Paul di Resta bestreitet am Sonntag sein erstes Rennen überhaupt in Monza

Formel 1 2011

— 06.09.2011

Force India: Nach Monza vor Sauber?

Das Force-India-Team hofft, beim Grand Prix von Italien durch weitere Punkteplatzierungen auf Rang sechs der Konstrukteurs-WM vorzustoßen

Nach zwölf von 19 Läufen der Formel-1-WM 2011 belegt das Force-India-Team mit den Piloten Paul di Resta und Adrian Sutil Rang sieben in der Konstrukteurs-WM. Von Platz sechs, den gegenwärtig Sauber hält, ist man nur drei Zähler entfernt.

Beim Grand Prix von Italien soll am kommenden Wochenende dank eines neuen Heckflügels der nächste Schritt passieren, von dem sich Teamchef Vijay Mallya ein Vorstoßen auf Rang sechs erhofft. "Mit der Performance des Teams bei den vergangenen drei Rennen bin ich sehr zufrieden", sagt er und fügt an: "20 Punkte aus drei Rennen haben uns im Kampf um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM einen guten Schritt voran gebracht."

Speziell das zurückliegende Rennen auf der "Ardennen-Achterbahn" in Spa-Francorchamps hat der Boss des indischen Teams genossen. "Adrians siebter Platz war die Bestätigung für unsere Geschwindigkeit und ein willkommener Lohn nach unseren Problemen im Qualifying." In diesem Zusammenhang stellt Mallya heraus, dass in Belgien auch etwas Glück im Spiel war, schließlich erlitten beide Fahrzeuge bereits in der ersten Kurve Beschädigungen. "Wir hatten Glück, dass wir mit beiden Autos die Zielflagge gesehen haben". Sutils Teamkollege di Resta beendete den Grand Prix knapp außerhalb der Punkteränge auf Platz elf.

Beim bevorstehenden Grand Prix von Italien auf der Traditionsstrecke in Monza soll laut Mallya nun der nächste Schritt erfolgen. "Unser Ziel ist es, beide Fahrer in die Punkteränge zu bringen", sagt er und verweist darauf, dass der VJM04 in Spa sehr gut funktioniert hat und sich beide Fahrer zufrieden über die Balance mit wenig Abtrieb geäußert haben - auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza das A und O.

Sutil gespannt auf die zwei DRS-Zonen

Adrian Sutil konnte in Monza 2009 das beste Ergebnis seiner Karriere einfahren und blickt entsprechend zuversichtlich auf das kommende Wochenende. "Ich habe gute Erinnerungen an die Strecke. Vor zwei Jahren bin ich aus der ersten Startreihe losgefahren und im Rennen Vierter geworden", erinnert der langjährige Force-India-Pilot und zieht seinen Optimismus vor allem aus der Konstanz der vergangenen Rennen.

"Unser Auto ist inzwischen auf jeder Art Strecke konstant schnell. Wir waren in Ungarn auf einer Strecke mit viel Abtrieb Siebter und konnten in Spa auf einem Kurs, der wenig Abtrieb verlangt, das gleiche Ergebnis einfahren", stellt Sutil heraus und ergänzt: "Ich erwarte in Monza wieder einen starken Auftritt."

Was das Überholen betrifft, so verspricht sich der Deutsche vor allem dank der zwei DRS-Zonen eine Verbesserung der Situation aus den vergangenen Jahren im Königlichen Park. "Monza war immer schon eine Strecke, wo es schwierig war, zu überholen. Die beiden DRS-Zonen sollten in diesem Jahr für jede Menge Action gut sein."

Chefingenieur Dominic Harlow bläst ins gleiche Horn, vermutet aber, dass der Effekt von DRS in Monza nicht so stark zum Tragen kommt wie auf anderen Strecken: "Wir fahren hier nur mit etwa 80 Prozent das maximalen Abtriebs des Autos und mit 75 Prozent des Luftwiderstands. All das ist einzig und allein durch die Flügel begründet. Da der Heckflügel somit weniger Abtrieb als sonst generiert, wird sich auch der Effekt von DRS abschwächen." In diesem Zusammenhang verweist Harlow darauf, dass das Team in Monza einen neuen Heckflügel einsetzen wird.

Mit Blick auf die Tatsache, dass die beiden DRS-Zonen auf der Start/Ziel-Geraden und auf der Geraden im Anschluss an die zweite Lesmo-Kurve fixiert wurden, sagt Harlow: "Es ist interessant, dass die FIA die Zonen nicht vor und nach die Parabolica-Kurve gelegt hat, sodass ein Fahrer, der vor dieser Kurve knapp dran ist, auf der Start/Ziel-Geraden einen Angriff starten kann." Als Grund für die tatsächliche Variante vermutet der Chefingenieur des Force-India-Teams, "dass dies wahrscheinlich ohnehin möglich sein wird und das Überholen in die Parabolica hinein schwierig werden dürfte".

Aufgrund der Charakteristik der Strecke mit vier harten Anbremszonen wird vom Auto zudem eine hohe Stabilität bei der Einfahrt in die Kurven beziehungsweise Schikanen verlangt. Force India will dies laut Harlow über "eine einfache Veränderung am Frontflügel" realisieren. "Wir neigen dazu, die Autos mit etwas weniger Frontflügel zu versehen, um so das Heck stabiler zu machen."

Di Resta mit Rennpremiere in Monza

Beim Anbremsen der Schikanen und dem Durchfahren derselben wird auch nach Meinung von Paul di Resta in Monza die Zeit gemacht. "Der Kurs als solches ist sehr schnell. In den Schikanen musst du sehr aggressiv über die Randsteine fahren, um eine gute Rundenzeit zu erzielen. Zudem musst du bei der Einfahrt sehr präzise zu Werke gehen, denn ein blockierendes Vorderrad und ein Verpassen des Bremspunkts um nur einen Meter kosten hier sehr viel Zeit", weiß der Schotte aus der Vergangenheit.

Diese Erfahrungen belaufen sich allerdings ausschließlich auf das Freie Training im vergangenen Jahr, als di Resta neben den Stammpiloten Sutil und Vitantonio Liuzzi der Freitagsfahrer des Force-India-Teams war. "In all den Jahren, in denen ich jetzt Rennsport betreibe, ist Monza eine der wenigen Strecken, auf denen ich noch nie ein Rennen gefahren bin", hält der Formel-1-Rookie und amtierende DTM-Champion fest.

Eine umso stärkere Bindung hat der Schotte in persönlicher Hinsicht zu Monza. "Ein Teil meiner Familie lebt in Italien und ich habe auch etwas italienisches Blut in mir", sagt er mit Blick auf die Tatsache, dass er genau wie Cousin Dario Franchitti italienische Vorfahren hat. Bei seinem "halben" Heimspiel will di Resta genau wie Teamkollege Sutil dank der jüngsten Konstanz des VJM04 "wieder ein paar Punkte einfahren".

Fotoquelle: Force India

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