Der Diffusor/Unterboden-Bereich sorgt wieder einmal für Diskussionen

Formel 1 2011

— 17.10.2011

Brawn: Kein Vertrauen in neue Diffusor-Regel

Mercedes-Teamchef Ross Brawn ist sich nicht sicher, ob die derzeitige Version der Diffusor-Regel für 2012 hundertprozentig wasserdicht ist

Eigentlich wollte die FIA der aerodynamischen Nutzung der Auspuffgase zur Generierung von Anpressdruck schon dieses Jahr einen Riegel vorschieben, doch dieser Versuch scheiterte an den heftigen Protesten einiger Teams. Für 2012 allerdings sollen die sogenannten auspuffangeströmten Diffusoren endgültig verboten werden.

Innerhalb der Technischen Arbeitsgruppe (der die Technischen Direktoren aller zwölf Teams unter dem Vorsitz des FIA-Delegierten Charlie Whiting angehören) hat man die entsprechende Verbotsregel bereits formuliert: "Es ist ein nach oben mündender Auspuff, bei dem die letzten 100 Millimeter in Größe und Winkel vorgegeben sind. Auf diese Weise versuchen wir, den angeströmten Diffusor zu verhindern", erläutert Sam Michael, der ehemalige Technikchef des Williams-Teams.

Doch ob die vereinbarte Formulierung wirklich wasserdicht ist, daran scheiden sich die Geister. "Diese Woche gibt es ein weiteres Meeting der Technischen Arbeitsgruppe der FIA", kündigt Ross Brawn an. "Je mehr sich alle damit befassen, desto mehr versuchen wir, etwaige Schlupflöcher zu stopfen, aber es gibt keine Garantien dafür, dass nicht doch jemand mit irgendetwas daherkommt. Ich würde sagen, die Regel ist ziemlich robust, aber noch nicht zu 100 Prozent."

Die Stimmung unter den Teams ist wegen des RRA-Streits, der sich zu einer echten Zerreißprobe für die FOTA entwickelt hat, ohnehin angespannt, sodass sich das gegenseitige Vertrauen in Grenzen hält. Nicht zuletzt deswegen soll es gerade dem Mercedes-Teamchef ein Anliegen sein, etwaige Diffusor-Schlupflöcher im Vorhinein zu stopfen, damit es nicht wieder zu leidigen Diskussionen wie zuletzt 2009 um den Doppeldiffusor kommt.

"Die Schwierigkeit ist", so Brawn, "dass wir jetzt eine Phase erreichen, in der die Teams lieber nach ihrem eigenen Vorteil suchen anstatt die Regeln zu ändern. Am Anfang arbeiten alle mit den besten Absichten zusammen, um die bestmöglichen Regeln zu formulieren, aber dann gibt es irgendwann einen Punkt, wo sie sich sagen: 'Wir haben mitgeholfen, die Regeln zu erstellen, aber wenn unser Ingenieur jetzt eine zündende Idee hat, dann wollen wir das nutzen!' Das müssen wir abwarten."

"Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob es nicht doch wieder irgendein innovatives Auspuffsystem geben wird, denn eines ist klar: Man kann Wissen nicht einfach verlieren und die aerodynamische Kraft, die sich durch die Auspuffgase gewinnen lässt, ist beträchtlich. Die Leute wissen jetzt genau, was sie mit dem Auspuff und dem Motorenmapping erreichen können, um diesen Effekt zu beschleunigen", befürchtet der 56-Jährige.

Fotoquelle: xpb.cc

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