Nigel Mansell hat seine eigenen Erfahrungen in schnellen Ovalen gemacht

Formel 1 2011

— 18.10.2011

Nach dem Wheldon-Drama: Diskussionen um Sicherheit

Nach dem tödlichen Unfall von Dan Wheldon in Las Vegas wird über die Sicherheit im Motorsport diskutiert: Formel 1 soll als gutes Beispiel dienen

Die Motorsportwelt steht nach dem Tod von Dan Wheldon immer noch unter Schock. Der 33-jährige Brite war am Sonntag beim Indycar-Saisonfinale in Las Vegas in einen Massencrash verwickelt und mit Topspeed in die Fangzäune eingeschlagen. Der zweimalige Indy-500-Sieger und frühere Indycar-Champion Wheldon erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Viele Motorsportler und Fans drückten ihre Trauer aus, viele begannen schnell mit einer Diskussion um die Sicherheit auf Ovalen.

"In der Indycar-Serie gibt es überhaupt keine Auslaufzonen. Wenn ein Unfall passiert, dann landest du in Sekundenbruchteilen in der Mauer", beschreibt Nigel Mansell in der 'BBC'. Der britische Ex-Formel-1-Weltmeister kennt die Rennen im Oval aus seiner erfolgreichen Zeit in den USA. "Die Formel 1 hat bezüglich der Sicherheit einen vorbildlichen Job gemacht. Die asphaltierten Auslaufzonen geben den Piloten die Chance, das Auto noch zu verzögern", meint Mansell.

Aus Angst um das Leben seines Sohnes appellierte Ex-Weltmeister Jody Scheckter an seinen Sohn Tomas, doch bitte mit dem Motorsport aufzuhören. "Ich habe das von Jody gehört - völlig richtig", hat Mansell Verständnis. "Die kleinsten Fehler können dort zu einer Katastrophe führen. In diesem Fall war Dan Wheldon der Leidtragende. Wenn 34 Autos bei 300 Sachen über ein nur 1,5 Meilen langes Oval fahren, dann ist die Strecke zu voll. Außerdem sind viele unerfahrene Rookies im Feld."

Als eine nachhaltige "Warnung" empfindet Jackie Stewart das Drama von Las Vegas. Man habe viele Kollisionen in den vergangenen Jahren als "kleine Zwischenfälle" abgetan. "Jetzt haben wir alle den traurigen Weckruf erhalten", sagt der Schotte in der 'BBC'. "Wir alle müssen begreifen, dass die Gefahren sehr real sind. Ich finde, man müsste härter durchgreifen. Wenn einige Piloten immer wieder in Kollisionen verwickelt sind, dann muss das Konsequenzen haben. Es sollte härtere Strafen geben."

Ex-Formel-1-Pilot Derek Warwick sieht nicht nur die Sicherheit der Strecken als wichtigen Faktor, sondern auch die Fahrer in der Indycar-Szene. "Man muss die Qualität des Fahrerfeldes sehen", so der Brite. "Alle Piloten, die es in die Formel 1 schaffen, sind erstklassige Fahrer, die schon Meisterschaften gewonnen haben. Sie arbeiten sich von Formel 3 über GP2 nach oben, bekommen erst dann die Superlizenz. Ich frage mich manchmal, ob die Qualität der Fahrer in der Indycar-Serie durchweg gut genug ist."

Der tödliche Unfall von Dan Wheldon sei ein "Senna-Moment für die Indycar-Szene", meint Ex-Formel-1-Pilot Mark Blundell, der die amerikanische Motorsportszene bestens kennt. Seit dem fatalen Unfall von Formel-1-Superstar Ayrton Senna am 1. Mai 1994 wurde die Sicherheit in der Königsklasse immer weiter erhöht. Seit dem Tod des Brasilianers hatte man keine weiteren tödlichen Zwischenfälle mehr zu beklagen. In der Indycar-Serie sind hingegen seit 1996 vier Piloten ums Leben gekommen.

"Sie sollten sich nun hinsetzen, die Autos und deren Art von Rennsport analysieren und daraus die Lehren ziehen. Auf den Ovalstrecken, wo viele Autos bei Tempo 300 Seite an Seite fahren, gibt es überhaupt keinen Raum für Fehler", meint der Blundell in der Zeitung 'Daily Mail'. "Wir wollen immer spektakuläre und enge Rennen, aber am Sonntag wurde es übertrieben. Hinzu kommt, dass einige Fahrer kaum Erfahrung haben."

Fotoquelle: IRL

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