Mark Webber, Polesetter Sebastian Vettel und Jenson Button freuen sich

Formel 1 2011

— 24.09.2011

Vettel in WM-Form: Pole in Singapur!

Red Bull weltmeisterlich: Sebastian Vettel stellt unter Flutlicht sämtliche Gegner in den Schatten - Mark Webber Zweiter, Geheimfavorit Fernando Alonso nur Fünfter

Zwar braucht Sebastian Vettel Schützenhilfe von seinen Gegnern, um schon morgen vorzeitig seinen zweiten WM-Titel zu gewinnen, aber daran, dass er zumindest seinen Beitrag dazu leisten möchte, lässt der Red-Bull-Pilot keinen Zweifel: Im Qualifying zum Grand Prix von Singapur deklassierte er die Konkurrenz und sicherte sich überlegen die Pole-Position.

"Wir haben aus den Fehlern, die wir im Vorjahr im Qualifying gemacht haben, gelernt. Jetzt stehen wir mit beiden Autos in der ersten Reihe", strahlt Vettel, für den die 26. Pole-Position seiner Karriere seine erste in Singapur ist. Dabei hat er "im letzten Run in dieser wirklich schwierigen Schikane einfach zu viel gewollt. Mit der ersten Runde war ich aber ziemlich zufrieden." Die Bestzeit von 1:44.381 Minuten reichte dann auch ganz locker, um die Spitze zu behaupten.

Strecke wurde beim zweiten Run schneller

Und das, obwohl die Strecke "am Ende schneller wurde", wie der - darin sind sich inzwischen alle Experten einig - angehende Weltmeister analysiert. "Die Pole hier bedeutet mir sehr viel, weil ich es im letzten Jahr selbst vermasselt habe", sagt er. "Das dieses Jahr hinzukriegen, freut mich sehr. Es wird ein sehr langes Rennen. Ich glaube, dass nicht nur der Schnellste eine Chance hat, das Rennen zu gewinnen, sondern auch der Cleverste."

Gefährden konnte den 24-Jährigen heute niemand - auch nicht Teamkollege Mark Webber, der sich erst in letzter Minute noch vom fünften auf den zweiten Platz nach vorne schob: "Ich bin ziemlich glücklich", lächelt der Australier trotz seiner 0,351 Sekunden Rückstand, denn: "Diese Strecke war in der Vergangenheit nie gut für mich und Seb ist hier sensationell schnell. Er macht ja auch kaum mal einen Fehler, darum bin ich mit Platz zwei zufrieden."

Zunächst war noch Lewis Hamilton neben Vettel in der ersten Startreihe gestanden, aber McLaren ließ den Briten nicht mehr rechtzeitig auf die Strecke, sodass er von der Box aus zuschauen musste, wie Webber und Teamkollege Jenson Button (hauchdünn um fünf Tausendstelsekunden) an ihm vorbeizogen. "Schade, dass wir die letzte Runde nicht mehr fahren konnten", ärgert sich Hamilton, der somit den Vorteil der schneller werdenden Strecke aus der Hand gab.

Hamilton: Zumindest vor Ferrari

"Wir stehen vor den Ferraris. Das ist positiv", kann er dem vierten Platz auch etwas Positives abgewinnen. "Ich hätte schneller sein können, was mich noch optimistischer stimmt. That's Racing. Ich glaube, dass wir morgen ein gutes Rennen fahren können." Auch Button zieht eine positive Zwischenbilanz: "Meine beiden Runden waren gut. Ich bin zufrieden, unter den besten Drei zu stehen. Das ist eine gute Ausgangsposition für morgen."

Angesichts des Verlaufs der Session muss McLaren mit den Startpositionen drei und vier zufrieden sein, denn gestern waren Button und Hamilton noch nicht sonderlich konkurrenzfähig und auch heute lief nicht alles nach Plan: In Q1 klagte Button über Untersteuern, während bei Hamilton am Unterboden gearbeitet wurde. "Er ist doch am Randstein aufgesessen. Dabei hat er sich vielleicht den Unterboden kaputt gemacht", vermutet Experte Marc Surer.

Viele Pannen bei McLaren

In Q2 humpelte Hamilton dann mit einem Reifenschaden rechts hinten an die Box zurück, aber zum Glück wurde er dennoch nicht mehr aus den Top 10 verdrängt. Sein Vorsprung auf den fünftplatzierten Singapur-Spezialisten Fernando Alonso (Ferrari) betrug unterm Strich gerade mal 65 Tausendstelsekunden. Red-Bull-Teamchef Christian Horner rechnet mit Alonso: "Jenson war sehr schnell, aber ich vermute, dass Fernando im Rennen unser stärkster Gegner sein wird."

Zwei Zehntelsekunden hinter dem blassen Felipe Massa (Ferrari/+1,419) wurde Nico Rosberg Siebter. "Das ist okay, auf jeden Fall. Es war eine gute Runde, ich habe alles rausgeholt. Mehr als Platz sieben war nicht drin", gibt sich der Mercedes-Pilot realistisch. Teamkollege Michael Schumacher verzichtete in Q3 auf eine gezeitete Runde ("Haben bewusst gepokert"), genau wie auch die beiden Force-India-Piloten (Adrian Sutil Neunter, Paul di Resta Zehnter), um Reifen zu sparen.

Unglücklich verlief die Nacht für das Sauber-Team: Erst verloren die Schweizer Kamui Kobayashi (17.) an der Außenmauer der ruppigen Schikane um Kurve zehn, dann zog Sergio Perez im Zweikampf gegen di Resta um den Aufstieg ins Top-10-Finale den Kürzeren, obwohl er für wenige Sekunden tatsächlich Zehnter war. Hinter Perez landeten die beiden Williams-Piloten und Sebastien Buemi (Toro Rosso) auf den Plätzen zwölf bis 14.

Renault: Senna stellt auf 2:1

15. wurde Bruno Senna (Renault), der seinem Teamkollegen Witali Petrow (18.) in Q1 eine Klatsche von einer Sekunde verpasst hatte! "Er fährt überraschend gut", lobt Surer. "Ich hätte nicht gedacht, dass er mit Petrow locker mithalten kann, ihn sogar schlägt. Das spricht für Bruno, der seine Chance zu nutzen weiß." Bitter allerdings, dass Renault die neuen Teile gestern wieder ausbauen musste und eines der schwächsten Wochenenden der Saison durchmacht.

Timo Glock gewann das Stallduell bei Marussia-Virgin einmal mehr um zwei Zehntelsekunden. Mit dem 21. Rang und der genommenen 107-Prozent-Hürde ist er angesichts der Umstände nicht unzufrieden: "Das Auto war sehr schwierig zu fahren, die Hinterachse beim Anbremsen nervös", meint er. "Ich war mehr neben der Strecke als den ganzen Rest der Saison und es war kein sauberes Qualifying. Aber von der Position hätten wir uns auch sonst nicht viel verbessert."

Schon morgen jüngster Doppelweltmeister?

Polesetter Vettel hat schon morgen die Chance, vorzeitig zum zweiten Mal Weltmeister zu werden, allerdings würde das Qualifying-Ergebnis als Zieleinlauf dafür nicht ausreichen. "Die Voraussetzungen sind gegeben", meint Surer, aber: "Es ist eines der härtesten Rennen der Saison. Da kann viel passieren: Strategie, Safety-Car - das muss alles passen. Und natürlich: Die Reifen dürfen nicht allzu sehr abbauen. Wie viele Reifenwechsel macht man? Es gibt viele Parameter."

Bei Red Bull schiebt man den Gedanken noch weit von sich weg: "Unsere Aufgabe ist, unsere eigene Leistung zu maximieren und das Rennen zu gewinnen. Den Rest haben wir nicht selbst in der Hand", weiß Teamchef Horner. "Der Mond und die Sterne müssen richtig stehen! Eine Party haben wir jedenfalls nicht geplant. Wir konzentrieren uns auf das Rennen. Ja, wir sind gut im Feiern, aber wenn etwas passiert, dann wird es spontan sein."

Außerdem werden jedes Mal in Singapur Erinnerungen an 2008 wach, als das Renault-Team durch einen absichtlich provozierten Unfall von Nelson Piquet jun. künstlich eine Safety-Car-Phase herbeigeführt hat, um den späteren Sieger Alonso in Führung zu bringen. Mit einem Safety-Car muss man beim Nachtrennen nämlich immer rechnen, sagt Surer und erklärt: "Das kann eine große Rolle spielen, wenn man gerade im falschen Moment die Reifen gewechselt hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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