Lewis Hamilton steht wieder einmal im Mittelpunkt der Kritik

Formel 1 2011

— 25.09.2011

Scharfe Kritik an Hamilton: "Kann nur den Kopf schütteln"

Ex-Formel-1-Pilot Marc Surer wundert sich über die neuerliche Kamikaze-Aktion von Lewis Hamilton: "Das geht jetzt schon das ganze Jahr so"

Lewis Hamilton ist weiterhin außer Rand und Band: Beim heutigen Grand Prix von Singapur war er zwar der Fahrer mit den meisten Überholmanövern, allerdings lieferte er auch ein fragwürdiges Manöver gegen Felipe Massa ab, als er mit dem Frontflügel seines McLaren den Pirelli-Hinterreifen am Ferrari aufschlitzte.

Irritierend war daran vor allem, dass Hamilton den Überholversuch eigentlich schon abgebrochen hatte, was darauf schließen lässt, dass er sich wieder einmal verschätzt hat - wie zuletzt mit Kamui Kobayashi in Spa-Francorchamps. "Wie kann man einlenken, wenn man neben einem anderen Auto ist? Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln", kritisiert Marc Surer. "Es ist Lewis, dem immer wieder so ein Scheiß passiert. Ich verstehe das nicht, aber das geht jetzt schon das ganze Jahr so."

Wendepunkt Monza 2010?

"Letztes Jahr gab es diese Szene in Monza, als er noch um die Weltmeisterschaft mitfuhr. Da ist er auch volles Rohr in Massa reingerauscht", erinnert sich der 'Motorsport-Total.com'-Experte an die Kollision vor einem Jahr, mit der Hamiltons Unfallserie begonnen hat. "Wir haben gesagt: 'Okay, er steht unter Druck, wollte etwas beweisen. War unnötig, aber er hat sich damit selbst aus der Weltmeisterschaft verabschiedet.' Aber jetzt?"

"Du kannst bei vielen Zwischenfällen einfach nur den Kopf schütteln, weil es Dinge sind, die unnötig sind, die nie gehen können. Er hatte ja keinen Vorteil dadurch, dass er früher einlenkt - es ist nicht einmal so, dass er einlenken musste, sondern es war Platz da", wundert sich der ehemalige Formel-1-Pilot, der heute für die Kollegen vom Pay-TV-Sender 'Sky' an der Seite von Kommentator Jacques Schulz von allen Rennen live berichtet.

In Monza begann 2010 die Talfahrt, die dazu geführt hat, dass Hamilton heute von den meisten Experten nicht mehr als gesund aggressiv, sondern als übermotiviert und leichtsinnig eingestuft wird. Es folgte eine Kollision mit Mark Webber in Singapur, einige strittige Szenen samt fragwürdigem Ali-G-Witz in Monte Carlo, die Berührung mit Teamkollege Jenson Button in Montreal und zuletzt der Kobayashi-Crash in Spa-Francorchamps.

Kein Wunder also, dass Hamilton nach dem heutigen Rennen stinksauer an den Journalisten vorbeimarschierte und jeden Kommentar verweigerte. "Wenn ein Rennfahrer sauer ist, ist er meistens sauer auf sich selbst", glaubt Surer. "Die eigenen Fehler sind immer die schlimmsten - und er weiß, dass er selbst einen gemacht hat." Für den er übrigens von der Rennleitung mit einer Durchfahrstrafe belegt wurde.

Frustrierte Funksprüche

"Er war ja auch während des Rennens am Funk frustriert, als er gefragt hat: 'Was mache ich hier eigentlich, fahre ich überhaupt um Punkte?' Da hat man so richtig den Frust gespürt, der in ihm steckt", sagt Surer. "Aber er zieht das das ganze Jahr hinter sich her. Vielleicht muss er mal irgendwas ändern - vielleicht auch in seinem Umfeld, in seinem Management. Denn es kann nicht sein, dass man aus so einem Talent, das er besitzt, so wenig macht."

Der Schweizer glaubt, dass sich Hamilton mit seinem glamourösen Lebensstil, Popstar-Freundin Nicole Scherzinger, Entertainment-Manager Simon Fuller und dem Traum von Hollywood keinen Gefallen tut: "Man muss am Boden bleiben im Rennsport. Alle können schnell fahren in der Formel 1 - und ein anderes Auto kann sich nicht in Luft auflösen, wenn Herr Hamilton kommt", ermahnt Surer den 26-jährigen Ex-Weltmeister.

Voll des Lobes ist er hingegen für Fast-Doppelweltmeister Sebastian Vettel: "An der Spitze war es nie spannend. Das war eine klare Vettel-Demonstration", gibt Surer zu Protokoll. "Er hat allen gezeigt, dass er der Schnellste ist, fuhr regelmäßig eine Sekunde schneller als der Rest des Feldes - ein Wahnsinn auf dieser Strecke! Aber dahinter ging's rund, da war was los - und Lewis natürlich wieder mittendrin..."

Fotoquelle: McLaren

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