Nachdenklicher Rookie: Paul di Resta hat noch keinen Vertrag für 2012

Formel 1 2011

— 22.09.2011

Di Resta: Harter Zweikampf mit Sauber

Force-India-Pilot Paul di Resta über das anhaltende Duell gegen Sauber um Platz sechs in der Konstrukteurswertung und das Warten auf einen neuen Vertrag

Paul di Resta ist bislang der erfolgreichste Rookie des Jahres. Der schottische Force-India-Pilot holte in seinen ersten Formel-1-Rennen bereits zwölf WM-Punkte und hatte somit entscheidenden Anteil daran, dass die Inder an Sauber vorbeiziehen konnten. Das Team will Platz sechs in der Gesamtwertung mit allen Mitteln verteidigen. Di Resta ist vor dem Nachtrennen in Singapur nicht sicher, ob die kleinen Updates reichen werden, um sich die Schweizer vom Leib zu halten.

Frage: "Paul, wie kommst du mit der Zeitumstellung zurecht?"
Paul Di Resta: "Okay. Ich habe einfach gar nichts geändert. Es ist wichtig, dass man sich nicht beirren lässt und einfach den europäischen Rhythmus beibehält. Am besten gräbt man sich im Hotelzimmer ein. Wenn man immer draußen ist, dann wird es schwierig."

Frage: "Wie hast du dich auf die Strecke eingestellt?"
Di Resta: "Ich habe ein paar Runden im Simulator gedreht. Außerdem habe ich im verangenen Jahr schon den Streckenrundgang mit dem Team gemacht. Unsere Simulation passt ganz gut. Diese Strecke ist nicht ganz einfach, aber heute Abend werden wir nochmal einen Rundgang machen. Am wichtigsten ist hier - und das ist wie in Monaco -, dass du Selbstvertrauen aufbaust."

"Man muss die Trainingszeit optimal nutzen. Die Strecke wird sich im Verlauf des Wochenendes erheblich entwickeln, die Bedingungen ändern sich. Wir haben ein umfangreiches Trainingsprogramm vor uns. Wir müssen ein paar neue Teile ausprobieren. Wir müssen möglichst viel fahren, damit unsere Jungs ausreichend Daten zur Verfügung haben, um das Auto bestmöglich auf den Grand Prix vorbereiten zu können."

Frage: "Was hast du in Monaco für deinen Einsatz auf solchen Strecken lernen können?"
Di Resta: "Dass auf solchen Strecken immer viel passieren kann. Am Freitag hatte ich in Monaco technische Probleme, am Sonntag eine Berührung bei einem Überholmanöver. Mal sehen, ob wir hier viele Überholmanöver sehen werden. Das wird von Reifenverschleiß und Taktiken abhängen. Das wird der Schlüssel sein."

Frage: "Ist das Rennen in Valencia mit diesem hier bezüglich DRS-Einsatz und Überholen vergleichbar?"
Di Resta: "Die Strecke in Valencia ist recht flüssig. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Man kann hier allerdings viel schneller Fehler machen. Der Reifenverschleiß wird hier eine deutlich größere Rolle spielen, es wird bestimmt in einigen Bremszonen stehende Räder geben. Es spielen viele Faktoren hinein. Bislang war dies nie eine Strecke für viele Überholmanöver, aber DRS hat vieles verändert. Nehmt mal Barcelona. Da gab es früher kaum Positionswechsel, in diesem Jahr aber schon."

Frage: "Ist es hier wichtig, sich für die Top 10 zu qualifizieren?"
Di Resta: "Ja, absolut. Das war in Monza der Fall und das wird hier genauso der Fall sein."

Frage: "Habt ihr viele neue Teile am Auto?"
Di Resta: "Nein, nicht allzu viele. Es sind nur Kleinigkeiten, weil wir hauptsächlich schon für kommendes Jahr entwickeln. Das machen fast alle Teams so. Aber das neue Paket ist in Ordnung, es sollte uns etwas voranbringen."

Frage: "Ihr habt euch in den vergangenen Wochen an Sauber vorbeigearbeitet und liegt nun auf Rang sechs. Könnt ihr hier auch wieder vor denen sein?"
Di Resta: "Ja, ich rechne damit. Das war in den vergangenen Rennen der Fall und ich sehe keinen Grund, warum das nicht weiterhin so sein sollte. Wir waren zuvor die Jäger, haben Sauber jetzt überholt, die in Monza technischeProbleme hatten. Hoffentlich sind wir hier auch ein bisschen besser. Der Zweikampf wird weitergehen. Im vergangenen Jahr mussten wir bis zum allerletzten Rennen um jeden einzelnen Punkt kämpfen. Das wird nun auch wieder so sein."

Frage: "Wo siehst du im Kampf zwischen Force India, Sauber und Toro Rosso die Stärken und Schwächen in den letzten sechs Rennen der Saison?"
Di Resta: "Sauber ist meistens in den Rennen richtig gut. Es ist dermaßen eng, sodass man nicht wirklich Stärken und Schwächen herausarbeiten kann. Niemand kann vorher sagen, welches Auto am kommenden Wochenende stark sein wird. Alle hatten Force India speziell in Monza stark erwartet, aber wir hatten dort Probleme. Ungarn war bislang immer eine schwache Strecke für uns, aber dort waren wir in diesem Jahr richtig gut."

"Wir haben die Philosophie beim Bau des Autos etwas geändert, und das kann man nun sehen. Diese neue Philosophie hat uns in diesem Jahr schon einige Punkte eingebracht. Ich hoffe, dass es auch auf den Strecken, die nun noch in diesem Jahr kommen, weiterhin gut funktionieren wird."

Frage: "Wie befriedigend war es, dass sich eure Arbeit ausgezahlt hat und du in Budapest und Monza Punkte holen konntest?"
Di Resta: "Für uns ist es wichtig, dass wir jede sich bietende Chance auf Zähler nutzen. Solche Gelegenheiten ergeben sich nicht immer. Es ist unglaublich eng. Wir haben zuletzt auch davon profitiert, dass Sauber einige technische Probleme hatte. Aber auch uns ist es so ergangen. In Spa-Francorchamps hatten wir beispielswese einen richtig guten Speed, aber schon in der ersten Kurve war das Rennen im Grunde gelaufen. Das war Pech. Für uns ist es jetzt mal wichtig, dass wir mal beide Autos in die Punkte bringen. Bisher wechseln Adrian und ich uns immer nur ab."

Frage: "An diesem Wochenende könnte schon die Titelentscheidung fallen - danach kommen noch fünf weitere Rennen. Wird das nicht langweilig für die Zuschauer?"
Di Resta: "Ich mag mich nicht großartig über das auslassen, was dort an der Spitze abgeht. Vettel könnte es jetzt anders angehen. Wir dagegen haben einen engen Kampf im Mittelfeld und müssen bis zum letzten Rennen alles geben. Ich wäre gern mal in einer solchen Situation wie Vettel. So wie ich Sebastian allerdings kenne, wird er weiter um Rennsiege fahren wollen. Andere wahrscheinlich auch, wobei sich viele schon auf 2012 konzentrieren werden."

Frage: "Und was macht ihr im Kampf um Platz sechs? Kommen bei euch nochmal neue Teile?"
Di Resta: "Kleine Anpassungen wird es geben, mehr ist aber wohl nicht möglich. Die Produktionsprozesse dauern immer eine Weile. Die neue Saison startet sehr früh, daher muss man sich ranhalten. Die neuen Autos müssen fertig konstruiert werden. Man will immerhin Ende Januar einen ersten Shakedown absolvieren."

Frage: "Fährt sich ein Formel-1-Auto bei Nacht anders?"
Di Resta: "Nein. Es ist ja auch nicht richtig Nacht. Es ist unter Flutlicht genauso hell wie am Tag. Ich habe schon viele Rennen erlebt, bei denen es deutlich dunkler war als hier."

Frage: "Force India will erst im Dezember über den Fahrerkader für 2012 entscheiden, was extrem spät ist. Macht dich das etwas nervös?"
Di Resta: "Die Entscheidung liegt beim Team. Ich konzentriere mich nur auf meine eigenen Leistungen, mehr kann ich nicht machen. Was passiert, das passiert eben. Ich bin froh um die Erfahrungen, die ich mit diesem tollen Team sammeln darf. Ich bin schon seit zwei Jahren ein Teil der Mannschaft. Ich habe große Ambitionen und möchte auch in Zukunft zum Team gehören."

Frage: "Schaust du dich abseits von Force India um?"
Di Resta: "Ich konzentriere mich auf das Fahren. Andere Leute kümmern sich um den Rest und handeln stets in meinem Interesse."

Fotoquelle: Force India

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