Martin Whitmarsh stellt Lewis Hamilton nach wie vor nicht grundsätzlich in Frage

Formel 1 2011

— 26.09.2011

Whitmarsh: Hamilton ist "zu ungestüm"

Laut Martin Whitmarsh ist Lewis Hamilton zu ungestüm ("Gar keine Frage!"), doch für den McLaren-Teamchef war die Massa-Kollision "ein Rennunfall"

Für seinen erneuten Zusammenstoß mit Felipe Massa beim gestrigen Grand Prix von Singapur muss sich Lewis Hamilton derzeit eine Menge Kritik anhören. Der McLaren-Pilot war diese Saison schon oft in unnötige Zwischenfälle verwickelt, sodass ihm einige Experten neuerdings das Prädikat "Crash-Kid" anhängen. Zumindest steht sein Team noch hinter dem Weltmeister von 2008.

"Ist Lewis in manchen Situationen zu ungestüm? Gar keine Frage! Das liegt in seiner Natur. Er ist ein Rennfahrer mit großer Leidenschaft", sagt Teamchef Martin Whitmarsh zwar, relativiert aber gegenüber der 'BBC': "Insgesamt hat er einige großartige Überholmanöver und eine großartige Fahrt gezeigt. Dafür gebührt ihm Anerkennung, denn wenn du nach all diesem Frust 17. oder 18. bist, kannst du ganz leicht noch ungestümer werden, aber er hat tollen Kampfgeist bewiesen."

Die Kollision mit dem Ferrari-Piloten sieht Whitmarsh folgendermaßen: "An dem Punkt muss sich Lewis entschließen. Er hat so hart gebremst, wie er nur konnte, aber er hatte einen wirklich guten Windschatten. Man kann die Situation beurteilen, wie man will, aber für mich war es ein Rennunfall. Er war vor der Kurve schon komfortabel neben Massa. Dann verbremste er sich leicht - wahrscheinlich, weil er so hart gebremst hat, wie er nur irgendwie konnte."

Tatsächlich dürfte die kurze Rutschphase vor dem Zusammenstoß Hamilton ein wenig irritiert haben, und dass er zu früh nach rechts gezogen ist, war mit Sicherheit keine Absicht, schließlich hatte er zu jenem Zeitpunkt nicht die geringste Chance, die Attacke gegen Massa erfolgreich abzuschließen. Doch auch wenn es keine Absicht war, geht die Schuld ganz klar auf die Kappe des McLaren-Piloten, der dafür auch mit einer Durchfahrstrafe belegt wurde.

Das kann Whitmarsh nicht ganz nachvollziehen: "Beide Fahrer haben durch den Zwischenfall gelitten. Das kommt im Motorsport vor. Wenn man die Schuld verteilen will, was die Kommissare tun können und in diesem Fall auch getan haben, dann... Aber das Rennen war sowieso beeinträchtigt. Am Ende muss man die Entscheidung der Kommissare akzeptieren und nach vorne schauen. Das hat Lewis getan", meint der 53-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc

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