Jackie Stewart ist 1973 als amtierender Weltmeister der Formel 1 zurückgetreten

Formel 1 2011

— 24.09.2011

Stewart: Ist Schumacher zu früh zurückgetreten?

Jackie Stewart äußert die Theorie, dass Michael Schumacher lieber 2006 zwei Jahre anhängen hätte sollen, als drei Jahre später ein Comeback zu geben

Auch wenn sich Michael Schumacher in den vergangenen paar Rennen prächtig verkauft hat, ist das Comeback des siebenfachen Weltmeisters insgesamt bisher nicht so verlaufen, wie sich das die meisten seiner Fans erhofft hatten. Jackie Stewart ist daher nach wie vor der Meinung, dass es ein Fehler von Schumacher war, noch einmal in die Formel 1 zurückzukehren.

Überrascht darüber, dass der Mercedes-Pilot im fortgeschrittenen Alter eineinhalb Jahre gebraucht hat, um endlich konstant auf dem Niveau von Nico Rosberg fahren zu können, ist Stewart nicht: "Ja und nein", antwortet der Brite im Interview mit 'Motorsport-Total.com' und erklärt: "Ich glaube nicht, dass es etwas mit seinem Alter zu tun hat. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das echte Problem war, dass er zu früh zurückgetreten ist."

Noch nicht satt von der Formel 1?

Als Schumacher (heute 42) in Monza 2006 seinen Rücktritt erklärt hat, war er 37 Jahre alt und noch einer der anerkannt besten Formel-1-Piloten. "Er war noch nicht bereit für die Rente", glaubt Stewart, der selbst mit 34 zurückgetreten ist (als amtierender Weltmeister). "Wenn er zwei weitere Jahre geblieben wäre, dann hätte er zufrieden abtreten können - auch wenn er nicht mehr Weltmeister geworden wäre. Ich glaube, dann hätte er von der Formel 1 genug gehabt."

Schumacher nahm sich eine Auszeit vom Berufsleben und kehrte später als Superassistent von Jean Todt beziehungsweise als Berater zu Ferrari zurück. Außerdem kam er gelegentlich Sponsorenverpflichtungen nach. Aber: "Meines Wissens hatte er in seinem Leben nichts, kommerziell oder im geschäftlichen Sinne, was ihn ausreichend ausgefüllt hätte, um das Loch zu stopfen, das durch das Ende der Karriere entstanden ist", vermutet Stewart.

"Ich kann nur für mich sprechen und möchte eigentlich nicht über andere spekulieren. Das wäre nicht korrekt", fährt er fort. "Ich wäre beinahe zwei Jahre früher zurückgetreten, weil ich am Pfeifferschen Drüsenfieber litt. Ich habe die Krankheit überwunden und mir gedacht, dass ich mir noch ein Jahr gebe. Als ich im April 1973 entschieden habe, dass ich zurücktrete, wusste ich bei jedem Grand Prix, dass es mein letztes Mal als Fahrer in einem Rennauto sein würde. Das habe ich sehr genossen."

Immer beschäftigt gewesen

"Ich schaue nie zurück", meint Stewart, heute 72 Jahre alt. "Meine neuen Aufgaben haben mich völlig eingenommen - ob das nun das Fernsehen war, Ford, Goodyear, elf. Ich hatte auch meine Kinder und war komplett ausgelastet, hatte eine Menge Spaß. Ich habe genauso hart gearbeitet und war eigentlich genauso viel unterwegs wie als Rennfahrer. Ich glaube, das war richtig so - auch für meine Frau Helen, die mich übrigens nie gebeten hat, dass ich damit aufhöre."

Als Stewart seine letzten Grands Prix bestritt, war die Formel 1 noch bei weitem nicht so sicher wie heute. Dennoch hatte er keine Angst, quasi auf der Zielgeraden noch sein Leben zu lassen: "Ich hatte großes Glück und hatte solche Gedanken überhaupt nicht", erinnert er sich. "Ich bin in dem Jahr einige sehr gute Rennen gefahren, habe zum Beispiel am Ring und in Monaco gewonnen, auch in Frankreich, Belgien, bin Weltmeister geworden."

Besonders gut erinnert er sich an Monza 1973: "Ich hatte in der zweiten Runde einen Reifenschaden und bin noch Vierter geworden. Wenn du in der zweiten Runde einen Reifenschaden hast, bist du abgeschlagen Letzter. Es ist etwas anderes, wenn es in der 25. Runde passiert, denn dann hast du immer noch jemanden hinter dir. Aber in der zweiten Runde waren alle meilenweit weg. Ken (Tyrrell; Anm. d. Red.) hat mir Boxentafeln rausgehalten, auf denen stand: 'Fangio minus 50'", grinst Stewart.

Fotoquelle: xpb.cc

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