Erfolgsteam mit zwei WM-Titeln: Sebastian Vettel und Tommi Pärmäkoski

Formel 1 2011

— 09.10.2011

Vettels PK-Dank: Der Mann hinter dem Champion

Sebastian Vettel dankte nach seinem zweiten Titel vor allem einem Mann: Wer ist Tommi Pärmäkoski und welche Rolle spielt er im Leben des Weltmeisters?

Als Sebastian Vettel heute in Suzuka der versammelten Weltpresse schilderte, wie man sich als jüngster Doppelweltmeister der Formel-1-Geschichte so fühlt, galten seine ersten Worte nicht etwa seiner (nicht mitgereisten) Freundin Hanna Sprater, seinem Vater Norbert oder seiner Mutter Heike, auch nicht Entdecker Helmut Marko, Teamchef Christian Horner oder Stardesigner Adrian Newey, sondern seinem persönlichen Physiotherapeuten.

"In diesem Jahr steht eine Person ein bisschen im Vordergrund, denn mit ihm verbringe ich während der Saison die meiste Zeit. Es ist mein Trainer Tommi Pärmäkoski. Viele Grüße an seine Familie! Sie haben einen Sohn mit einem großen Herzen", widmete Vettel seinen zweiten WM-Titel dem finnischen Blondschopf. "Er war derjenige, der mich in keiner Phase der Saison den Halt verlieren ließ, er hielt mich am Boden und davon ab, an Dinge außerhalb unserer Reichweite zu denken."

Vom Eishockey in die Formel 1

Pärmäkoski, das ist sozusagen Vettels "bessere Hälfte" im Formel-1-Paddock: "Wir hängen so viel aufeinander, dass es sich manchmal anfühlt wie in einer Ehe", lacht der ehemalige Eishockey-Torwart, der später die finnische Damen-Nationalmannschaft trainiert hat und von McLaren-Arzt Aki Hintsa an seinen heutigen "Chef" Vettel in die Königsklasse vermittelt wurde. Seit 2009 arbeiten die beiden zusammen - und erobern die Formel 1 im Sturm.

Der frischgebackene Doppelweltmeister achtet penibel darauf, sein Umfeld aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. So ist Vater Norbert ist zwar ein äußerst beliebter, aber (von WM-Partys einmal abgesehen) ebenso medienscheuer Paddock-Zeitgenosse, und Medienkoordinatorin Britta Roeske sieht man nur dann im TV, wenn sie Interviews zwecks Kontrolle mit dem eigenen Diktiergerät mitschneidet. Auch Pärmäkoski hält sich weitgehend im Hintergrund.

Zu seinen Aufgaben zählt nicht nur, vor dem Start artig den Sonnenschirm zu halten und den Helm ans Cockpit zu bringen, sondern die Arbeit des erstklassigen Physiotherapeuten und Motivators spielt sich hauptsächlich hinter den Kulissen ab. Wenn die beiden etwa in Vettels Wahlheimat in der Schweiz im Fitnessstudio oder in freier Natur trainieren, wenn sie am Vesuv von der Hektik der Formel 1 abschalten oder auch nach einem harten Rennen am Massagetisch.

Dass ihn Vettel in Suzuka vor einem Millionenpublikum so hervorgehoben hat, empfindet Pärmäkoski als "große Ehre" und "schön zu hören", wie er den Kollegen vom 'ORF' im Interview verrät, aber er bleibt auch in der Stunde des Triumphs bescheiden: "Letztendlich haben Millionen von Menschen an diesem Erfolg einen Beitrag. Ich kann Sebastian nur zurückdanken. Ich bin nur ein kleines Teil im Puzzle. Ja, ich habe etwas für ihn getan, aber er hat es mir doppelt zurückgegeben."

Viel Wasser gegen den WM-Kater

"Wenn wir zusammenarbeiten, geht es immer nur um den Tag, in dem wir gerade leben. Sebastian ist für mich kein Übermensch, sondern ich nehme jeden Tag, wie er ist, und ich versuche, jeden Tag gut mit ihm zu arbeiten. Wir haben ein Ziel. Das versuchen wir zu verfolgen", analysiert er und gibt Vettel für die lange Partynacht in Suzuka einen guten Tipp mit: "Viel Wasser trinken! Morgen geht's ja schon weiter nach Südkorea - wir haben schließlich noch vier Rennen vor uns!"

Vettel geht so weit, seinem Coach sogar einen Bärenanteil des Erfolgs zuzuschreiben, denn: "Auch wenn es für viele Leute wahrscheinlich war, haben wir uns nie erlaubt, uns zu sicher zu fühlen. Das war das ganze Jahr irgendwo ein bisschen ein Geheimnis, und deswegen habe ich mich auch sehr bedankt bei meinem Trainer, bei Tommi. Er ist derjenige, mit dem ich mehr Zeit verbringe als mit irgendjemand anderem." Auch "mit Abstand" mehr als mit der eigenen Freundin...

"Gerade so Leute im Hintergrund, die man nicht wahrnimmt, sind extrem wichtig", weiß der bescheidene Red-Bull-Pilot. "Letzten Endes respektiere ich meine Gegner sehr und weiß, dass in dem Moment, wo ich einen Fehler mache, der Nächste da ist und der Fehler bestraft wird. Das Level ist extrem hoch, Auto gefahren wird auf einem ganz hohen Level. Man kann sich als Team, als Fahrer keine Fehler erlauben."

Und Pärmäkoski ist derjenige, der ihn davon abhält und immer wieder zur Konzentration ermahnt: "Auch wenn hier und da vielleicht die Versuchung da ist, ein bisschen schleifen zu lassen, ein bisschen locker zu lassen, braucht es eben die Leute im Hintergrund, die man eben nicht sieht, die einen dann in der Arsch treten, damit man auf Kurs bleibt. Entschuldige, wenn ich das so salopp sage, aber es ist so", grinst Vettel.

Fotoquelle: xpb.cc

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