McLaren-Pilot Lewis Hamilton hat in Singapur 2009 schon einmal gewonnen

Formel 1 2011

— 23.09.2011

Erstes Training verkürzt: Hamilton vor Vettel

Der Veranstalter muss sich nach dem ersten Training in Singapur Kritik anhören, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel können hingegen zufrieden sein

Nicht Weltmeister-Kandidat Sebastian Vettel (Red Bull), der im Titelrennen schon an diesem Wochenende den Sack zumachen könnte, sondern Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training zum Grand Prix von Singapur. Der McLaren-Pilot umrundete den gut fünf Kilometer langen Stadtkurs in 1:48.559 Minuten und belegte damit vor Vettel Platz eins.

Die Session begann zunächst mit einer 30-minütigen Verzögerung: Durch eine Rahmenserie waren die rot-weißen Randsteine in den Kurven drei und 14 locker geworden. FIA-Rennleiter Charlie Whiting zögerte erst den Trainingsbeginn hinaus und entschied sich dann nach einem Lokalaugenschein, die Randsteine der Einfachheit halber komplett entfernen zu lassen. Folgerichtig durften die Fahrer in jenen Kurven dann auch die weißen Begrenzungslinien überfahren.

Kritik an den Veranstaltern

"Als wir die Strecke gestern abgegangen sind", ärgert sich Renault-Technikchef James Allison, "konnte man schon sehen, dass einige Kerbs locker sind. Wir haben das auch der FIA gemeldet. Wenn wir dann eine halbe Stunde verlieren, ist das eine Plage, aber noch wichtiger ist, dass sich das auf das gesamte Programm des Tages auswirkt." Denn mit der Verschiebung und Verkürzung des ersten Trainings um eine halbe Stunde war es nicht getan...

Gegen Ende, als das Tageslicht längst verschwunden war, hatten sich noch einmal Randsteine gelöst, sodass sogar eine Schraube hervorstand, die jederzeit einen Reifenschaden verursachen hätte können. Die Reparaturen sorgten erneut für eine sechsminütige Unterbrechung. Paul di Resta (Force India/+3,836) ärgert sich: "Zumindest ist es für alle gleich. Für mich ist die verlorene Zeit aber besonders bedauerlich, denn ich fahre zum ersten Mal hier."

Dafür mischte der Brite stets recht weit vorne mit, obwohl Singapur für Rookies als eine der schwierigsten Strecken gilt. Das zeigten auch die üblichen Verbremser und Ausritte - nicht einmal Vettel oder Felipe Massa (6./Ferrari/+3,444) blieben davor verschont. Einen geistigen Aussetzer hatte aber Mark Webber (3./Red Bull/+1,467), als er in einer schnellen Kurve versuchte, Timo Glock (22./Marussia-Virgin/+10,193) zu überholen.

Ungestüme Aktion von Webber

Doch Webber ging nicht am Deutschen vorbei, sondern schlitzte nur dessen linken Hinterreifen auf und beschädigte dabei seinen eigenen Frontflügel - im Freien Training völlig überflüssig, sodass sogar seine eigene Crew nur den Kopf schüttelte. "Das ist die unmöglichste Stelle zum Überholen", kritisiert Experte Marc Surer. "Dass Glock mit dem Virgin langsamer ist, wissen wir, und Webber war auf einer schnellen Runde. Webber wollte noch zurückstecken, hat es aber nicht mehr geschafft."

Zwei Minuten nach diesem Zwischenfall musste die Session erstmals unterbrochen werden, weil Heikki Kovalainen (20./+7,599) ein Revival seines 2010er-Barbecues feierte: Am Lotus des Finnen entzündeten sich die Bremsen, sodass die Streckenposten mit dem Feuerlöscher eingreifen mussten. Dennoch hatte Lotus keine Schwierigkeiten mit der gedachten 107-Prozent-Hürde, an der Marussia-Virgin und HRT relativ klar gescheitert wären.

WM-Entscheidung in Singapur?

Die Zeiten der Spitze richtig einzusortieren, ist nach den ersten 60 Minuten dieses Wochenendes schwierig, aber Vettel lässt zumindest keine Zweifel daran aufkommen, dass er auch in Singapur gewinnen und die vorzeitige WM-Entscheidung möglichst rasch herbeiführen möchte. Auch mit den McLaren-Piloten muss man rechnen, ebenso wie mit dem zweifachen Singapur-Sieger Fernando Alonso (2008 auf Renault und 2010).

Der Ferrari-Pilot ging erst in den letzten Minuten auf die Strecke, drehte elf Runden und sicherte sich mit knapp zwei Sekunden Rückstand den vierten Platz, dreieinhalb Zehntelsekunden vor Jenson Button im zweiten McLaren. "Alonso muss technische Probleme gehabt haben, weil er so lange an der Box gestanden ist", vermutet Experte Surer, der den zweifachen Weltmeister gerade auf so einer anspruchsvollen Strecke immer auf der Rechnung hat.

Mit Adrian Sutil (7./Force India/+3,652), Michael Schumacher (8./+3,817) und Nico Rosberg (10./beide Mercedes/+4,216) landeten drei weitere Deutsche in den Top 10. Dahinter folgten die üblichen Verdächtigen des Mittelfelds: Williams, Toro Rosso und Sauber. Nur die beiden Renault-Piloten schienen am Ende der ersten Session erstaunlich weit hinten auf: Bruno Senna 16., Witali Petrow 18. - mit gut fünf beziehungsweise sechs Sekunden Rückstand...

Fotoquelle: xpb.cc

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