Rubens Barrichello möchte unbedingt auch 2012 Formel 1 fahren

Formel 1 2011

— 06.10.2011

Barrichello: Im Spätherbst der Karriere noch Paydriver?

Rubens Barrichello glaubt, dass er Williams sogar mehr bieten kann als Kimi Räikkönen, und würde notfalls sogar einen Sponsor mitbringen, um bleiben zu dürfen

Während Pastor Maldonado aufgrund seiner Sponsorenmillionen (und auch dank starker Leistungen) für 2012 als gesetzt gilt, hat Williams Rubens Barrichello noch keine Signale gegeben, dass es zu einer Vertragsverlängerung kommen wird. "Ich habe nichts zu sagen, nur dass ich mit den Leuten im Team jedes Mal rede", erklärt der Rekord-Grand-Prix-Teilnehmer.

"Sie wissen schon, was ich anbieten kann", sagt Barrichello über sich selbst und nimmt es zumindest verbal mit Kimi Räikkönen auf, der nach einem Besuch in der Williams-Fabrik als möglicher Nachfolger gehandelt wird: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand - Kimi eingeschlossen - mehr anbieten kann als ich, ganz ehrlich. Es gibt Fahrer mit mehr Geld, ja, aber wenn derjenige in der ersten Kurve ausscheidet und einen Haufen Schrott produziert, verpulvert er dieses Geld selbst wieder."

Engagement unverändert groß

Der 39-Jährige verweist hingegen auf seine Routine, seine technische Erfahrung und nicht zuletzt seine Leidenschaft: "Es ist ein Auf und Ab, aber sie wissen, wie enthusiastisch ich immer noch bin, obwohl ich momentan kein konkurrenzfähiges Auto habe, und sie wissen, wie sehr ich mich engagiere und wie sehr ich auch nächstes Jahr dabei sein möchte. Das wissen sie. Aber wir müssen abwarten, was sie irgendwann zu sagen haben. Hoffentlich bald!"

Sollte Williams-Vorstandschef Adam Parr in den nächsten Wochen auf ihn zukommen und fordern, dass Barrichello Sponsorgelder mitbringen muss, wenn er bleiben will, dann wäre das nicht zwingend ein Grund, die Gespräche abzubrechen: "Wenn das Team mir sagen würde, dass das eine Voraussetzung ist, dann würde ich daran arbeiten", zeigt sich Barrichello kompromissbereit. "Das tue ich aber im Moment nicht, weil man mir nichts dergleichen gesagt hat."

Beobachter erinnert die Situation ein wenig an Nico Hülkenberg vor einem Jahr, als der Deutsche monatelang hingehalten und dann trotz der Pole-Position in Sao Paulo vor die Tür gesetzt wurde. Daher hört sich Barrichello schon präventiv bei anderen Teams um - unter anderem bei Renault, wie gemunkelt wird. Konkret auf Renault angesprochen entgegnet er: "Ich würde liebend gern ein schnelles Auto fahren. Es gibt bestimmte Teams, die das anbieten können."

Er spreche aber mit "einigen anderen Teams", unterstreicht der Brasilianer: "Ich würde nicht für jedes Team fahren, denn ich habe bewiesen, dass ich durchaus Weltmeister werden kann, wenn ich die Chance bekomme. Damit meine ich eher die Brawn- als die Ferrari-Zeit. Die Ferrari-Jahre waren einerseits eine Lehrzeit, andererseits war es aber auch schwer zu erkennen, dass sie mir eine echte Chance gegeben haben, Weltmeister zu werden. Ich brauche nur ein bestes Auto."

Autorennen auch nach der Formel 1

Selbst wenn seine Formel-1-Karriere zu Ende gehen sollte, möchte Barrichello weiterhin Autorennen fahren - wo, das weiß er selbst noch nicht. Nur die 500 Meilen von Indianapolis sind definitiv ein Tabuthema: "Das habe ich nicht selbst in der Hand, denn als ich vor langer, langer Zeit geheiratet habe, war das Einzige, was sie mir gesagt hat: 'Fahr bitte dort nie mit!' Ich kann aber andere Ovale fahren, denn sie hat mir nur ganz spezifisch Indy verboten", grinst er.

Noch fühlt sich Barrichello ohnehin nicht rücktrittsreif, was die Formel 1 angeht: "Die jungen Fahrer geben der Formel 1 heute viel, aber sie verstehen nicht die Leidenschaft, die dahintersteckt. Für sie gibt es nur den Speed, aber das ist alles. Ich hänge zu sehr an Lenkrädern und am Fahren. Diese Leidenschaft kann nicht von einem Tag auf den anderen weg sein", sagt er und gesteht gleichzeitig ein: "Der Tag wird kommen, in nicht allzu ferner Zukunft."

Aber: "Selbst wenn ich die Formel 1 sein lasse, werde ich vielleicht woanders fahren", kündigt der 319-fache Grand-Prix-Teilnehmer an. "Die Formel 1 ist sehr umkämpft. Wenn ich nach Hause komme, ist es schwierig, diesen Ehrgeiz hinter mir zu lassen, aber was mich antreibt, sind die Leidenschaft und das Bemühen um Setups, Risiken, Kurven und so weiter. Ich genieße das sehr und ich spüre tief in mir drin, dass ich auch nächstes Jahr hier sein werde."

Fotoquelle: xpb.cc

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