Ist die Saison 2011 schon Rubens Barrichellos große Abschiedstournee?

Formel 1 2011

— 13.10.2011

Barrichello: Renault statt Williams?

Rubens Barrichello will unbedingt weiterfahren, aber nur in einem konkurrenzfähigen Auto - Renault eine Alternative, wenn Robert Kubica nicht zurückkommt?

Sechs Wochen vor dem Saisonende hängt Rubens Barrichello nach wie vor in der Luft, was seine Zukunft angeht. Der dienstälteste Formel-1-Pilot (319 Grand-Prix-Teilnahmen) wird von seinem derzeitigen Arbeitgeber Williams hingehalten. Allerdings hört er sich inzwischen auch bei anderen Rennställen um, um nicht am Ende mit leeren Händen dazustehen.

Denn: "Ich will Rennen fahren. Der Hunger ist noch groß", steht für den 39-Jährigen fest. Dementsprechend will er auch nicht mehr allzu lange auf eine Entscheidung des Williams-Teams warten: "Ich hoffe, dass wir es vor Brasilien wissen werden", sagt er in Anspielung auf sein Heimrennen am 27. November. "Die Fans müssen es wissen. Williams hat mir gesagt, dass sie sich vor Brasilien entscheiden wollen. Das ist positiv. Ich wünsche mir, dass es klappt."

Bei Renault vorstellig geworden?

Doch für den Fall, dass Vorstandschef Adam Parr wieder "einen Hülkenberg abzieht", ihn monatelang hinhält und dann doch vor die Tür setzt, sondiert Barrichello im Hintergrund schon seine Alternativen - und macht daraus auch gar keinen Hehl: "Die Teams, mit denen ich spreche, könnten nächstes Jahr gute Autos haben." Eines davon ist laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' Renault, ab 2012 dann möglicherweise unter dem Namen Lotus.

Teamchef Eric Boullier tut derartige Spekulationen zwar als "reines Gerede" ab, doch hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass die Skepsis hinsichtlich eines Comebacks von Robert Kubica wächst. Der Pole ist wegen seines Rallye-Unfalls seit Februar in keinem Formel-1-Auto mehr gesessen, was für sich genommen schon eingerostet machen kann. Gleichzeitig musste und muss er auch noch lebensbedrohliche Verletzungen wegstecken.

Boullier meinte in Suzuka, er habe "noch keine" News zum Fall Kubica, aber: "Ich werde diese Woche einen Anruf tätigen, um zu sehen, wo er steht und wie wir planen können." Was dabei herausgekommen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Wie lange die Entscheidung dauern wird? "Keine Ahnung", antwortete der Franzose achselzuckend. "Das ist ja kein gewöhnlicher Vorgang. Wir müssen uns treffen, wir müssen sprechen, testen, alles tun, was er tun muss."

Barrichello wäre eine erfahrene Alternative zu Romain Grosjean, der erst sieben Formel-1-Rennen auf dem Buckel hat. Auch Bruno Senna werden nur geringe Chancen eingeräumt, sein Stammcockpit zu behalten, wenn er nicht in den letzten Rennen 2011 aufzeigen kann. Denn Witali Petrow gilt aufgrund russischer Sponsorenmillionen gesetzt - und was das Team braucht, wenn es vorankommen will, ist technische Leadership. Die würde man Barrichello zutrauen.

Kein Weiterfahren um jeden Preis

Der Brasilianer selbst hofft, dass er 2012 noch Formel 1 fahren wird - und das zumindest im vorderen Mittelfeld: "Ich denke, es gibt zwei oder drei ganz gute Möglichkeiten", verrät er. "Ich würde nicht um jeden Preis in der Formel 1 fahren, nur um sagen zu können, dass ich 20 Jahre absolviert habe, obwohl nicht in einem konkurrenzfähigen Auto. Das ist nicht das, worum es mir geht." Noch ein Seuchenjahr wie 2011 kann er sich daher nicht vorstellen.

"Die Teams, mit denen ich spreche, haben die Qualität, ein gutes Auto zu bauen", meint Barrichello. "Wenn es das Schicksal will, dass ich nicht in der Formel 1 bleibe, dann hatte ich 19 wunderschöne Jahre und fahre halt mit dem Disney-Autos in Disneyland. Ich will aber klarstellen, dass ich hierher gehöre, noch nie so schnell war wie jetzt und nächstes Jahr weiterfahren will. Aber wenn es nicht sein soll, dann verbringe ich meine Zeit eben zu Hause."

Dort könnte sich der zweifache Familienvater (Eduardo und Fernando, zehn und sechs Jahre alt) um seine Söhne und seine Ehefrau Silvana kümmern, endlich wieder öfter in Brasilien sein und dem Reisestress abschwören. Aber noch ist sein Hunger viel zu groß, als dass er das einer Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere vorziehen würde. Und wie gut er noch ist, bewies er in Suzuka, als er nach einem Trainingsunfall noch den Turnaround schaffte.

"Nach Problemen noch so ein Qualifying hinzulegen, sollte ihnen zeigen, wie motiviert ich bin", sagt er. "Das hilft bei ihrer Entscheidung, aber unterm Strich habe ich ihnen schon gesagt, was sie wissen müssen. Ich bin hier, bin bereit, über alles zu sprechen, was notwendig ist, damit ich nächstes Jahr noch hier bin. Ja, ich spreche mit dem ganzen Paddock, aber die Situation hier ist unverändert. Sie wissen, was ich mir wünsche - nämlich ein konkurrenzfähiges Auto für nächstes Jahr."

Fotoquelle: xpb.cc

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