Jenson Button und Lewis Hamilton sollen auf den Geraden schnell sein

Formel 1 2011

— 10.09.2011

McLaren: Warum vom guten Weg abbiegen?

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärt, warum die Briten den MP4-26 konsequent weiterentwickeln: Mit weniger Risiko in das kommende Jahr?

In der Fahrerwertung haben Lewis Hamilton und Jenson Button erheblichen Rückstand auf Sebastian Vettel, in der Teamwertung liegt McLaren meilenweit hinter Red Bull zurück. In einer solchen Situation schwenken die meisten Teams schon im Sommer auf die Entwicklung für das Folgejahr um - nicht so McLaren. Die Briten setzen die Jagd fort, nutzen umfangreiche Ressourcen für die weitere Entwicklung des MP4-26 und schmälern somit womöglich das Design für 2012.

"Vielleicht ist es unsere Schwäche, dass wir es hassen, wenn wir nicht siegen", schmunzelt Teamchef Martin Whitmarsh im 'Guardian'. Der Brite gibt offen zu, dass man derzeit mehr in die Entwicklung des aktuellen Autos investiere als bei nüchterner Betrachtung sinnvoll wäre. "Es liegt auch an mir persönlich", so Whitmarsh, "denn ich kann einfach nicht das Handtuch werfen und sagen, dass wir uns sofort auf das nächste Jahr konzentrieren. Die meisten Teams machen das, aber ich persönlich mag das nicht."

"Ich hätte arge Probleme damit, zu einem Rennen zu kommen in der Gewissheit, dass ich für den Erfolg bei jenem Rennen gar nicht alles getan habe", erklärt der McLaren-Teamchef. "Man kann in diesem Jahr noch sieben Rennen gewinnen. Wenn Ferrari und McLaren ab sofort aufgeben würden, dann wäre es für die Fans langweilig. Die dürfen doch von uns erwarten, dass wir jedes Rennen gewinnen wollen." Unterdessen arbeite man selbstverständlich auch schon am Auto für 2012.

Der Grundstein für mögliche Erfolge im kommenden Jahr werde jetzt gelegt - nicht nur in der Entwicklungsabteilung, sondern auch auf den Rennstrecken wie Monza, Singapur und Co. "Wenn du ein konkurrenzfähiges Auto als Grundlage hast, dann musst du bezüglich der Entwicklung weniger Risiken eingehen. Du kannst eher auf Evolution setzen", meint Whitmarsh. "Wir sind derzeit gut dabei. Wenn es so bleibt, dann können wir die Entwicklung etwas risikominimiert angehen."

Genau dieses fordert Jenson Button. Der Weltmeister von 2009 hatte zuletzt den vergangenen Winter als Mahnung genutzt. "Ein Großteil der Wintertests war nutzlos", so der Brite. McLaren hatte mit einem völlig neuartigen Auspuff in die Saison gehen wollen, doch das System war nicht gut genug - man musste kurzfristig umrüsten. Button erwartet von seinem Team, dass man im kommenden Winter ein solch hohes Risiko vermeiden wird.

Die Chancen auf eine gelunge Evolution des aktuellen Autos sind zuletzt gestiegen. "Wir haben die Stärken unseres Wagens erkannt", sagt Chefingenieur Tim Goss. "Wir haben nun ein funktionierendes System gefunden und wissen genau, auf welchem Weg wir es weiter verbessern können." Die Früchte dieser Arbeit werden bereits in Monza sichtbar: Nach einem starken - wenn auch nicht ganz gücklichen - Auftritt in Belgien sind die Briten in Monza extrem gut unterwegs.

Als Schlüssel für ein erfolgreiches Rennen auf der Highspeedbahn in Monza gilt der passende Heckflügel. Das Problem: Im Qualifying darf DRS jederzeit und überall verwendet werden, im Rennen aber nur unter bestimmten Bedingungen in zwei Zonen. "Man wird viele verschiedene Ansätze sehen, denn dieses Thema ist höchst komplex", sagt Goss, dessen Mannschaft viele Simulationen durchgeführt hat. "Ob wir es richtig gemacht haben, wissen wir wirklich erst am Sonntagnachmittag."

Fotoquelle: xpb.cc

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