Verbotene Zone: Über die Details zu KERS wird nur selten berichtet

Formel 1 2011

— 06.09.2011

Hintergrund: KERS in Monza

Monza gilt als der Kurs, der KERS am besten nutzt: Mercedes gibt einen Einblick in die Technik, die pro Runde vier Zehntelsekunden bringen soll

Durch die Diskussionen ber DRS und die Pirellireifen ist KERS ein wenig in den Hintergrudn gerckt. Kritiker bemngeln den zu geringen Effekt des kinetischen Energierckgewinnungssystems. Mercedes gibt einen Einblick, wie KERS funktioniert, was es bringt und warum es in Monza so wichtig ist.

Wie funktioniert das Mercedes-Benz KERS?
Das KERS bei Mercedes wurde von Mercedes-Benz High Performance Engines in Brixworth (England) in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsabteilung in Sindelfingen entwickelt. Das KERS besteht aus einer Motor-Generator-Einheit (Motor Generator Unit, MGU), der Leistungselektronik (Power Electronics, PE) und Batterien, die das Energiespeichersystem (Energy Storage System, ESS) bilden.

Die MGU sammelt Energie, die normalerweise im Bremssystem in Form von Hitze abgegeben wrde, und leitet sie als Dreiphasen-Elektrizitt an die PE weiter. Diese wandelt die Elektrizitt in Gleichspannung um und speichert die Energie in den Batterien. Sobald der Fahrer KERS aktiviert, wird der Prozess umgekehrt - die Generatoreinheit verstrkt dann die Motorleistung. Das Sammeln und Abgeben von Energie ist jeweils zu ungefhr Prozent effizient.

Wie gro ist das Mercedes-Benz KERS?
Der Motor in der MGU ist rund zehn Mal kleiner als handelsbliche Einheiten aus der Automobilindustrie, die Batterie ist rund acht Mal kleiner als ihr Pendant. Insgesamt besteht ein einziges KERS aus ungefhr 3.500 Teilen! Es ist ein Musterbeispiel an topmoderner Technik.

Wie gro ist der Rundenzeit-Vorteil dank KERS in Monza?
Der Rundenzeitgewinn bei voller KERS-Nutzung betrgt in Monza mehr als 0,4 Sekunden. Der geringste Wert bislang in dieser Saison waren ungefhr 0,3 Sekunden pro Runde in Ungarn.

Warum ist die KERS-Nutzung in Monza so vorteilhaft?
KERS funktioniert am besten, wenn es nach relativ langsamen Kurven auf sehr langen Geraden eingesetzt wird - davon gibt es in Monza viele. Vier Mal pro Runde, nach den Kurven zwei, sieben, zehn und elf, beschleunigt ein Auto aus verhltnismig niedriger Geschwindigkeit fast bis zur Hchstgeschwindigkeit.

Dies bedeutet einen relativ groen Rundenzeit-Vorteil beim Herausbeschleunigen mit KERS aus jeder dieser vier Kurven. Ein typischer KERS-Einsatz sieht in Monza vier KERS-Boosts pro Runde vor, die jeweils 20 ms nach dem Bettigen des Knopfes an die Rder weitergegeben werden.

Neben hohen Geschwindigkeiten spielen in Monza auch starke Verzgerungen eine Rolle. Ist es eine gute Strecke, um Energie zu sammeln?
Die Autos bremsen in Monza auf 12 Prozent einer Runde. Das entspricht mehr als zehn Sekunden. Vor Kurve eins verzgern sie um rund 265 Kilometer pro Stunde. Dennoch ist Monza beim Aufladen des KERS die unbedeutendste Strecke - der Grund dafr ist die geringe Anzahl an Bremspunkten auf einer Runde. Insgesamt gibt es nur sechs: in den Kurven eins, vier, sechs, sieben, acht und elf.

Fotoquelle: xpb.cc

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