Es ist ungewiss, ob die Formel 1 in Istanbul jemals wieder an den Start geht

Formel 1 2011

— 05.09.2011

Wie Istanbul seinen Platz verlor

Das Rennen in der Türkei entfällt im kommenden Jahr - Da Spanien strauchelt, könnte die Tilkestrecke aber wieder zurückkommen

Der Grund für das vorläufige Ende der Formel 1 in der Türkei ist einfach: Bernie Ecclestone hatte nicht mehr die ursprünglichen 13,5 Millionen US-Dollar für die Austragung des Rennens gefordert, sondern 26 Millionen US-Dollar verlangt. Die Regierung bot einen neuen Deal an: Neben den 13,5 Millionen US-Dollar wollte man bei 100.000 Zuschauern eine Extrazahlung tätigen. Ecclestone fand den Vorschlag interessant, lehnte letztendlich aber ab.

Im Juni gab es in der Türkei Wahlen. Der Sportminister sagte nach den Wahlen, dass er mit dem örtlichen Verband über die das Formel-1-Rennen reden würde und eine Lösung finden möchte. Dazu kam es nicht, weil der türkische Motorrad-Rennsport-Verband die Gedanken des Ministers beeinflusst hatte. Die größte Beanstandung war, dass Ecclestone keine Trainings für Motorräder gestattet. So konnte der zweimalige Supersport-Weltmeister Kenan Sofuoglu bisher noch nicht einmal auf dem Kurs fahren.

Aus dem Motorrad-Verband hieß es zudem: "Wir brauchen die Formel 1 nicht in Instanbul. Wir können den Kurs für Motorradrennen nutzen. 26 Millionen sind zu viel. Das ist eine Geldverschwendung." Die Regierung folgte diesen Aussagen und erhöhte das Angebot für die Formel 1 nicht.

Nachdem der vorläufige Kalender für 2012 insgesamt 21 Stationen umfasste, ruderte Jean Todt mit Sicht auf das Concorde Agreement zurück: "Wir wissen noch nicht, welches Rennen wegfallen wird, aber es werden nur 20 Rennen sein." Damit wäre auch die Grenze der zulässigen Rennen pro Saison erreicht. Im Rahmen des Rennens in Ungarn wurde ein Kalender mit 20 Rennen verbreitet.

Der Strecke in Istanbul, die vielen Experten nach Hermann Tilkes bestes Werk ist, hat außer der MotoGP und der WTCC keine weiteren Veranstaltungen. Die Formel 1 war die einzige Hoffnung, in dieser sonst so menschenleeren Gegend. Ab 2012 werden die V8-Motoren aber woanders aufheulen.

Probleme gibt es aber auch in Spanien. Die Wirtschaft stockt und die zwei Formel-1-Rennen liegen lediglich sechs Wochen und etwas mehr als 300 Kilometer auseinander. Zudem hinterfragen die Spanier die Eintrittsgelder und weisen auf die MotoGP hin. Es wäre also denkbar, dass sich in Spanien eine ähnliche Lösung wie in Deutschland anbahnt, bei der es einen jährlichen Wechsel zwischen den beiden Kursen gibt. Zudem ist der Kalender für 2012 noch nicht so fix, dass es keine Änderungen mehr geben könnte.

Es wäre also denkbar, dass das Rennen in Istanbul doch noch eine Chance hat. Ein Hinweis darauf ist der Fakt, dass Barcelona im kommenden Jahr das erste Rennen nach den Überseerennen ist. Dieses Jahr hatte Istanbul genau die gleiche Stellung.

Fotoquelle: xpb.cc

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