Lewis Hamilton hat in dieser Saison schon für einigen Schrott gesorgt

Formel 1 2011

— 07.09.2011

McLaren will Hamiltons aggressive Fahrweise nicht ändern

Hans-Joachim Stuck rät Lewis Hamilton zu einer Therapie, während McLaren voll und ganz hinter der aggressiven Fahrweise steht und nichts ändern wird

Der Unfall mit Kamui Kobayashi in Spa-Francorchamps hat Lewis Hamilton praktisch aller Titelchancen beraubt. Als der Brite in die Formel 1 kam, war er extrem konstant. Seine ersten neun Rennen beendete der McLaren-Pilot auf dem Podium. Das war 2007, doch im Jahr 2011 sieht die Welt anders aus. Es stehen zwar nur zwei Ausfälle zu Buche, doch Hamilton war in mehrere Zwischenfälle verwickelt, musste oft zur Rennleitung und erntete herbe Kritik.

Die letzten drei Rennen zeigen seine Situation deutlich. Nach dem brillanten Sieg auf dem Nürburgring folgte eine starke Vorstellung in Ungarn, die durch einen Dreher und eine falsche Strategie zunichte gemacht wurde. In Spa-Francorchamps passierte die unnötige Kollision mit Kobayashi. Starke Leistungen wechselten sich mit Zwischenfällen ab. Darum findet Hans-Joachim Stuck: "Hamilton gibt mir Rätsel auf. Wenn es kracht, ist er mit ziemlicher Sicherheit einer der Beteiligten."

"In Spa crashte er wieder zweimal - bei aller Aggressivität, die wir bei Fahrern sehen wollen: Hamilton geht im Moment zu viele Risiken ein. Und so wird man nie mehr Weltmeister", wird Strietzel von 'Auto Bild Motorsport' zitiert. "Ich weiß nicht, wer ihm die Flausen in den Kopf gesetzt hat, aber der liebe Lewis bräuchte jetzt dringend mal eine Therapie." Hamilton sieht die Situation naturgemäß anders.

"Ich bin sicherlich der Fahrer, der die meisten Strafen in den letzten fünf Jahren bekommen hat. Aber ich glaube auch, dass ich nicht alle Strafen verdient habe. Jedenfalls würde ich im Nachhinein nicht vieles anders machen. Ein gefährlicher Fahrer hält sich nicht an die Regeln und bringt andere Fahrer so in Gefahr", erklärt er seine Sichtweise. "Er nutzt seinen Kopf nicht und sieht Lücken, die es gar nicht gibt."

"Ein gefährlicher Fahrer nimmt dir jeden Platz zum Überleben und spielt nicht fair. Ein aggressiver Fahrer dagegen gibt dir genug Raum zum Überleben, aber nicht zum Überholen. Das kennzeichnet in der Formel 1 einen Top-Fahrer. Um zu siegen, musst du aggressiv fahren." McLaren wird den "Ratschlag" von Stuck nicht wahrnehmen, sondern lässt Hamilton weiter sein Ding durchziehen.

"Lewis hatte eine Saison mit Höhen und Tiefen. Er ist in großartiger Fahrer, der in diesem Jahr Rennen gewonnen hat", sagt Philip Prew, der Chefrenningenieur bei den Chrompfeilen ist. "In jedem seiner McLaren-Jahre hat er sehr hart angegriffen. Er ist in die Saison mit großen Hoffnungen auf den Titel gestartet. Ab jetzt wird es sehr schwierig, das noch zu schaffen."

"Er gibt alles und die Konsequenzen daraus sind große Risiken. Ich glaube, das sehen wir derzeit. Wir werden ihm nicht sagen, dass er sich ändern soll, weil Lewis eine aufgeladene und aggressive Einstellung hat. Wir unterstützen das voll. Das hat ihn zum Weltmeister gemacht und genau das ist auch unsere Absicht. Lewis ist sehr clever und ein sehr guter Rennfahrer. Er wird sich die Situationen durch den Kopf gehen lassen und stärker zurückkommen."

McLaren liegt 131 Punkte hinter Red Bull zurück. Die WM ist praktisch gelaufen. Deshalb wird der Fokus demnächst auf das neue Auto gelegt, damit man von Saisonbeginn an konkurrenzfähig ist. "Es war immer ausgeglichen, aber da wir jetzt langsam das Saisonende erreichen, wird die Aufmerksamkeit immer mehr auf den MP4/27 gelegt", sagt Prew.

"Wir können aber immer noch viel von unserem Entwicklungsplan für den aktuellen MP4/26 lernen. Wir sehen uns Komponenten an, die eine Verbesserung bei den Rundenzeiten ermöglichen. Hoffentlich können wir sie auf das neue Auto übertragen. Das sind zum Beispiel der Front- und der Heckflügel, die man trotz der Regeländerungen direkt übernehmen kann. Hoffentlich profitieren wir für beide Saisonen."

Fotoquelle: xpb.cc

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