Wenn Sebastian Vettel zum Boxenstopp kommt, steigt der Puls der Mechaniker

Formel 1 2011

— 30.09.2011

Drei-Sekunden-Rausch: Der Mann am Wagenheber

Die besten Teams schaffen einen Radwechsel in drei Sekunden: Chris Gent von Red Bull gewährt einen Einblick in seinen verantwortungsvollen Job

Mit dem Tankverbot erhöhte sich der Druck für die Boxencrews enorm. Mit einmal war allein der Wechsel der Reifen für die Zeit des Stopps verantwortlich. Dadurch halbierten sich die Zeiten, in denen das Auto steht. Red Bull ist mit diesem Wechsel besonders gut umgegangen. Das Weltmeisterteam fertigt seine Piloten, wenn alles glatt läuft, in etwa drei Sekunden ab.

Chris Gent ist einer der Verantwortlichen, wenn Sebastian Vettel und Mark Webber um Positionen kämpfen. Der Red-Bull-Mitarbeiter ist für den vorderen Wagenheber verantwortlich. "In Australien 2008 habe ich das erste Mal am vorderen Wagenheber gearbeitet. Bevor ich zu Red Bull kam, habe ich bei Super Aguri gearbeitet", berichtet Gent.

"Dort habe ich das rechte Vorderrad drauf gesteckt. Als ich hier angefangen habe, konnte ich selbst entscheiden, ob ich das weitermache oder den Wagenheber betätige. Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich für den Wagenheber entschieden. Bei einem Test in Barcelona konnte ich vor dem Saisonstart üben. Das war recht entspannt. Man konnte sich den Rhythmus aneignen. Mir gefiel es recht gut", beschreibt er.

"Man beobachtet den gesamten Boxenstopp. Das Auto fährt auf einen zu. Es ist schwierig zu beschreiben. Beim ersten Rennen in Melbourne hatte ich keine Nerven, denke ich. Wenn das Adrenalin fließt, passiert es einfach und man hat keine Angst davor."

Ganz unproblematisch ist der Job nicht. Die zerbrechlichen Formel-1-Boliden aus Adrian Neweys Feder zählen zu den filigransten im Feld. "Man muss den Wagenheber mittig positionieren. Es gibt Elemente, die man nicht berühren sollte, weil man sie sonst beschädigen würde. Doch abgesehen davon ist es recht unkompliziert. Man sieht nach den Händen und stellt sicher, dass die Jungs alles nötige gemacht haben und dann geht es weiter", so Gent.

"Die Gefahr besteht darin, dass man das Auto zu schnell herunterlässt, wenn ein Rad noch nicht fertig ist. Wir müssen vorsichtiger sein, weil wir Wagenheber mit einem Schnellsystem haben. Man kann das Auto nicht einfach wieder aufbocken", erklärt er. Im bisherigen Saisonverlauf konnten die Stopps um etwa eine Sekunde verbessert werden. Das bestätigt auch Gent: "In Australien waren die Stopps langsamer als jetzt."

Besonders bemerkenswert sind für Gent die Sekunden vor den entscheidenden drei Sekunden: "Es ist ein fantastisches Gefühl. Ich bin mir nicht sicher, was genau den Reiz ausmacht. Alle stehen auf ihren Posten und man selbst starrt geradeaus durch die Boxengasse, wenn das Auto auf einen zugefahren kommt. Man bekommt einen Tunnelblick. Das ist alles, was man sieht."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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