch die unserer Leser. Alexander Glowacki kann die Ansicht des Ex-Formel-1-Piloten nicht teilen: "Ich frage mich, warum sich einige so dermaßen darüber aufregen, wenn es so egal ist. Schumacher war klar schneller. Er wäre so oder so vorbeigefahren."

Christian Bald hingegen teilt Bergers Zweifel über die Restreichweite von Rosberg: "Diese Spritprobleme bei Rosberg sind in der Tat merkwürdig, zumal das immer nur bei ihm auftritt." Eine passende Erklärung liefert Leser Sebastian Haupt: "Rosberg hat in Führung liegend ohne Windschatten und DRS mehr Sprit verbraucht."

Langjähriger Kritiker

Berger zählte in der Vergangenheit oft zu den Kritikern des späteren Rekordchampions. Als die beiden in der Saison 1996 ihre Cockpits tauschten - Schumacher ging zu Ferrari, Berger zu Benetton - änderte sich das ein wenig. Der Österreicher, der in seiner Karriere zehn Formel-1-Rennen gewinnen konnte, nimmt mit seiner Meinung die Last von Schumacher und schiebt dem Team die Schuld zu.

"Schumacher hat es nicht nötig, so einen Platz zu gewinnen", wird Berger von 'Spiegel Online' zitiert. "Schlimmer noch: Nico Rosberg wird man so auf Dauer vergraulen. Formel-1-Rennen sind keine Plattform für Werbefilme mit einem Drehbuch, das in der Box geschrieben wird", kritisiert der Tiroler und bekräftigt damit seine Thesen.

Dass Schumacher im gesamten Rennen deutlich schneller war als sein Teamkollege, bemerkt Berger nicht. Betrachtet man die schnellsten Runden, dann liegen zwischen dem Routinier und Rosberg mehr als eine Sekunde. Es war nicht das erste Mal, dass der siebenmalige Weltmeister nach einer Klatsche im Qualifiying den Spieß im Rennen umgedreht hat.

Berger schwärmt von Rosberg

Berger, der zwischen 1984 und 1997 an 210 Rennen teilnahm, ist der Ansicht, dass Rosberg der deutlich schnellere der zwei Mercedes-Piloten ist und zeigt auf die klare Qualifiying-Bilanz. Da steht es 11:1 für den noch sieglosen Rosberg. Die Kritik wird noch konkreter: Während es bei "einer Runde nur auf schieren Speed ankommt", würde das Team die Rangordnung im Rennen künstlich korrigieren, so Berger.

"Rosberg fährt meiner Meinung nach auf Vettel-Niveau, er könnte mit einem entsprechenden Auto Rennen und Titel gewinnen", schildert Berger und fügt hinzu: "Schumacher kann ihn nicht mehr schlagen. Michael ist aber immer noch so gut wie beispielsweise Mark Webber, Vettels Teamkollege bei Red Bull."

Damit dürfte Berger erneut Diskussionen auslösen, sehen sich doch die Schumacher-Fans durch die Leistung des Kerpeners zum Jubiläum in ihrem "Glauben" bestätigt. Norbert Haug hält sich hingegen nicht lange mit den Verschwörungstheorien auf: "Wer das glaubt, dem kann nicht geholfen werden. Das wird es bei uns nie geben, und auch Michael würde solche Geschenke nie annehmen."

Auch der am Ende besiegte Rosberg bremst die entstandene Debatte: "Ich wollte die Führungskilometer genießen und achtete nicht so sehr aufs Spritsparen." Teamchef Ross Brawn gibt einen Einblick, wieso es zum Problem kam: "Durch das neue Reglement sparen wir während der Safety-Car-Phase keinen Sprit mehr. Wir versuchen ein Auto so leicht wie möglich zu machen."

Die Konkurrenz von Toro Rosso zweifelt an Brawns Aussagen: "Bei der Länge der Safety-Car-Phase wie in Spa sparen wir trotz allem noch Sprit für eine Runde. Das kann man drehen und wenden wie man will", so Giorgio Ascanelli. Auch Ferrari-Chefelektroniker Dieter Gundel ist skeptisch: "Man hätte in Spa für zwei Runden Sprit sparen können, wenn man gewollt hätte. Ein Fehler in der Spritkalkulation vor einem Rennen kann schon mal passieren. Aber, dann frage ich mich: Wieso hat man sich bei Mercedes dann nur bei einem Auto verrechnet?"

Fotoquelle: xpb.cc

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