Derzeit ist unklar, ob Rubens Barrichello der Formel 1 2012 erhalten bleibt

Formel 1 2011

— 13.10.2011

Barrichello: Gegenwart und Zukunft

Rubens Barrichello ist eine der Schlüsselfiguren für die Cockpits für 2012, doch vorher gilt es noch das Jahr 2011 so gut wie möglich zu beenden

Der Saisonverlauf bei Williams ist ohne Frage eine Enttäuschung. Das britische Traditionsteam fährt seiner Form der 1990er-Jahre hinterher und ist aktuell das Bindeglied zu den drei neuen Teams. Für 2012 soll vieles besser werden. Ob Rubens Barrichello dann noch in einem der Autos sitzen wird, ist weiter unklar. Vor dem Grand Prix von Südkorea erläutert der Brasilianer die Situation.

Frage: "Ihr habt es 2011 nicht so richtig hinbekommen, das Auto voranzubringen, oder?"
Rubens Barrichello: "Das Auto war von Anfang an schlecht. Das kann man nicht mehr ändern. Es gibt Möglichkeiten, wie man es etwas bessern kann. Verbesserungen zu erzielen ist aktuell nicht das Wichtigste, sondern zu verstehen, was schief gelaufen ist. Nur so kann man es beim nächsten Mal besser machen. Anderenfalls läuft es wieder genauso ab wie dieses Jahr."

Viele Problemstellen

Frage: "Du hast die Stabilität beim Bremsen kritisiert. Liegt es nur daran?"
Barrichello: "Es gibt zwei oder drei Ursachen. Dennoch ist die Situation immer noch nicht klar. Mit einem anderen Motor und einem neuen Konstrukteur wird sich die Charakteristik des Autos auf jeden Fall ändern. Wenn die diesjährigen Probleme gelöst werden, ist die Chance, 2012 ein besseres Auto zu bauen um einiges größer."

Frage: "Mark Gillan hat aber nur wenig Zeit, um etwas zu bewirken. Glaubst du einen Effekt?"
Barrichello: "Wir glauben daran, um ehrlich zu sein. Marks kümmert sich darum, dass man im Werk genau Bescheid weiß. Die Formel 1 ist ein sehr kompliziertes Geschäft. Es ist schwierig, die Probleme genau zu adressieren."

Frage: "Welche Probleme bremsen Williams aktuell noch ein?"
Barrichello: "Wir haben Probleme bei der Qualität der Teile. Es kann vorkommen, dass ein Auto gut geht und das andere nicht. Das müssen wir in den Griff bekommen."

Frage: "Deine Meinungen stimmt oft nicht mit der deines Teamkollegen überein. Stimmt das?"
Barrichello: "Als ich zum ersten Mal durch die 130R-Kurve fuhr, hatte das Auto sehr viel Übersteuern. Das war nicht gut. Ich hatte über die gesamte Renndistanz dieses Problem. Dann haben sie gesehen, dass die Hinterreifen Probleme bereiten."

"Beim anderen Auto bestand das Problem nicht. Das ist unser Hauptproblem. Manchmal läuft es, manchmal nicht. Ich bin der Meinung, dass meine Qualifiying-Runde in Suzuka eine meiner besten war. Durch meinen Unfall vom Freitag hatte ich einen anderen Heckflügel. Damit war ich sehr langsam auf der Geraden."

Wenige Neuerungen in Südkorea

Frage: "Gibt es in Südkorea Neuigkeiten am Auto?"
Barrichello: "Wir haben versucht, ein paar Sachen zu modifizieren. In Indien werden wir ein paar neue Teile haben."

Frage: "Wäre es im Nachhinein nicht besser gewesen, mit den vorhandenen Teilen zu arbeiten und diese zu verstehen, bevor man neue ans Auto bringt? Man hatte das Gefühl, dass Williams an jedem Wochenende neue Teile hat."
Barrichello: "Wenn wir jetzt die Vergangenheit analysieren, wird die Zukunft nicht besser. Aber es ist richtig, dass wir Entwicklungen hatten, die uns nicht vorangebracht haben. Die Formel 1 bewegt sich sehr schnell."

Frage: "Magst du den Kurs in Südkorea?"
Barrichello: "Die Strecke ist sehr dreckig. Es gab hier offensichtlich kein Rennen seit dem vergangenen Jahr. Ich denke, dass wir den Kurs immer noch kennenlernen müssen, weil es im Vorjahr sehr nass war. Das Layout gefällt mir."

Frage: "Was hast du zwischen den Rennen gemacht?"
Barrichello: "Ich war in Tokyo und habe etwas Golf gespielt. Außerdem habe ich ein paar witzige Sachen für die Kinder gefunden."

Kritik prallt ab

Frage: "Du hast aktuell einige Kritiker. Wie nimmst du das wahr?"
Barrichello: "Was andere sagen ist unwichtig. Ich bin mir zu einhundert Prozent sicher, dass es richtig ist, was ich mache. Es gibt immer Kritiker. Damit muss man umgehen und aufhören, solche Sachen zu lesen. Wichtig ist, dass man Herz hat und ein guter Mensch ist und das umsetzt, zu dem man erzogen wurde. Es gibt gute Zeiten und es gibt schlechte Zeiten."

Frage: "Lewis Hamilton wird gerade scharf kritisiert. Wie ist deine Meinung dazu?"
Barrichello: "Es ist schwierig. Die Leute sagen so viele Sachen und manchmal fängt man an, das zu glauben. Ich bin ein Außenstehender. Er muss diese Dinge beurteilen."

Frage: "Im Vorjahr wurde Nico Hülkenberg sehr lange hingehalten und dann doch nicht für 2012 verpflichet. Hast du Angst, dass es bei dir auch so werden könnte?"
Barrichello: "Ich bin der Meinung, dass es niemanden gibt, der dem Team mehr bieten kann als ich. Dabei geht es nicht nur um das reine Tempo. Wenn man in der Formel 1 gewinnen möchte, benötigt man eine riesige Motivation. Bei mir ist die Motivation aktuell größer denn je."

"Ich hatte in Suzuka am Freitag einen Unfall. Am Sonntag fühlte sich mein Auto an, als ob ich auf der Vorderachse sitze. Soviel Übersteuern hatte ich. Ich wollte dennoch nicht aufgeben. Wenn ich jetzt ein gutes Auto bekomme, läuft es. Wenn es nächstes Jahr nichts wird, dann hatte ich trotzdem 19 tolle Jahre in der Formel 1. Alles was ich sagen möchte ist, dass ich in die Formel 1 gehöre und kommendes Jahr gerne fahren würde."

Führt der Weg nach Enstone?

Frage: "Wäre Renault eine vorstellbare Option?"
Barrichello: "Sicher wäre das eine Möglichkeit. Ich denke, dass es zwei oder drei gute Möglichkeiten gibt. Ich möchte aber nicht um jeden Preis in der Formel 1 fahren. Es steht nicht zur Debatte, dass ich unbedingt meine 20. Saison fahren möchte. Ich habe die Qualitäten, auch 2012 ein gutes Auto zu fahren."

Frage: "Warst du bereits in Enstone?"
Barrichello: "Ich war 1995 in Enstone bei Renault und habe mit Flavio Briatore und Ross Brawn gesprochen (lacht; Anm. d. Red.)."

Frage: "Wann kommt eine Entscheidung?"
Barrichello: "Ich hoffe, dass wir es vor Brasilien wissen. Die Fans wollen es wissen. Williams meinte zu mir, dass sie vor Brasilien eine Entscheidung treffen werden."

Frage: "Eine abweichende Frage: Was war dein bisher schönstes Weihnachtsgeschenk?"
Barrichello: "Das ist eine interessante Frage. Für mich haben Geschenke keinen materiellen Wert. Ein Weihnachtsgeschenk ist für mich die Tatsache, dass wir zusammen sind. Es sind die kleinen Dinge."

Fotoquelle: Williams

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