Sebastian Vettel nimmt Stefano Domenicalis Vorwurf nicht wirklich ernst

Formel 1 2011

— 16.09.2011

Hat Vettel Führungsqualitäten?

Stefano Domenicali sprach Sebastian Vettel Führungsqualitäten ab - Doch was sagen Wegbegleiter und der Weltmeister selbst zu den Kommentaren des Ferrari-Teamchefs?

Erst kürzlich hatte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali in einem Interview mit 'Bild am Sonntag' provoziert und Weltmeister Sebastian Vettel Führungsqualitäten abgesprochen. "Vettel ist noch kein Anführer", meinte der Italiener. "Er ist auf dem Weg dorthin, aber noch ist er nicht so weit wie Michael und Fernando. Dafür ist er schlicht zu jung. Er muss noch Erfahrung sammeln. Echte Anführer gibt es nur zwei: Fernando Alonso und Michael Schumacher."

Als dann noch einige abwertende Kommentare über Red Bull folgten, fühlte sich Teamchef Christian Horner auf den Schlips getreten. "Unterm Strich hat er gut reden", antwortete der Brite gegenüber 'Reuters' leicht angesäuert. "Am Ende zählen aber nur die Ergebnisse." Jetzt stimmt Domenicali plötzlich deutlich versöhnlichere Töne an - vor allem in Richtung Vettel.

"Ich habe doch sogar betont, dass er möglicherweise unsere Zukunft ist", rudert der 46-Jährige gegenüber 'Autobild motorsport' zurück: "Seine Leistung ist außergewöhnlich. Er hat sich toll entwickelt, nichts kann ihn dieses Jahr erschüttern. Selbst wenn er das beste Auto hat, muss er diese Leistung erst einmal bringen."

Tost: Welche Führungsqualitäten ein Spitzenpilot benötigt

Gleichzeitig springen ehemalige Weggefährten für Vettel in die Bresche. "Sebastian führt mit dem Gasfuß! Besser geht's nicht", verteidigt Franz Tost - Teamchef bei Toro Rosso - gegenüber 'Autobild motorsport' seinen ehemaligen Schützling, der dem italienischen Red-Bull-Rennstall 2008 in Monza den einzigen Sieg in der Teamgeschichte bescherte.

Doch welche Führungsqualitäten sind bei einem Formel-1-Piloten überhaupt gefragt? Tost, der auch Erfahrung aus Williams-BMW-Zeiten besitzt, erklärt: "Die Aufgabe eines Spitzenpiloten ist es, Schwächen im Team auszumachen und dann so viel Druck zu machen, dass diese Schwächen abgestellt werden. Das hat Sebastian schon mit 21 Jahren bei Toro Rosso prima hingekriegt. Sonst wäre aus uns damals nicht plötzlich ein Siegerteam geworden." Sein Urteil: "Sebastian hat sehr wohl Führungsqualitäten."

Ascanelli: Erfolg alleine Vettel zuzuschreiben

Dem schließt sich Toro-Rosso-Technikchef Giorgio Ascanelli an. Er muss es wissen, schließlich arbeitete der 52-Jährige in seiner langen Karriere bereit mit Größen wie Ayrton Senna, Michael Schumacher und Nelson Piquet zusammen. "Jedes Team, in dem Sebastian bisher gefahren ist, wurde mit ihm zum Gewinner", argumentiert er gegenüber 'Autobild motorsport' mit Fakten.

"Erst Toro Rosso, jetzt Red Bull. Das liegt allein an Sebastian. Und ich schäme mich nicht, das auch zuzugeben. Red Bull hatte schon 2008 alle Zutaten für den Erfolg, aber wir waren besser als Red Bull, weil Vettel besser als Coulthard und Webber war. Toro Rosso verdankt seinen Erfolg allein Sebastian."

Vettel reagiert mit Scherz

Einer, der immer wieder betont, wie hart Vettel arbeitet, ist Red-Bull-Motorsport-Konsulent Helmut Marko. Der Grazer hat den Werdegang des Heppenheimers als Chef des Red-Bull-Juniorteams schon früh miterlebt - er betont, dass der Weltmeister das Team mit seinem Fleiß mitzieht: "Sebastian gibt sich nie mit weniger zufrieden, als möglich ist. Er ist sehr fordernd, bleibt dabei aber immer ruhig. Das ist eine ganz wichtige Eigenschaft, wenn man ein Team führen will."

Doch was hält Vettel selbst von den Aussagen des Ferrari-Teamchefs, er sei noch nicht reif genug, ein Team anzuführen? Der 24-Jährige lässt sich dadurch nicht aus der Balance bringen und antwortet gegenüber 'Autobild motorsport' mit einem Scherz: " "Was soll das alles? Ich habe meinen Führerschein doch schon mit 17 gemacht!"

Fotoquelle: xpb.cc

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