Mark Webber sagt Weltmeister Sebastian Vettel für 2012 den Kampf an

Formel 1 2011

— 19.10.2011

Webber: "War noch nie hungriger als jetzt"

Wie Mark Webber seinen Teamkollegen in der kommenden Saison schlagen will, welche Faktoren klar gegen einen Rücktritt sprechen und wieso er sich begehrt fühlt

Im Vorjahr brachte er Sebastian Vettel an seine Grenzen, doch diese Saison stellte er für den Weltmeister keine Gefahr da: Mark Webber musste sich 2011 ganz klar mit der Nummer-zwei-Position bei Red Bull abfinden. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Vettel hat zehn Siege zu Buche stehen, Webber keinen einzigen. Selbst ohne seinen Teamkollegen wären dem "Aussie" diese Saison nur zwei Siege gelungen - eine enttäuschende Bilanz.

Dennoch wetzt der in der WM-Wertung derzeit auf Platz vier liegende Mann aus Queanbeyan bereits für 2012 die Messer und fordert Vettel heraus. "Er ist nächstes Jahr schlagbar", gibt sich Webber gegenüber dem 'Daily Telegraph' bis in die Haarspitzen motiviert. "Ja, es ist möglich, absolut. Ich habe genug gesehen und mit dem Wissen, wie knapp es ist, glaube ich, dass es möglich ist."

Webber weiß sehr wohl, "dass alles passen muss", wenn man Vettel schlagen will. "Und in Bezug auf die Weltmeisterschaft - mein Gott -, da muss man vieles hinkriegen. Auch die Dynamik muss in deine Richtung gehen. Und man muss konstant sein."

Webber durch Pirelli-Wechsel im Nachteil

Der 35-Jährige kam im Vorjahr mit den Bridgestone-Einheitsreifen hervorragend zurecht, was ein Grund war, warum er seinen jungen Teamkollegen herausfordern konnte. Dieses Jahr schwang das Pendel aber in Richtung Vettel aus: Der Weltmeister arbeitete akribisch daran, die neuen Pirelli-Reifen zu verstehen, und verschaffte sich so gegenüber Webber und der Konkurrenz etwas Luft. Er war übrigens der einzige Pilot, der sofort nach dem WM-Triumph 2010 im Mailänder Pirelli-Hauptquartier aufkreuzte und mit den Schlüsselpersonen sprach - als einziger Formel-1-Pilot wohlgemerkt.

Während Vettel dann in Monaco alle verblüffte, eine scheinbar unmögliche Distanz auf der weichen Mischung zurücklegte und so zum Sieg fuhr, benötigte Webber ein halbes Jahr, bis er mit den Reifen zurecht kam. Da war der WM-Zug freilich längst abgefahren. "Vettel ist derzeit in Höchstform", weiß Webber. "Er hat sich das Reglement zunutze gemacht und er liebt es, wie sich das Auto dieses Jahr verhält. Er leistete phänomenale Arbeit und hat es jedes Mal genau hinbekommen. Er hat die Latte für uns hochgelegt."

Südkorea als Signal

Doch der diese Saison schwächere Red-Bull-Pilot spürt immer noch genügend Motivation, um sein großes Ziel - den WM-Titel - noch einmal in Angriff zu nehmen. Das wurde ihm erst am vergangenen Wochenende in Südkorea wieder bewusst. "Nach meinem letzten Rennen hatte ich ein enormes Verlangen. Ich stand auf dem Podest, aber ich war nicht glücklich. So etwas kann manchmal ein sehr gutes Zeichen sein - ich war nie hungriger als jetzt."

Webbers Unzufriedenheit in Südkorea kommt nicht von ungefähr: Der Australier biss sich an Lewis Hamilton, der mit seinem McLaren Probleme an der Vorderachse hatte, in der Endphase die Zähne aus und kam nicht am Briten vorbei - so musste er mit Platz drei Vorlieb nehmen.

Warum es zu früh für den Rücktritt ist

Die Tatsache, dass er überhaupt noch in der Formel 1 ist, hätte ihn vor einigen Jahren überrascht: "Hätte man mich in meinen späten 20ern gefragt, ob ich mit 36 noch fahren werde, dann hätte ich das für sehr unwahrscheinlich gehalten. Mir wird aber bewusst, dass ein Rücktritt unglaublich überbewertet wird, speziell wenn man gut fährt."

Ein weiteres Indiz gibt Webber die Sicherheit, dass es für ein Karriereende noch zu früh ist: "Man sagt, dass man nach der Motivation, zu trainieren, gehen sollte. Die ist bei mir immer noch hoch." Dabei gibt er zu, dass die Trophäen für ihn gar keine besondere Bedeutung haben: "Die sind mir nicht so wichtig, aber ich liebe es, wenn die australische Hymne hinter mir gespielt wird."

Und noch etwas verleiht Webber Motivation für die Zukunft: Er spürt, dass er in der Formel 1 zu den Toppiloten zählt. "Diese Saison war es beeindruckend, wieviel Resonanz ich von den anderen Teams erhielt, als ich vor meiner Unterschrift bei Red Bull stand", fühlt sich der Routinier begehrt. "Sie waren sehr interessiert an einem Gespräch mit mir, was ein weiterer Hinweis für mich war, dass es ziemlich gut läuft."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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