Brawn ist nicht mehr Teambesitzer, sondern inzwischen Mercedes-Angestellter

Formel 1 2011

— 15.09.2011

Brawn: "Vorstand weiß, wie Team geführt werden muss"

Seit Mercedes bei Ross Brawns Team eingestiegen ist, läuft es nicht mehr: Der Brite erklärt die Gründe und spricht dem Vorstand ein Kompliment aus

2009 schien alles ganz leicht zu gehen: Honda stieg aus der Formel 1 aus, Teamchef Ross Brawn rettete den Rennstall und wurde mit Jenson Button trotz eines Schmalspur-Budgets Weltmeister. Danach stieg Mercedes ein, Rekord-Weltmeister Michael Schumacher kam als Fahrer - und seitdem läuft nicht mehr viel zusammen.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Brawn-Rennstall die gravierenden Reglementänderungen perfekt genutzt hatte und sich bereits im Jahr davor intensiv auf die Saison 2009 konzentriert hatte - mit dem Doppel-Diffusor hatte man zudem eine Wunderwaffe am Auto. "Als wir 2009 zum ersten Mal testeten", erinnert sich Brawn gegenüber 'Formula1.com', "da wussten wir durch die Beobachtung der anderen Teams sofort, dass wir sehr konkurrenzfähig sein würden. Das hat sich als richtig herausgestellt."

Brawn: Sensation wie 2009 kaum möglich

Heute ist so ein großer Sprung nach vorne nicht mehr möglich, weiß der Brite: "2009 gab es große Reglementänderungen - das wird 2011 und 2012 nicht der Fall sein. Das neue Auto wird eher eine Art Evolution, die Situation ist also nicht mit damals vergleichbar. Die Autos werden im Winter um ein paar Prozent verbessert, außer irgendjemand kommt mit einer Idee, an die niemand anderer gedacht hat."

Doch nicht nur die Reglementsituation hat sich verändert - auch die Struktur in Brawns Team ist nun deutlich anders: Während er 2009 gemeinsam mit Nick Fry alle Entscheidungen völlig autonom treffen konnte, ist der ehemalige Ferrari-Technikchef inzwischen nur noch Angestellter - der Rennstall ist längst in den Besitz von Daimler und Aabar übergegangen.

Daimler gibt Brawn viel Freiheit

Ob dies die Arbeitsweise beeinträchtigt? "Es ist anders, aber es hat auch positive Seiten", erklärt Brawn. "Die Tiefe, die Expertise und die Ressourcen, die wir aus anderen Bereichen der Firma mit einbeziehen können, werden ein entscheidendes Element für den Erfolg in der Zukunft sein." Die Gefahr, dass das Team durch die Mitsprache des Konzerns an Wendigkeit verliert, sieht Brawn nicht: "Unser Vorstand weiß, dass ein Formel-1-Team flink sein muss, wenn es um die täglichen Entscheidungen geht. Das ist die Verantwortung, die sie Nick, mir und dem restlichen Management-Team übergeben haben."

Obwohl der Vorstand Brawn laut eigenen Angaben viel Freiheit lässt, "müssen wir die Eigentümer und Anteilseigner respektieren. Das ändert die Dinge ein bisschen, aber unser Vorstand Dr. Thomas Weber und der Rest des Vorstands wissen, dass das Team wie ein Formel-1-Team geführt werden muss - sonst wird es keinen Erfolg haben."

Fotoquelle: xpb.cc

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