Immer auf der letzten Rille: Hamiltons Stil sorgt für Bewunderung und Kritik zugleich

Formel 1 2011

— 21.09.2011

Hamilton: "Das Risiko macht den Unterschied"

Lewis Hamilton verteidigt seine aggressive Fahrweise und stellt diese vielmehr als Merkmal heraus, das die Topfahrer von Mitfahrern unterscheidet

McLaren-Pilot Lewis Hamilton stand aufgrund seiner aggressiven Fahrweise zuletzt wiederholt in der Kritik - zu Unrecht, wie er selbst findet. "Es gibt wie ich finde im Motorsport einen sehr schmalen Grat zwischen überaggressiver Fahrweise, die das Leben anderer Menschen gefährdet und der Fahrweise knapp innerhalb der Gefahrenzone", sagt Hamilton gegenüber 'Reuters'.

Wenngleich er genau wie alle anderen stets bestrebt sei, diese von ihm genannte Grenze nicht zu überschreiten, so läuft es letztlich darauf hinaus, dass "wir mit 320 km/h Rad an Rad fahren und da können solche Dinge passieren". Unfälle und Kollisionen wird es nach Meinung Hamiltons immer geben.

In der laufenden Saison fiel der Brite vor allem durch seine Kollision mit Pastor Maldonado in Monte Carlo sowie die Berührung mit seinem eigenen Teamkollegen Jenson Button in Montreal und den jüngsten Crash mit Kamui Kobayashi in Spa auf. Dennoch hat Hamilton nicht vor, an seiner Fahrweise etwas zu ändern.

"Es gibt einige Fahrer, die der Ansicht sind, dass ich zu aggressiv unterwegs wäre", leitet der Weltmeister des Jahres 2008 ein und setzt fort: "Ich bin keineswegs hier, um die Rennen anderer Leute zu ruinieren. Stattdessen versuche ich einfach nur, die richtige Balance zu finden und sie auf der Strecke zu schlagen. In Situationen wie nach der Kollision in Monaco ist ein Schritt zurück sicher angebracht, nicht aber eine komplette Änderung der Herangehensweise."

Schließlich sei er sein ganzes Leben über mit dieser Einstellung unterwegs und oft erfolgreich gewesen, was nicht zuletzt einer der Gründe ist, warum sich der McLaren-Pilot nach wie vor großer Beliebtheit bei den Rennsportfans weltweit erfreut. Manchmal wünscht sich Hamilton, er wäre zu einer anderen Zeit geboren worden.

"In der Vergangenheit mussten die Piloten viel mehr riskieren", sagt der Brite. "Ich wäre gern selbst in der guten alten Zeit unterwegs gewesen. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich das Risiko schon immer geliebt habe."

In diesem Zusammenhang stellt Hamilton erneut heraus, dass es ihm nicht darum geht, das Leben anderer zu gefährden, stattdessen versuche er nur "etwas mehr herauszuholen als andere", wie er sagt. "Hin und wieder etwas mehr Risiko einzugehen ist letztlich das, was die schnelleren Fahrer vom Rest des Feldes unterscheidet", ist Hamilton überzeugt.

Daran, dass sich in naher Zukunft an seiner Herangehensweise etwas ändern wird, glaubt Hamilton nicht. Zumal er derzeit keine konkreten Pläne hegt, in absehbarer Zeit eine Familie zu gründen. "David Coulthard hat mir einmal gesagt, dass er als Vater irgendwann das letzte Risiko gescheut hat, weil er sicherstellen wollte, dass er sein Kind auch am nächsten Tag noch sehen kann", erinnert sich der 26-Jährige und fügt an: "Ich bin noch jung und derzeit nicht in dieser Position. Ob sich das irgendwann ändern wird, wenn eine Familie habe, weiß ich nicht, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

Fotoquelle: xpb.cc

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