Vor dem Rennen in Belgien war das Red-Bull-Duo sehr besorgt

Formel 1 2011

— 04.09.2011

Red Bull: Reifenrisiko durch zu viel Sturz

Die beiden Red Bull sind mit großen Sorgen in den Grand Prix von Belgien gegangen - Mark Webber erklärt, was es mit den Reifenproblemen auf sich hatte

Nachdem Red Bull im Qualifiying vom Grand Prix von Belgien mit den Positionen eins und drei die Stärke im Training erneut untermauerte, wurden vor dem Rennen ungewohnte Sorgen laut: "Wir sind mit sehr starken Bedenken über unsere Reifen ins Rennen gegangen, nachdem sie im Qualifiying Blasen gebildet haben", blickt Mark Webber in seiner Kolumne für die 'BBC' zurück. "Die Regeln sagen, dass man sie nicht wechseln kann, bis das Rennen gestartet wurde."

"Seb und ich hatten in unseren Karrieren schon Reifenschäden. Man möchte alles tun, um das zu vermeiden", bemerkt Webber, der vor dem Start sehr unsicher war: "Auf der anderen Seite möchte man nicht zu konservativ agieren. Auf einer Strecke wie Spa, auf der man sehr schnell ist und auf der die Auslaufzonen recht klein sind, ist das eine besonders beunruhigende Situation."

Sicherheit oder Sieg?

"Wir haben sehr viel Zeit mit Gesprächen über unser Handeln verbracht. Im Team steht unsere Sicherheit an oberster Stelle. Dadurch war es nichts, was man auf die leichte Schulter nahm", berichtet der Australier und stellt die zwei sichersten Varianten in solch einer Situation vor: "Die konservativste Entscheidung ist, das Rennen nicht zu starten. Danach kommt der Start aus der Box, bei dem man Änderungen am Auto vornehmen kann."

"Nach vielen Kalkulationen und Diskussionen mit dem Team und Pirelli haben wir uns entschieden, unsere Strategie stark zu kompromittieren und zeitig zu stoppen. Eine Situation, wie diese, ist extrem selten und ziemlich heftig. Wir Fahrer wissen, dass es Teil des Risikos ist und wir nicht immer alle Antworten haben können, bevor wir ins Rennen gehen. Man muss damit leben, auch wenn es noch im Kopf ist", so Webber.

Im Rennen lief es dann besser, als erwartet. Optimal war es jedoch nicht: "Der erste Stint war nicht besonders angenehm. Ich war erleichtert, den ersten Satz Reifen wieder loszuwerden." Wenn das Problem schlimmer geworden wäre, hätte Red Bull Konsequenzen gezogen: "Man muss herausfinden, was zu tun ist und notfalls die Autos stoppen. Zum Glück traf das nicht ein", merkt der Red-Bull-Pilot an.

Grenzwertiger Sturzwert

Entstanden ist das Problem durch eine aggressive Sturz-Einstellung an der Vorderachse, die sich auf die Belastung der Reifeninnenseiten ausgewirkt hat: "Die Reifen bekommen Blasen, wenn der Gummi zu heiß wird. Es ist nicht unüblich und normalerweise ein massives Problem. In diesem Fall verteilten sich die Blasen auf der Innenseite der Reifen, wo die Lauffläche auf die Seitenwand trifft."

"Das Problem war, dass uns niemand eine definitive Antwort geben konnte, wie lange die Reifen halten oder was wir tun können, um das Problem zu lindern", analysiert Webber, der nicht verheimlichen will, dass Red Bull in Sachen Sturz sehr kritisch zu Werke geht: "Es ist allgemein bekannt, dass wir mit einem Sturz an den Vorderrädern fahren, der sich am oberen Limit von Pirellis Empfehlungen bewegt. Aber ich weiß, dass wir dabei nicht das einzige Team sind."

"Aber auch bei einer Reduzierung des Sturzes wäre es nicht klar gewesen, dass sich das Problem gelöst hätte. Wir treiben die Autos ans Limit und da kann so was auch einmal vorkommen", erläutert der WM-Zweite. "Durch die ganzen Reifenprobleme haben wir uns mehr den Kopf zerbrochen, wie wir den Schaden limitieren und nicht wie wir gewinnen können. Aber wir haben als Team alle Entscheidungen richtig getroffen und es stellte sich heraus, dass wir das bestmögliche Ergebnis geholt haben. Das hat uns sehr überrascht."

Fotoquelle: xpb.cc

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