Paul di Resta sieht den Sahara-Einstieg bei Force India positiv

Formel 1 2011

— 13.10.2011

Di Resta: "Gehe davon aus, dass Mallya Teamchef bleibt"

Paul di Resta im Interview: Warum der Sahara-Einstieg ein Grund zur Freude ist, was ihm das Force-India-Heimrennen bedeutet und welchen Vorteil er durch die DTM hat

Paul di Restas Team Force India hat turbulente Tage hinter sich. Obwohl Teamchef Vijay Mallya stets heftig dementierte, dass ein Eigentmerwechsel bevorsteht, wurde dieser gestern offiziell bekannt gegeben. Die indische Sahara-Gruppe investiert 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet 73 Millionen Euro) in den Rennstall und bernimmt 42,5 Prozent des Teams - Mallya besitzt nicht mehr 50, sondern ebenfalls 42,5 Prozent. Die niederlndische Mol-Familie hlt ab sofort nur noch bei 15 Prozent.

Frage: "Was ist deine Meinung ber den Eigentmerwechsel? Gibt es jetzt mehr Ressourcen? Seit wann weit du Bescheid?"
Paul di Resta: "Ich habe davon erst vergangene Nacht erfahren. Das sind groartige Neuigkeiten fr Force India, dass es dieses Investment gibt. Wie Vijay gesagt hat, wird das Team jetzt so, wie er es haben will. Ich bin sicher, dass es weiterhin aufwrts gehen wird."

Frage: "Wird sich die Struktur innerhalb des Teams verndern?"
Di Resta: "Ich wei nicht, wie sich die Struktur verndern wird. Ich gehe davon aus, dass Vijay der Teamchef bleiben wird. Er war immer in dieser Rolle und hat das Team dorthin gefhrt, wo es jetzt steht. Das muss man ihm hoch anrechnen und hoffentlich wird es so weitergehen. Ich bin sicher, dass sich im Hintergrund Dinge ndern werden, aber das sind keine Entscheidungen, auf die wir Einfluss haben."

Frage: "Wie sieht es mit der Entscheidung bezglich der Fahrer fr 2012 aus?"
Di Resta: "Das Team hat gesagt, dass sie im Dezember entscheiden werden. Wenn sie es tun wollen, dann werden sie es tun."

Frage: "Als Pilot eines indischen Teams muss es aufregender sein, dort einen Grand Prix zu bestreiten, als wenn man keinen Bezug zum Land hat."
Di Resta: "Es ist aufregend. Ein bisschen wie mit Ferrari in Italien oder McLaren in Grobritannien. Dennoch glaube ich, dass es im Fahrerlager einige Teams gibt, die einen indischen Investor haben - oder Sponsoren. Bei uns steht es im Namen, Kingfisher ist eine groe Marke, Sahara auch. Als Fahrer ist es ein Privileg, in einem indischen Team den Grand Prix von Indien zu bestreiten."

Frage: "Magst du das indische Essen?"
Di Resta: "Ja, ich mag es. Aber das indische Essen, das man in Europa oder im Rest der Welt bekommt, ist etwas anders, als das Essen in Indien."

Frage: "Das Team versucht, einen indischen Fahrer zu finden."
Di Resta: "Ja, das Team hat eine Nachwuchs-Akademie aufgebaut. Wenn du im richtigen Alter bist und allen Vorgaben entsprichst, dann bekommst du die Chance, es zu schaffen. Am Ende bleiben zehn Leute brig, die dann in Grobritannien bewertet werden. Ich denke, dass es fr das Team ein Fortschritt wre, wenn es in der Zukunft einen indischen Fahrer htte, wenn er sich das Cockpit verdient. Dieses Jahr fhren sie das Programm durch, wir werden sehen, wie es in Zukunft weitergeht."

Frage: "Knnte der Grand Prix auch eine Zndung in Indien bewirken? Wenn zum Beispiel ein Achtjhriger das Rennen im Fernsehen sieht und so mit dem Formel-1-Virus infiziert wird?"
Di Resta: "Es ist immer wichtig. Die Formel 1 ist natrlich ein globaler Event und man kommt damit ber das Fernsehen irgendwann in Berhrung. Anders ist es aber, wenn man auf der Tribne sitzt und die Atmosphre erlebt, wenn ein Formel-1-Auto vorbeifhrt. Das knnte ein Antrieb sein, sich in diese Richtung zu bewegen. Das Live-Erlebnis ist etwas ganz anderes, viel beeindruckender."

Frage: Wie schtzt du den Supersoft-Reifen auf dieser Strecke ein?"
Di Resta: "Die Supersoft-Reifen haben auf manchen Strecken sehr gut reagiert, aber es wird auch vom Wetter abhngen. Morgen soll es recht knifflig werden. Es wird daher schwieriger, den Reifen zu verstehen - das knnte es aber auch durchmischen."

Frage: "Wisst ihr, was ihr tun msst, damit der Reifen funktioniert oder nicht funktioniert? Kennt ihr schon alle Tricks?"
Di Resta: "Das Gute ist, dass Pirelli einen ziemlich guten Reifen gebracht hat, der sich nicht zu stark verndert hat. Natrlich haben sich die Mischungen etwas verndert, aber die Struktur ist ziemlich gleich geblieben. Die Teams haben natrlich Wege gefunden, mit der Aufhngung oder beim Sturz die Performance zu verbessern."

Frage: "Du bist ein sehr starkes Rookie-Jahr gefahren. Glaubst du, dass das andere Teams dazu ermutigen knnte, Fahrer auerhalb der Formel 1 zu suchen, anstatt erfahrene Leute zu nehmen, die sich aber nicht besonders hervortun?"
Di Resta: "Ich bin immer fr junge Kerle mit Talent. Wenn man jung ist, dann ist man sehr hungrig. Es liegt aber an den Teams, zu entscheiden, was sie wollen. Manchmal stellt sich eine Unbekannte als groer Wurf heraus. Es wird so viel Zeit im Simulator gearbeitet und man kann sehr viele Dinge simulieren. Das macht aus dir vielleicht einen schnelleren Fahrer - das gibt dir die Erfahrung, ein Auto zu entwickeln."

"Ich hatte das Glck, vier Jahre lang DTM zu fahren. Wir absolvierten Woche fr Woche Aerotests und ich arbeitete mit 280 Leuten in der Fabrik. Ich wei nicht, wie es in der GP2 luft - man hat drei Jahre lang das gleiche Auto. Man kann die Federn fr die Bodenfreiheit verndern, ist aber sehr limitiert. Das hat mir sicher geholfen, mich in der Formel 1 etwas schneller zurechtzufinden."

Fotoquelle: xpb.cc

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