Fernando Alonso möchte mit Ferrari in der kommenden Saison WM-titelfähig sein

Formel 1 2011

— 19.10.2011

Alonso und Ferrari: Auf der Suche nach dem eigenen Weg

Fernando Alonso und Ferrari wollen 2012 einen großen Schritt machen und mit einer mutigeren Entwicklung wieder in den Titelkampf eingreifen

Mit der aktuellen Rennsaison kann Ferrari nicht zufrieden sein, denn in den vergangenen 16 Grands Prix stand nur einmal ein Roter auf dem obersten Treppchen der Formel 1. Vom Titelkampf war die Scuderia 2011 daher so weit entfernt wie in manchen Rennen vom Podest, was sich aber schon zum kommenden Jahr ändern soll. Fernando Alonso macht sich nämlich stark für eine rote Trendwende.

Der spanische Rennfahrer würde Ferrari nur zu gerne einen Titelgewinn schenken, schließlich zeigt er sich nach wie vor fasziniert vom Mythos Maranello. "Es war ein Traum, für dieses Team zu fahren. Mit der Erfahrung von zwei Jahren bei dieser Mannschaft kann ich sagen: Es ist sogar besser, als ich gedacht hatte", sagt Alonso im Gespräch mit der 'BBC'. Er fühle sich bei Ferrari ungeheuer wohl.

Rot auf Sieg: 2012 will man titelfähig sein

Auch, weil beim italienischen Rennstall alles auf den Wettbewerb auf der Rennstrecke ausgerichtet sei. "In diesem Team spürst du einfach die Leidenschaft für den Motorsport. Jeder Mechaniker und jeder Ingenieur teilt die Liebe zu diesem Sport", meint Alonso und merkt an: "Wenn du für Ferrari ins Rennen gehst, sind da natürlich auch große Erwartungen." Und der Druck der Medien ist enorm.

Eine Saison wie 2011 wird daher - trotz des aktuell dritten Platzes in der Herstellerwertung - als eine empfindliche Niederlage gewertet. "Der Gewinn der Meisterschaft ist nun einmal das große Ziel", sagt Alonso. "Darum geht es uns im kommenden Jahr. Dann beginnen alle wieder bei Null. Vor uns liegt eine interessante Herausforderung. Niemand bei Ferrari glaubt, dass es uns nicht gelingen kann."

Die Frage ist nur: Was muss der Traditionsrennstall anders machen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden? Alonso kennt die Antwort: "Wir müssen aggressiver und kreativer sein. Wir sollten nicht immer nur auf andere Ideen reagieren, sondern selbst einmal Ideen haben. Wir müssen bei der Entwicklung des Autos unsere eigene Richtung einschlagen und unsere Philosophie hernehmen."

Alonso fordert eigene Ideen ein

Die Konkurrenz habe es in diesem Jahr vorgemacht. "Sie entwickeln ihr Auto immer weiter und haben immer neue Ideen. Wir waren in dieser Hinsicht vielleicht nicht aggressiv genug", hält der zweimalige Formel-1-Weltmeister fest. "Möglicherweise waren wir bei einigen Ansätzen zum neuen Fahrzeug einfach ein bisschen zu konservativ. So gerieten wir ins Hintertreffen", erläutert der 30-Jährige.

"Wenn du immer nur kopierst, liegst du automatisch zwei, drei Monate zurück. Das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gelernt. Für 2012 wissen wir, welchen Weg wir einschlagen müssen", sagt Alonso. "Alle im Team sind sehr konzentriert und die Entschlossenheit ist groß. Wir wollen wieder eine siegreiche Zeit erleben. Hoffentlich haben wir dann schon ab März ein konkurrenzfähiges Paket."

Eben dies war bereits 2011 das große Ziel, doch Ferrari wurde gewissermaßen auf dem falschen Fuß erwischt, wie Alonso rückblickend zu Protokoll gibt. "Wir hatten ein Problem mit dem Windkanal. Von Februar bis April brachten wir immer wieder neue Teile an die Strecken, die im Windkanal perfekt funktioniert hatten. Auf der Strecke waren die Ergebnisse jedoch negativ", erklärt der Routinier.

Ferrari arbeitet schon jetzt für 2012

"Im April hatten wir deshalb plötzlich ein Fahrzeug, das langsamer war als im Februar. Wahrscheinlich ging uns erst zu spät ein Licht auf. Das war der große Fehler in diesem Jahr", meint Alonso. In einer solchen Situation wolle er sich 2012 nur ungern wiederfinden. Deshalb tüftelt Ferrari schon jetzt an Lösungen für die kommende Saison. Die noch ausstehenden Events werden zu Testzwecken genutzt.

Allerdings mit Bedacht, wie Alonso betont. "In den vergangenen vier bis fünf Rennen, hatten wir nur sehr wenige Updates. Ein neuer Frontflügel war da noch die größte Nummer. Uns ist auch klar: Damit muss es nicht unbedingt sofort schneller gehen. Vielmehr ist es ein erster Ansatz, um das Fahrzeug im Hinblick auf 2012 zu entwickeln." Dafür bräuchte es zudem eine gute Portion Gelassenheit.

Diese sei vorhanden, sagt der spanische Rennfahrer. "Wir sind recht ruhig und entspannt, was die aktuelle Leistung des Fahrzeugs anbelangt. Wir wissen, dass wir in den noch ausstehenden Rennen etwas zu kämpfen haben werden, doch da müssen wir einfach die Ruhe bewahren und an die Zukunft denken. Einen Formel-1-Grand-Prix zu gewinnen ist schließlich ein ganz besonderes Gefühl."

Fotoquelle: xpb.cc

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