Robert Kubica soll im Oktober erste Tests im Simulator oder Auto fahren

Formel 1 2011

— 09.09.2011

Kubica wird ab Oktober wieder testen!

Manager Daniele Morelli verkündet "gute Nachrichten" im Fahrerlager von Monza: Robert Kubica soll im kommenden Monat wieder den Helm aufsetzen

Für Robert Kubica ist endlich wieder die Rückkehr ins Cockpit in Sicht. Der Pole, der bei einem Rallyeunfall kurz vor dem Saisonstart schwer verletzt worden war, wird nach Aussage seines Managers Daniele Morelli schon bald wieder testen können. "Ich habe gute Nachrichten", sagte der Italiener am Donnerstag in Monza. Morelli bedankte sich in aller Form für die Unterstützung, die sein Schützling in den vergangenen Monaten erfahren hatte.

"Vor zwei Wochen hatte Robert die allerletzte Operation. Dieser Eingriff hatte uns vorher etwas Sorgen gemacht, denn es gab einige Fragezeichen bezüglich des Resultats. Aber es lief alles perfekt. Robert konnte seinen rechten Ellenbogen schon einen Tag nach der OP wieder ganz normal bewegen", sagt der Manager. "Dieser Schritt war ungemein wichtig. Robert kann nun deutlich aktiver an seiner weiteren Genesung arbeiten."

In den kommenden Tagen und Wochen werde der Pole vor allem am Aufbau der Muskeln im rechten Arm arbeiten. "Jeden Tag legt Robert an Kraft zu. Vier Wochen lang wird er dieses Programm nun fortführen", so Morelli. Kubica trainiere pro Tag fünf bis sechs Stunden. Auch an Wochenenden gönne er sich keinerlei Pausen. "Robert arbeitet hart. Manchmal müssen ihn die Ärzte und Physiotherapeuten bremsen. Aber das ist okay. Besser so als andersherum."

Die wichtigen Fortschritte hätten nun zur Konsequenz, dass man die Rückkehr des Renault-Piloten in den Rennsport planen könne. "In vier Wochen kann er sich wieder einen Helm aufsetzen", gibt Morelli freudig zu Protokoll. "Es wird wohl nicht gleich eine Fahrt im Formel-1-Auto werden, aber zumindest im Simulator oder mit einem Straßenauto auf der Rennstrecke. Wichtig ist ohnehin nicht, was er fährt, sondern die Tatsache, dass er wieder fahren kann."

"Es ist auch nicht wichtig, ob Robert gleich am 1. Oktober oder am 30. Oktober testet. Wichtig ist, dass es im Oktober wieder ins Auto geht", sagt der Italiener. Auch die Wahl des Fahrzeugs sei nicht entscheidend. "Er ist ein Formel-1-Pilot. Wenn Robert ein Formel-Renault-Auto bewegen kann, dann geht es auch im Formel-1-Boliden. Physisch ist das heute nicht mehr so schwierig. Ein GP2-Auto zu fahren ist wahrscheinlich schwieriger. Wichtig ist, dass er das Lenkrad halten und nach links und rechts bewegen kann."

"Robert ist kein Pianospieler. Er muss nicht sonderlich feinfühlig mit den Fingern agieren. Er kann Gegenstände ohne Probleme halten", erklärt Morelli. Auch Kraft brauche er nicht im maximalen Maße. "Robert ist auch kein Tennisspieler. Dann bräuchte er wirklich hundert Prozent Kraft im Arm. Er wird selbst den Zeitpunkt bestimmen, wann er wieder ausreichend fit ist. Die Muskeln sind vorhanden, müssen nur wieder trainiert werden."

"Er könnte jetzt schon jederzeit ein Auto im Straßenverkehr bewegen, aber er geht dieses Risiko nicht ein. Man stelle sich nur mal vor, es fährt ihm einer ins Auto. Diese Risiken vermeidet er", erklärt der Manager. Es gebe keine erkennbaren Hindernisse auf dem Weg zu einer vollständigen Genesung mehr. "Es dauert eben seine Zeit, man muss der Natur die nötige Zeit geben. Immerhin müssen die Nerven komplett heilen. Er ist ein Mensch und kein Roboter."

"Robert selbst ist manchmal zu ungeduldig. Das ist wohl ganz normal, wenn man körperlich eingeschränkt ist. Die Fortschritte stimmen ihn aber immer sehr positiv. Er hat nie den Glauben daran verloren, dass er zurückkehren wird. Mit dieser positiven Herangehensweise hat er sein Umfeld jederzeit angesteckt", sagt Morelli. In seiner typisch kämpferischen Art habe sich Kubica durch die schwierige Zeit gebracht.

"Das Team hat ihn immer unterstützt. Allerdings kann ein Team aktiv nicht viel zur Heilung eines verletzten Piloten beitragen. Wichtig war, dass der Kontakt immer vorhanden war, vor allem mit den Ingenieuren", lobt Morelli. Kubica sei jederzeit über wichtige Entwicklungen informiert worden, immerhin sei sein Schützling schon alein aus vertraglicher Sicht ein fester Bestandteil des Renault-Teams 2011.

Einen Vertrag für 2012 gebe es noch nicht, aber für einen gesunden Kubica habe man bei Renault sicherlich immer ein freies Cockpit, meint Morelli. "Eric Boullier verfolgt die Fortschritte sehr genau. Natürlich gibt es Fristen, aber wir haben diesbezüglich noch zwei bis drei Monate Zeit. Wir machen es Schritt für Schritt. Wichtig ist nun erstmal die weitere Genesung."

"Renault hat die eindeutige Bereitschaft signalisiert, dass man Robert jede mögliche Testmöglichkeit gibt, die er braucht", sagt der Berater. Es sei kein kurzfristiger Besuch im Fahrerlager geplant. "Erst dann wieder, wenn er selbst den Helm aufsetzen und fahren kann", meint Morelli. Auch ein Start beim Saisonfinale in Brasilien sei äußerst unwahrscheinlich.

"Man springt nach solch langer Zeit nicht einfach wieder ins Auto als wäre nichts gewesen. So etwas bräuchte schon eine gewisse Vorbereitung, außerdem wäre es logistisch gar nicht so einfach", erklärt der Italiener. Mit optimistischem Gesichtsausdruck fügt er an: "Am liebsten wäre es mir, Robert würde in Brasilien nicht fahren, obwohl er grundsätzich dazu in der Lage wäre."

Fotoquelle: Renault

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