Für Adrian Sutil zählt Singapur eigentlich nicht zu den Lieblingsstrecken

Formel 1 2011

— 20.09.2011

Force India: Mit dem VJM04 auf dem Vormarsch?

Der langsame Stadtkurs in Singapur sollte dem aktuellen Fahrzeug von Adrian Sutil und Paul di Resta beim Jubiläum in die Karten spielen

Das Force-India-Team ist beim ersten von sechs aufeinanderfolgenden Übersee-Rennen bemüht, den in Monza erklommenen sechsten Rang in der Konstrukteurs-WM zu verteidigen. Nach zuletzt vier starken Ergebnissen in Folge mit mindestens einem achten Platz durch einen der beiden Fahrer Adrian Sutil beziehungsweise Paul di Resta liegt die indische Truppe seit dem Grand Prix von Italien in Monza erstmals seit dem Saisonauftakt in Melbourne vor Sauber.

"Wir haben bei den zurückliegenden Rennen auf WM-Punkte durch beide Fahrer gehofft, aber irgendetwas kam meist schon in der ersten Kurve dazwischen", sagt Teamchef Vijay Mallya mit Blick auf die Startkollisionen in Spa und Monza. "Immerhin haben wir jeweils mit einem Auto punkten können. Es ist großartig, als WM-Sechste aus Europa abzureisen."

Am kommenden Wochenende steht mit dem Stadtkurs in Singapur eine völlig andere Herausforderung als zuletzt in Monza auf dem Programm. Mallya ist umso zuversichtlicher, da sich der VJM04 auf viel Abtrieb verlangenden Strecken als äußerst konkurrenzfähig erwiesen hat. "Wir haben uns bei der Konzeption des Boliden von Beginn an darauf verständigt, dass wir ein Auto haben wollen, dass für jede Art Strecke geeignet ist", sagt der Boss und erklärt: "Unser diesjähriges Auto generiert mehr Abtrieb als jemals zuvor und ist daher auf der Geraden nicht ganz so schnell. Dennoch sahen wir in Spa und Monza nicht allzu schlecht aus. Auf den nun anstehenden Strecken, die mehr Abtrieb verlangen, sollten wir noch besser aussehen."

Auf das Nachtrennen in den Straßen der asiatischen Millionenmetropole - das für Force India den 50. Start mit Mercedes-Motoren markiert - freut sich Mallya gleich aus zwei Gründen: "Ein Rennen bei Dunkelheit ist immer etwas ganz Besonderes. Zudem erwarten wir in Singapur jede Menge Zuschauer aus Indien. Es wäre daher großartig für uns, wenn wir unsere jüngsten Resultate bestätigen könnten."

Das eigentliche Highlight für Force India steht allerdings erst vier Wochen nach dem Singapur-Grand-Prix im Anschluss an die Rennen in Japan und Südkorea bevor: der erste Grand Prix von Indien am 30. Oktober. Mallya ist überzeugt, dass die Premiere ein voller Erfolg werden wird. "Der Bericht von Charlie Whiting (FIA-Renndirektor; Anm. d. Red.) offenbart, dass vor Ort alles auf einem hohen Standard erledigt wurde und Charlie hat versichert, dass die Strecke bis zum Rennen auf jeden Fall fertiggestellt sein wird. Nach Aussage der Veranstalter könnten wir bereits morgen dort fahren", hält der Force-India-Teamchef fest.

Sutil will sich in Singapur weiter steigern

Während Teamchef Mallya bereits voller Vorfreude nach Singapur blickt, gesteht Adrian Sutil, dass der Stadtkurs nicht gerade zu seinen bevorzugten Terrains zählt. "Der Kurs ist interessant, aber nicht gerade meine Lieblingsstrecke. Es gibt dort ein paar herausfordernde Kurven und über die Jahre habe ich mich doch etwas mehr mit der Strecke angefreundet", sagt der Deutsche, der bei allen bisherigen drei Grands Prix in Singapur am Start war und stellt klar: "Generell mag ich die Herausforderung von Stadtkursen."

Zusätzlichen Optimismus schöpft Sutil aus der Tatsache, dass der Force India VJM04 anders als die Vorgängermodelle auf langsameren Kursen sehr gut liegt. "Monza kam uns mit dem auf wenig Abtrieb ausgelegten Setup nicht unbedingt entgegen. In Singapur sollte es deutlich besser laufen. Im Grunde hat sich die Situation im Vergleich zur Vorsaison komplett gedreht", sagt der Force-India-Routinier im Hinblick darauf, dass der Hochgeschwindigkeitskurs in Italien in der Vergangenheit regelmäßig die Paradestrecke für das indische Team war.

Im Gegensatz dazu bereiteten langsame Kurse wie Monte Carlo, Budapest oder eben Singapur dem Team in den zurückliegenden Jahren regelmäßig Kopfzerbrechen. Das ist nicht nur laut Teamchef Mallya in diesem Jahr anders. "Wir sind inzwischen auf Strecken mit viel Abtrieb wesentlich konkurrenzfähiger. Ich erwarte daher, dass wir auch in Singapur eine gute Rolle spielen werden. Mit der richtigen Strategie ist alles möglich", gibt sich Sutil zuversichtlich.

Dass Teamkollege Paul di Resta in Monza trotz der ungünstigen Voraussetzungen noch einen achten Platz an Land ziehen konnte, ist für Sutil nicht zuletzt auf günstige Umstände zurückzuführen. "Paul hatte das Glück, dass vor ihm einige Fahrzeuge ausgefallen sind, aber es war auch an der Zeit, dass wir mal etwas Glück haben", urteilt der Deutsche und ergänzt: "Jetzt müssen wir darauf aufbauen und uns gegenüber Sauber etwas Luft verschaffen."

Di Resta plant mit Eingewöhnungsphase

Di Resta selbst stimmt seinem Teamkollegen insofern zu, indem er sagt, dass Platz acht in Monza "das Maximale war, was wir herausholen konnten". Nach Haftungsproblemen am gesamten Wochenende unter dem Strich mit vier gewonnenen WM-Punkten nach Hause fahren zu können, sei nach Ansicht des Schotten "ein großartiges Ergebnis" gewesen.

Auf den Kurs in Singapur, der für di Resta einmal mehr Neuland darstellt, hat sich der Rookie wie üblich mit intensiver Simulatorarbeit vorbereitet. "Das Layout kannte ich bereits, nachdem ich im vergangenen Jahr vor Ort war und die Strecke zu Fuß abgelaufen bin. Meine Vorbereitung auf das erste Rennen dort lief mit Arbeit am Simulator und dem Studieren von Onboard-Videos ab wie immer."

Ungeachtet der intensiven Vorbereitung rechnet di Resta mit einer gewissen Eingewöhnungsphase am Wochenende: "Singapur gehört ganz sicher zu den Strecken, wo es am schwierigsten sein dürfte, auf gute Rundenzeiten zu kommen, da der Kurs sehr lang ist. Wie bei jedem neuen Stadtkurs wird es wohl eine Weile dauern, bis ich das nötige Vertrauen gefunden habe."

Entscheidend ist für den Schotten daher, "so viel Zeit wie möglich im Auto zu verbringen, um das Limit ausloten zu können". Was di Resta im Zuge seiner Gewöhnung an den schwierigen Stadtkurs gar nicht brauchen kann, ist Regen: "Ich kann nur hoffen, dass die Strecke trocken sein wird, solange ich damit beschäftigt bin, sie richtig kennenzulernen. Eventuelle Regenschauer dürften ein Vorankommen doch deutlich erschweren."

Fotoquelle: Force India

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