Flavio Briatore findet Sebastian Vettels bei Vertragsverlängerung Red Bull richtig

Formel 1 2011

— 16.09.2011

Briatore: "Red Bull erinnert an Benetton"

Flavio Briatore blickt auf die 1990er und Benetton zurück und erkennt Parallelen zu Red Bull: Sebastian Vettel ist in der Formel 1 derzeit die Nummer eins

Als Flavio Briatore 1989 in die Formel 1 kam, hatte er bis dahin nur wenig Fachwissen über den Motorsport. Durch die Erfolge des charismatischen Italieners wurde dessen Existenz in der Formel 1 aber nach einer gewissen Zeit nicht mehr hinterfragt. 1994 ermöglichte der 61-Jährige den ersten Fahrertitel von Michael Schumacher und erkennt nun Parallelen bei Sebastian Vettel.

Der Weltmeister von 2010 ist in der laufenden Saison noch stärker als im Vorjahr und hat seinen Teamkollegen Mark Webber absolut im Griff. Briatore erklärt im Interview mit 'Autobild motorsport' : "Wenn du die Nummer eins auf dem Auto hast, startest du auch mit der Nummer eins im Kopf in die Saison. Sebastian hat ein Jahr mehr Erfahrung, viele Extremsituationen, Höhen und Tiefen erfolgreich durchgestanden."

"Und er kennt das Auto jetzt noch besser. Außerdem arbeiten er und Mark Webber besser zusammen als im vergangenen Jahr. Und das Team macht weniger Fehler", analysiert der ehemalige Benetton-Teamchef. "In jedem Sport gibt es eine Nummer eins. In der Formel 1 ist das derzeit Sebastian. Aber Mark kämpft immerhin um WM-Platz zwei. Das ist auch eine Leistung, die man nicht unterschätzen sollte. Michael Schumachers Copiloten haben das nicht immer geschafft."

Damals bei Benetton...

Webber, der von Britatore gemanagt wird, ist nach seinem Ausfall von Monza nur noch WM-Vierter. "Mark fordert Sebastian und das Team lässt ihn auch. Schumachers Teamkollegen konnten ihn nicht fordern", vergleicht Briatore und erinnert sich an die Zeit bei Benetton: "Wir waren ein vergleichsweise kleines Team. Da musstest du dich auf einen Fahrer konzentrieren. Wir hatten einen für die Fahrer- WM und einen, der zusätzlich Punkte für die Konstrukteurs-WM einfahren sollte. Red Bull muss das nicht und tut es auch nicht."

Auch im kommenden Jahr werden Vettel und Webber für Red Bull fahren. Wie es 2013 weiter geht, ist ungewiss. Es ist anzunehmen, dass der Australier seine Karriere beenden wird. Vettel bleibt dem Team aber bis 2014 erhalten. Die Vertragsverlängerung erfolgte in Monza. "Der Junge hat damit alles richtig gemacht", ist sich Briatore sicher. "Außerdem ist das Team gut zu ihm. Mich erinnert Red Bull dabei so ein bisschen an Benetton früher - nur mit viel mehr Geld. Die Mentalität ist die gleiche."

"Dietrich Mateschitz hat seine Formel-1-Vision bravourös umgesetzt. Dafür hat er all meinen Respekt. Denn es ist nicht nur das Geld. Es gab schon Teams, die haben zehnmal so viel investiert wie Red Bull und haben trotzdem nie gesiegt", schildert Briatore.

Geld war neben den Querelen bei Benetton ein entscheidender Grund, warum Schumacher 1996 bei Ferrari landete. Briatore blickt zurück: "Wäre er geblieben, hätten wir auch 1996 die WM gewonnen. Deshalb war es auch aus seiner Sicht ein Fehler, uns so schnell zu verlassen. Er hätte das, was wir zusammen aufgebaut haben, noch länger auskosten können. Das macht Vettel jetzt besser."

Zeiten ändern sich

In der Saison 1996 ging Benetton mit Jean Alesi und Gerhard Berger an den Start. Man erhoffte sich eine Fortführung der Erfolge. Doch die Fahrerpaarung hatte große Probleme mit dem aggressiven, auf Schumacher abgestimmten Auto. Am Ende wurde man bei den Konstrukteuren Dritter und holte bei den Fahrern die Positionen vier und sechs. 1997 wurde es nicht besser und Briatore zog sich zurück.

Anfang 2002 saß er aber wieder am Kommandostand. Mit Fernando Alonso züchtete sich Briatore einen Siegfahrer heran, der 2005 und 2006 die WM gewinnen konnte und nun, genau wie Schumacher in den 1990ern, in einem roten Auto sitzt. "Michael hat Senna schlagbar gemacht. Aber Fernando hat ihn schlagbar gemacht. Vettel macht nun Fernando schlagbar. Die Zeit bleibt nicht stehen", so Briatore.

Da Vettel sich bis 2014 an Red Bull gebunden hat, ist ein Wechsel zu Ferrari vorerst kein Thema. "Ferrari ist natürlich ein faszinierendes Team. Aber er sollte dahingehen, wo er gewinnen kann. Das kann er derzeit bei Red Bull. Und nicht zu vergessen: Bei Ferrari hätte er als Fahrer eine große Verantwortung. Der Druck ist viel höher. Fernando hält dem nur stand, weil er schon reifer ist", so Briatore.

Fotoquelle: xpb.cc

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