Das Lotus-Team möchte Schritt für Schritt zum Mittelfeld aufschließen

Formel 1 2011

— 03.09.2011

Lotus: In Monza erneut ins Q2?

Nachdem Heikki Kovalainen seinen Lotus in die zweite Runde im Qualifiying bringen konnte, wuchs der Optimismus - Fernandes bremst die Erwartungshaltung

Heikki Kovalainen gelang es in Spa-Francorchamps, den Force India von Paul di Resta im Qualifiying hinter sicht zu lassen. Zudem profitierte der Finne vom zeitigen Qualifiying-Ende von Michael Schumacher. Unterm Strich bedeutete das den Sprung in die zweite Qualifikationssitzung, was für Lotus ein großer Erfolg war. Nun geht es in Italien auf einer weiteren schnellen Strecke weiter.

"Monza ist eine weitere Herausforderung für uns", schildert Kovalainen. "Es wird toll sein, nach dem guten Wochenende von Spa dorthin zu gehen. Die Anforderungen in Sachen Abtrieb unterscheiden sich von den meisten anderen Strecken, auf denen wir fahren. Wir werden mit der gleichen aggressiven Strategie herangehen, die uns in Spa ins Q2 gebracht hat."

"Die Fahrer reden oft davon, dass es entscheidend ist, wie gut man die Randsteine benutzt. Man kann durch das effiziente Überfahren die Gesamtlänge der Strecke verkürzen. Das sind nur Bruchteile einer Sekunde. Das Abkürzen hilft Zeit zu sparen und man hat nimmt mehr Schwung mit auf die Gerade. Dennoch sollte es sich innerhalb der Regeln abspielen und aufs Auto muss man auch aufpassen", so der Lotus-Pilot.

"Für die Fernsehzuschauer sehen die Randsteine nicht allzu heftig aus. Aber im Auto spürt man harte Schläge. Wir werden am Freitag am richtigen Setup arbeiten, das uns die maximale Geschwindigkeit auf den Geraden gibt und für ausreichend Vertrauen in die Aufhängung sorgt, damit wir in der Lage sind, auf der Bremse und in den Kurven zu attackieren", erklärt Kovalainen und fügt hinzu: "Ich freue mich darauf. Es ist eine klassische Rennstrecke und die Tifosi sind die leidenschaftlichsten Fans der Welt. Deshalb ist es ein passender Ort für das Ende der Europasaison.

Trulli: Endlich motivierter?

Für seinen Teamkollegen Jarno Trulli ist Monza das Heimrennen. Der Italiener freut sich auf das Wochenende, auch wenn er dem Kurs aus Sicht eines Fahrers nicht viel abgewinnen kann: "Aus technischer Sicht ist Monza nicht die anspruchsvollste Strecke. Aber es ist immer kritisch, ein Auto zu haben, das so ausbalanciert ist, dass man über die Randsteine fahren kann und dennoch mit Vertrauen bremsen kann, besonders in der ersten Schikane, die wohl die beste Überholmöglichkeit sein wird."

"Das Auto hat sich in Spa sehr gut angefühlt. Ich weiß, dass wir eine überarbeitete Servolenkung im Auto haben, die ich in Ungarn verwendete. Wir hatten in Belgien ein sehr starkes Renntempo. Wenn wir in Italien so weitermachen können, wäre das schön", hofft Trulli.

Aus Motorensicht ist Monza eine Herausforderung. David Mart von Motorenlieferant Renault schildert seine Sicht der Dinge: "Italien ist für die Motoren durch den hohen Vollgasanteil die anspruchsvollste Strecke des Jahres. 75 Prozent der 5,793 Kilometer langen Runde wird mit Vollgas und nahe am Drehzahlmaximum gefahren. Das ist vergleichbar mit den Ovalrennen in den Staaten."

"Deshalb müssen wir Mappings kreieren, die es dem Motor erlauben, gut in den hohen Drehzahlregionen zwischen 16.000 und 18.000 Umdrehungen zu arbeiten. Die Leistungsabgabe muss ausgeglichen sein. Wir müssen sicherstellen, dass das Auto zuverlässig ist und so schnell wie möglich ist", so der Renault-Mitarbeiter.

Fernandez wieder vor Ort

Lotus-Teamchef Tony Fernandes musste die vergangenen Rennen aus der Ferne beobachten und freut sich nun wieder vor Ort zu sein: "Ich bin froh wieder an der Strecke dabei zu sein, nachdem ich einige Rennen verpasst habe. Ich hatte den stressigsten Sommer meiner Karriere! Obwohl ich nicht an der Strecke war, konnte ich alles genau verfolgen, sowohl in der Fabrik als auch an der Rennstrecke. Es war sehr erfreulich zu sehen, dass das Team nach ein paar enttäuschenden Rennen vor der Pause in Spa solch ein tolles Wochenende hatte."

"Die Mitarbeiter haben bis zur Freitagnacht des Belgien-Rennens an der Zuverlässigkeit gearbeitet, damit sichergestellt werden konnte, dass sich die Probleme von Ungarn und Deutschland nicht wiederholen", erläutert Fernandez und berichtet stolz: "Am Ende beendeten beide Autos das Rennen, auch wenn sie in die Kollisionen in der ersten Kurve involviert waren. Das beweist, dass eine sehr gute Arbeit gemacht wurde."

"Monza ist eine weitere Gelegenheit für uns, zu den Teams vor uns aufzuschließen, bevor wir wieder in den Fernen Osten zu unserem dritten Heimrennen nach Singapur kommen. Das Ziel für Spa sollte sein, die Zuverlässigkeit zu bestätigen und beide Autos so weit oben wie möglich ins Ziel zu bringen", erklärt er. "Die Pläne für die Zukunft des Teams und die der Gruppe, in der es sich befindet, nehmen Form an. Wir setzen uns vernünftige Ziele, die durch harte Arbeit, Innovationen und ein bisschen Glück erreicht werden können."

Fotoquelle: xpb.cc

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